ERP (Enterprise Resource Planning)
Kurz gesagt
ERP steht für Enterprise Resource Planning und bezeichnet Software, die die Geschäftsprozesse aus mehreren Bereichen eines Unternehmens über eine gemeinsame Datenbasis verarbeitet, von Einkauf und Lager über Vertrieb bis zu Finanzbuchhaltung und Personal. Die Abkürzung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichlautend; im Förderwesen steht sie zusätzlich für European Recovery Program.
Das Wichtigste
- ERP steht für Enterprise Resource Planning; ein ERP-System verarbeitet Geschäftsprozesse mehrerer Unternehmensbereiche über eine gemeinsame Datenbasis.
- Module eines ERP-Systems: Beschaffung und Materialwirtschaft, Produktion, Vertrieb, Anlagenwirtschaft, Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen, Controlling.
- Deutschland, Österreich und die Schweiz verwenden dieselbe Abkürzung und dieselbe englische Vollform; in der Schweiz steht daneben die Übersetzung Unternehmensressourcenplanung.
- Ein Warenwirtschaftssystem bildet die Warenprozesse ab; ein ERP-System bindet sie an Rechnungswesen, Controlling und Personal an.
- Zweite Bedeutung im Förderwesen: European Recovery Program, unter anderem KfW-Programme in Deutschland und ERP-Fonds in Österreich.
Definition
Ein ERP-System ist eine betriebliche Anwendungssoftware für mehrere Funktionsbereiche eines Unternehmens, deren Module auf einen gemeinsamen Datenbestand zugreifen. Die Abteilung, die einen Vorgang erfasst, arbeitet damit mit denselben Informationen wie die übrigen Bereiche; ein Abgleich zwischen getrennten Programmen entfällt. ERP ist die Abkürzung für Enterprise Resource Planning, wörtlich etwa Unternehmensressourcenplanung; im deutschen Sprachgebrauch bleibt die englische Vollform erhalten.
Was ein ERP-System umfasst
Zum Umfang gehören nach dem Gabler Wirtschaftslexikon Module für Beschaffung und Materialwirtschaft, Produktion, Vertrieb, Forschung und Entwicklung, Anlagenwirtschaft, Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling. Die Module greifen auf einen gemeinsamen Datenbestand zu; daraus kann das Unternehmen über Werks-, Sparten- und Abteilungsgrenzen hinweg planen, bis hinunter zum einzelnen Lagerort.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ordnet ERP auf seinem Mittelstand-Digital-Portal neben weiteren Softwarekategorien ein: Customer-Relationship-Management (CRM), Dokumentenmanagement (DMS), Supply-Chain-Management, Servicemanagement und Instandhaltungsplanung und -steuerung werden als eigene Bereiche genannt, für die es Software gibt. Ein einzelnes Programm für einen dieser Bereiche ist damit kein ERP-System; entscheidend ist die Verbindung mehrerer Bereiche über dieselben Daten.
Bezeichnungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die Tabelle zeigt, wie der Begriff in den drei Ländern geschrieben wird:
| Land | Bezeichnung |
|---|---|
| Deutschland | ERP-System, ERP-Software; ausgeschrieben Enterprise-Resource-Planning |
| Österreich | ERP-System; Abkürzung und englische Vollform wie in Deutschland (WKO) |
| Schweiz | ERP-System, ERP-Software; englische Vollform wie in Deutschland, daneben die Übersetzung Unternehmensressourcenplanung (VBS) |
Anders als bei der Kasse, die je Land Kasse, Kassa oder Registrierkasse heißt, wechselt der ERP-Begriff nicht die Sprache: Die Abkürzung und die englische Vollform stehen in allen drei Ländern gleich. Die Wirtschaftskammer Österreich verwendet ERP mit der englischen Vollform Enterprise-Resource-Planning; der Schweizer VBS nennt beim Projekt ERP-Systeme Verteidigung/armasuisse zusätzlich die deutsche Übersetzung Unternehmensressourcenplanung.
Überschneidung mit der Warenwirtschaft
Die Warenwirtschaft umfasst alle Tätigkeiten, die den Warenfluss eines Handelsbetriebs steuern; ein Warenwirtschaftssystem (WWS) bildet diese Warenprozesse informationstechnisch ab und stellt die waren- und kundenbezogenen Daten bereit, etwa für Rechnungslegung und Inventur.
Die Überschneidung ergibt sich aus den Modulen: Beschaffung, Materialwirtschaft und Vertrieb sind sowohl Kern eines Warenwirtschaftssystems als auch Module eines ERP-Systems. Der Unterschied liegt im Umfang. Ein Warenwirtschaftssystem bleibt bei den Warenprozessen; ein ERP-System bindet dieselben Prozesse an Finanz- und Rechnungswesen, Controlling und Personal an und führt alles in einem Datenbestand.
Bei bestandsgeführten Artikeln mit entsprechender Anbindung mindert der Verkauf an der Kasse den Bestand und läuft in die Auswertung von Warenwirtschaft oder ERP ein. Prüfen Sie im Angebot, ob die Stammdaten der Kasse mit denen der Warenwirtschaft oder des ERP-Systems identisch geführt werden oder ob getrennte Systeme abgeglichen werden müssen. Bleibt ein solcher Abgleich aus oder ist er fehlerhaft, entstehen daraus Dateninkonsistenzen und uneinheitliche Stammdaten; die Fraunhofer-Marktstudie von 2021 nennt beides als häufige Konsequenz unverbundener Systeme (Kapitel 2.3).
Nicht zu verwechseln
- Fertigungsmanagementsystem (MES): Die VDI-Richtlinie VDI 5600 Blatt 1 (Stand Oktober 2016) beschreibt solche Systeme aufgabenorientiert; sie ist das deutsche Regelwerk zu MES und keine Quelle des ERP-Begriffs.
- ERP-Fonds und ERP-Kredite: Im Förderwesen steht ERP für European Recovery Program, das europäische Wiederaufbauprogramm. In Deutschland schöpft die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Kreditprogramme unter anderem für Gründungen aus diesen Mitteln; in Österreich fördert der ERP-Fonds Projekte der heimischen Wirtschaft mit Darlehen. Mit der Softwarekategorie hat diese Bedeutung nichts zu tun.