Barcodescanner für die Kasse auswählen
Kurz gesagt
Ob Laser oder Imager passt, hängt davon ab, welche Barcodes Sie lesen müssen und wie schnell. Ein Laser-Handscanner im Beispielhandbuch listet nur lineare Codes wie EAN/UPC; ein Imager im Beispielhandbuch liest auch 2D-Codes wie QR und Data Matrix. Prüfen Sie Codearten, Lesebereich und Schnittstelle im Datenblatt und testen Sie mit Ihren eigenen Artikeln.
Das Wichtigste
- Der GS1-Standard (kein Gesetz) sieht für Handelseinheiten mit festem Maß an der Handelskasse GTIN-8, -12 oder -13 in EAN/UPC oder GS1 DataBar vor (Abschnitt 2.1.3).
- GS1 nennt als Ziel, 2D-Codes an Handelskassen weltweit bis Ende 2027 lesen zu können; in der Übergangszeit stehen sie zusätzlich zum linearen Code.
- Laser-Handscanner im Beispielhandbuch: lineare Codes; Imager im Beispielhandbuch: lineare und 2D-Codes.
- Als USB-Gerät kann ein Scanner als Tastatur (HID Keyboard) auftreten; das USB-IF beschreibt zusätzlich eine Bar Code Scanner-Seite (0x8C).
- Die Herstellerwerte zu Lesebereich, Geschwindigkeit und Schutzart gelten nur für das jeweilige Modell.
Der Scanner liest, was Ihr Sortiment trägt: gedruckte Etiketten, Herstellercodes, Coupons auf dem Handy. Der Artikel gilt für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz und beantwortet, welche Bauart und welche Merkmale zu welchem Sortiment passen. Einordnung unter den anderen Geräten: Kassenhardware auswählen.
Diese Kriterien zählen
Die Tabelle nennt je Kriterium, warum es zählt, wo Sie es prüfen und was Sie den Anbieter fragen.
| Kriterium | Warum es zählt | So prüfen Sie es | Frage an den Anbieter |
|---|---|---|---|
| Barcodearten | Linear (EAN/UPC, Code 128) oder auch 2D (QR, Data Matrix) | Liste der Symbologien im Datenblatt | Welche Codes liest das Modell ab Werk? |
| Lesebereich | Abstand, in dem ein Code erkannt wird | Tabelle der Lesebereiche je Strichbreite | Welcher Bereich gilt für meine Etiketten? |
| Bewegung und Tempo | Wie schnell darf der Artikel am Scanner vorbeigezogen werden | Angabe zur Bewegungstoleranz | Für welchen Code und welche Strichbreite gilt der Wert? |
| Betriebsart | In der Hand oder auf dem Ständer (hands-free) | Ständer im Zubehör | Ist der Ständer freigegeben? |
| Schnittstelle | Bestimmt, wie die Kasse die Daten erhält | USB, seriell, Tastaturmodus im Handbuch | Welche Schnittstelle ist für meine Software vorgesehen? |
| Bildschirmcodes | Coupons, Tickets oder Kundenkarten auf dem Handy | Aussage zu Displays im Handbuch | Liest das Modell Codes von Bildschirmen? |
| Kabel oder Funk | Bewegungsradius gegen Ladeaufwand | Kabellänge, Akku | Welche kabellosen Modelle sind freigegeben? |
| Robustheit | Sturz, Staub, Feuchte | Schutzart und Fallangabe | Welche Schutzart und welche Fallhöhe gelten? |
| Einrichtung | Konfiguration, zum Beispiel über Programmier-Barcodes | Handbuch | Wer stellt den Scanner ein? |
| Service | Ausfall verzögert den Verkauf | Garantie, Austauschweg | Wie schnell kommt Ersatz? |
Was Hersteller angeben: zwei Beispiele
Beide Handbücher stammen vom selben Hersteller und gelten nur für das jeweilige Modell. Sie zeigen, welche Angaben Sie im Datenblatt Ihres Modells suchen.
