Kundendisplay an der Kasse: Funktion und Auswahl
Kurz gesagt
Ein Kundendisplay zeigt der Kundschaft Artikel, Preis und Summe an der Kasse. Ob ein zweizeiliges Display genügt oder ein größerer Bildschirm nötig ist, hängt davon ab, was Sie anzeigen wollen und was Ihre Kassensoftware an das Gerät sendet. Prüfen Sie im Datenblatt Zeilen und Zeichen, Schnittstelle, Stromversorgung und unterstützte Befehlssätze.
Das Wichtigste
- Beispielgerät mit Vakuum-Fluoreszenzanzeige: 2 Zeilen mit je 20 Zeichen, 5 x 7 Punktmatrix, Neigungsbereich bis 52 Grad in 5 Stellungen (Herstellerbroschüre, ein Modell).
- Dasselbe Beispielgerät nennt als Emulationen unter anderem BXL/POS, ADM 787/788, DSP800, CD5220 und ICD 2002 sowie Treiber für Windows und OPOS.
- Beispielgerät mit LCD: 2 Zeilen mit je 20 Zeichen, USB-Versorgung, ESC/POS und OPOS, zum Aufsetzen auf einen bestimmten Bondrucker (Herstellerdatenblatt, ein Modell).
- Die Belegung des Displays steuert die Kassensoftware; ob sie das Gerät unterstützt, steht in der Freigabeliste des Kassenanbieters.
- Preise für Kundendisplays nennt der Artikel nicht; sie stehen im Angebot.
Ein Kundendisplay zeigt der Kundschaft den Preis, während Sie erfassen. Dieser Artikel gilt für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ob Ihre Kasse ein Display überhaupt ansteuert, klären Sie mit Kassenhardware auswählen; zum Zubehör insgesamt siehe Kassenzubehör im Überblick.
Welche Bauarten gibt es?
Die Herstellerunterlagen zeigen zwei Bauarten mit Zeilenanzeige. Die dritte ist eine redaktionelle Einordnung ohne Herstellerquelle.
| Bauart | Beispielwerte aus Herstellerunterlagen | Anschluss und Befehle | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Zeilenanzeige auf Stange (Vakuum-Fluoreszenz) | 2 Zeilen mit je 20 Zeichen, 5 x 7 Punktmatrix, 95 alphanumerische Zeichen, Neigung bis 52 Grad in 5 Stellungen, Stangenlänge anpassbar von 158 bis 533 mm, Wandmontage möglich (Broschüre eines Herstellers, 2010, zwei Modelle) | USB oder RS-232C je nach Modell; Emulationen unter anderem BXL/POS, ADM 787/788, DSP800, CD5220, ICD 2002; Windows-Treiber, OPOS | Das Modell mit USB-Kabel benötigt laut Broschüre kein eigenes Netzteil; Versorgungsangaben stehen modellbezogen im Datenblatt |
| Zeilenanzeige am Drucker (LCD) | 2 Zeilen mit je 20 Zeichen, blau-weißes LCD, 0,27 kg (Datenblatt eines Herstellers, ein Modell) | USB 2.0, USB-Versorgung, ESC/POS und OPOS; Zubehör für Funk oder USB-Verlängerung | Ausgelegt zum Aufsetzen auf einen bestimmten Bondrucker |
| Kundenseitiger Bildschirm (redaktionelle Einordnung) | keine Herstellerwerte geprüft | Anschluss als zusätzlicher Monitor oder als zweites Gerät | Welche Inhalte erscheinen, bestimmt die Kassensoftware |
Diese Kriterien zählen
Die Tabelle nennt je Kriterium, warum es zählt und was Sie prüfen oder den Anbieter fragen.
