PLU (Price Look-Up)
Kurz gesagt
Ein PLU-Code ist eine vier- oder fünfstellige Nummer der IFPS, mit der Kassen lose Obst- und Gemüseware und ähnliche Artikel wie Nüsse und Kräuter aufrufen. Er steht als Aufkleber auf der einzelnen Frucht; je nach Kassensystem erscheint die Nummer zusätzlich auf dem Waagenetikett der Bedienungswaage oder am Kassenbon neben der Artikelbezeichnung. Das System ist freiwillig, die Nummern vergibt die IFPS.
Das Wichtigste
- Die International Federation for Produce Standards (IFPS) vergibt die Codes; der Einsatz im Lebensmitteleinzelhandel besteht seit 1990, über 1.500 Nummern sind ausgegeben.
- Vierstellige Nummern kennzeichnen konventionell erzeugte Ware; die Vorziffer 9 an einer vierstelligen Nummer markiert Bio-Ware.
- Nummern werden in den Reihen 3000, 4000, 83000 und 84000 vergeben, ohne eingebettete Bedeutung.
- Für Artikel ohne IFPS-Nummer gibt es Retailer Assigned Numbers; jede Händlerin, jeder Händler stimmt die Nummer einzeln ab.
- Die IFPS beschreibt das System als freiwillig.
Definition
Ein PLU-Code (Price Look-Up, zu deutsch etwa „Preis-Nachschlagen”) ist eine vier- oder fünfstellige Nummer des International Federation for Produce Standards (IFPS), die lose Frischware nach Artikel, Sorte, Erzeugungsweise und Größe identifiziert. Mit der Nummer ruft die Kasse den Artikel samt Preis ab.
Wofür der Code dient
Die IFPS beschreibt den Einsatz im Lebensmitteleinzelhandel seit 1990, mit über 1.500 ausgegebenen Nummern. Erfasst wird lose Ware wie Obst und Gemüse, dazu verwandte Artikel wie Nüsse und Kräuter. Der Code trennt zum Beispiel eine konventionell erzeugte Sorte von derselben Sorte in Bio-Qualität und damit zwei verschiedene Preise (Beispiel der IFPS). Die vierstellige Nummer steht für konventionell erzeugte Ware; eine vorangestellte 9 markiert Bio-Ware.
Beispiel: PLU auf Waagenetikett und Bon (angenommenes Beispiel)
Ob die Nummer auf dem Waagenetikett der Bedienungswaage und am Kassenbon neben der Artikelbezeichnung erscheint, hängt vom jeweiligen Kassensystem ab. Das folgende Beispiel zeigt einen solchen angenommenen Ablauf; alle Werte sind erfunden:
| Zeile | Beispielwert |
|---|---|
| PLU | 4233 |
| Artikel | Tomaten, rund |
| Gewicht | 0,432 kg |
| Einzelpreis | 2,49 EUR/kg |
| Preis | 1,08 EUR |
0,432 kg mal 2,49 EUR/kg ergibt 1,0757 EUR, gerundet 1,08 EUR. Am Bon könnte dieselbe Zeile etwa als „1 x Tomaten rund, PLU 4233, 1,08 EUR” erscheinen.
Woher der Standard kommt
Die IFPS, ein Zusammenschluss nationaler Erzeuger- und Handelsorganisationen, vergibt die Nummern seit dem Zusammenschluss ihrer Nutzergruppe im Jahr 2001. Die Nummern werden zufällig innerhalb der Reihen 3000, 4000, 83000 und 84000 vergeben; 83000 und 84000 folgen, wenn 3000 und 4000 erschöpft sind. Für Artikel ohne eigene Nummer hält der Standard Retailer Assigned Numbers bereit, die der Lieferant mit jeder empfangenden Händlerin, jedem Händler einzeln abstimmt. Die IFPS beschreibt das Gesamtsystem als freiwillig.
Nicht zu verwechseln mit
- EAN und GTIN: die GS1-Identifikationsnummern für Handelsartikel. Sie beschränken sich nicht auf verpackte Ware: Die GS1 General Specifications beschreiben auch lose, stückweise verkaufte Frischware (Abschnitt 2.1.3.6) und gewichtsvariable Artikel an der Kasse (Abschnitt 2.1.12) als GTIN-Anwendungen. Ob lose Ware über eine PLU oder über eine GTIN aufgerufen wird, hängt von der Einrichtung des Kassensystems ab; siehe EAN und GTIN.
- Warengruppe: die PLU identifiziert den einzelnen Artikel, nicht eine Gruppierung mehrerer Artikel im Kassensystem.