| Kriterium | Warum es zählt | So prüfen Sie es | Frage an den Anbieter |
|---|---|---|---|
| Zeichenzahl und Zeilen | 2 x 20 Zeichen zeigen nur kurze Artikelnamen | Zeichenvorrat im Datenblatt (Beispiel VFD: 95 alphanumerische Zeichen, 128 erweiterte, 32 internationale) | Wie werden lange Artikelnamen gekürzt? |
| Umlaute und Sonderzeichen | Ohne passenden Zeichensatz erscheinen falsche Zeichen | Zeichen- und Codepage-Tabelle im Datenblatt | Welche Codepage nutzt die Kasse für Ä, Ö, Ü, ß? |
| Befehlssatz und Treiber | Die Software muss das Gerät ansprechen | Emulationen und Treiber im Datenblatt gegen die Freigabeliste der Kasse | Ist genau dieses Modell freigegeben? |
| Anschluss | Bestimmt Kabel und Aufstellort | USB oder RS-232C je Modell, Kabellänge | Welches Kabel gehört zum Lieferumfang? |
| Stromversorgung | Zusätzliche Netzteile kosten Platz an der Steckdose | Versorgungsangabe im Datenblatt (USB-Versorgung oder Netzteil) | Braucht das Gerät ein eigenes Netzteil? |
| Aufstellung | Neigung und Standfläche | Neigungsstellungen, Stangenhöhe, Drehbarkeit, Wandmontage | Passt das Gerät auf Ihren Tresen? |
| Lesbarkeit | Helligkeit und Blickwinkel zur Kundschaft | Angabe zu Leuchtdichte im Datenblatt; Blickwinkel am Tresen ausprobieren | Lässt sich die Helligkeit einstellen? |
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Preise nennt der Artikel nicht, sie stehen im Angebot. Zu den Kostenpositionen zählen das Display selbst, gegebenenfalls ein Fuß oder Halter, das Kabel, ein Netzteil, die Einrichtung in der Kassensoftware und bei einem Zweitbildschirm ein zusätzliches Anzeigegerät samt Anschluss. Fragen Sie im Angebot, ob Kabel, Netzteil und Halterung enthalten sind.
Warnsignale in Angebot und Vertrag
- Kein Hinweis, mit welcher Kassensoftware das Display getestet wurde.
- Befehlssatz oder Treiber fehlen im Datenblatt.
- Kabel oder Netzteil fehlen im Preis, obwohl das Gerät sie braucht.
- Zeichenvorrat ohne Angabe zu Umlauten oder Sonderzeichen.
- Unklar, wer das Display in der Kassensoftware einrichtet.
Welche Bauart für welchen Betrieb
Die Tabelle ist redaktionelle Orientierung, kein Urteil.
| Betrieb | Das wiegt am meisten | Bauart zum Prüfen |
|---|---|---|
| Kleiner Laden mit kurzen Artikelnamen | Summe und Preis lesbar | Zeilenanzeige 2 x 20 |
| Kasse auf dem Druckergerät, wenig Platz | Aufstellfläche | Zeilenanzeige am Drucker, falls der Hersteller sie für Ihren Drucker nennt |
| Hoher Tresen, Kundschaft steht seitlich | Blickwinkel | Stangenanzeige mit verstellbarer Neigung und Drehung |
| Betrieb, der Positionen und Hinweise zeigen will | Platz für Inhalt | Kundenseitiger Bildschirm, sofern Ihre Kassensoftware ihn unterstützt |
| Betrieb mit Kundenkarte | Anzeige personenbezogener Daten | erst die Datenschutzartikel lesen: Datenschutz an der Kasse (DSGVO), Datenschutz an der Kasse in der Schweiz |
So vergleichen Sie in fünf Schritten
- Legen Sie fest, was das Display zeigen soll: Artikel, Preis, Summe, Rückgeld, Hinweise.
- Lesen Sie in der Freigabeliste Ihres Kassenanbieters, welche Modelle laufen.
- Vergleichen Sie Zeichenzahl, Zeichensatz, Anschluss und Stromversorgung in den Datenblättern.
- Messen Sie Tresenhöhe und Platz, prüfen Sie Neigung, Drehbarkeit und Montage.
- Testen Sie vor dem Kauf mit echten Artikelnamen, auch mit Umlauten (Kasse testen).