| Merkmal | Beispiel Laser-Handscanner | Beispiel Imager (Flächenbild) |
|---|---|---|
| Barcodearten laut Handbuch | UPC/EAN, GS1 DataBar, Code 128, Code 39 und weitere lineare Codes | 1D und 2D, darunter QR, Data Matrix, PDF417 |
| Lesebereich bei UPC mit 13 mil | 0 bis etwa 43 cm | etwa 1,3 bis 36,8 cm |
| Tempo-Angabe | 100 Abtastungen pro Sekunde (±5) | Bewegung beim Handscanner bis 13 cm/s, auf dem Ständer bis 76 cm/s (jeweils für 13 mil UPC) |
| Lagetoleranz des Codes | Gieren (Yaw) ±10°, Nicken (Pitch) ±65°, Rollen (Roll) ±60° | Schräglage (Skew) ±65°, Nicken (Pitch) ±65°, Rollen (Roll) 0° bis 360° |
| Standard-USB-Modus | Tastatur (USB Keyboard HID) | Tastatur (USB Keyboard HID) |
| Handydisplay | in den ausgewerteten Teilen nicht erwähnt | Handbuch: Lesen von Handydisplays braucht keinen Sondermodus |
| Schutzart | in den ausgewerteten Teilen nicht angegeben (Fallangabe: 1,5 m auf Beton) | IP52 (Fallangabe: 1,5 m auf Beton) |
Die Werte sind keine Aussage über alle Laser- oder Imager-Scanner. Eine Rangfolge nach Geschwindigkeit lässt sich daraus nicht ableiten, weil die beiden Handbücher andere Messgrößen angeben (Abtastungen pro Sekunde gegen Bewegung in Zentimetern pro Sekunde).
Welche Codes tragen Ihre Artikel?
Der GS1-Standard schreibt für Handelseinheiten mit festem Maß (Verbraucherartikel mit unveränderlicher Menge), die an der Handelskasse gelesen werden sollen, eine GTIN-8, GTIN-12 oder GTIN-13 in einem Code der EAN/UPC-Familie oder einem GS1 DataBar vor (GS1 General Specifications, Abschnitt 2.1.3). Das ist ein Branchenstandard, kein Gesetz; verbindlich wird er durch Vertrag oder Händlerforderung. Das erste, was Ihr Scanner können muss, ist daher EAN/UPC. Ob Sie mehr brauchen, hängt vom Sortiment ab: Eigene Etiketten mit Code 128, Coupons mit QR-Code oder Data Matrix, Artikel mit GS1 DataBar.
GS1 nennt außerdem als Ziel, 2D-Codes an Handelskassen weltweit bis Ende 2027 lesen zu können; in der Übergangszeit dürfen 2D-Codes zusätzlich zum linearen Code stehen. Für Ihre Wahl heißt das als redaktionelle Einschätzung: Ein Scanner, der 2D-Codes liest, hält diese Möglichkeit offen. Eine Pflicht, heute 2D zu lesen, folgt daraus nicht.
Wenn Sie Etiketten selbst drucken, gelten für EAN-13 die Maße der GS1-Tabelle: Strichbreite (X-Dimension) von 0,264 mm (Mindestmaß; bei bedarfsgesteuertem Druck wie Thermo- oder Laserdruck lässt GS1 unter Bedingungen 0,249 bis 0,264 mm zu) bis 0,660 mm, Zielwert 0,330 mm, Ruhezone links 11-fache und rechts 7-fache Strichbreite. Wie Sie Nummern vergeben: EAN, GS1 und eigene Barcodes.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Preise nennen wir nicht, denn sie ändern sich und hängen vom Modell ab. Die Posten, die Sie im Angebot suchen:
- das Gerät selbst, mit oder ohne Ständer;
- Kabel oder, bei kabellosen Modellen, Akku, Ladestation und Ersatzakku;
- Ersatzgerät für den Ausfall;
- Aufwand für Einrichtung und Test mit Ihren Artikeln;
- Etikettendruck und Papier, wenn Sie Codes selbst erzeugen.
Warnsignale in Angebot und Vertrag
- Keine Liste der lesbaren Codes oder nur der Hinweis „alle gängigen Codes“.
- Werte zu Lesebereich oder Tempo ohne Angabe, für welchen Code und welche Strichbreite sie gelten.
- Kein Hinweis, ob das Modell von der Kassensoftware freigegeben ist.
- Zubehör (Ständer, Kabel, Ladestation) fehlt im Preis.
- Unklare Rückgabe, wenn Ihre Etiketten nicht lesbar sind.
Welche Kriterien für welchen Betrieb
Die Tabelle ist redaktionelle Orientierung, kein Urteil über Modelle.
| Betrieb | Das wiegt am meisten | Prüfen Sie |
|---|---|---|
| Laden mit Herstellercodes (EAN) | Zuverlässiges EAN-Lesen, Tempo am Band | Lesebereich bei 13 mil UPC, Bewegung |
| Laden mit eigenen Etiketten | Lesen der eigenen Strichbreite | Test mit gedruckten Mustern, GS1-Maße |
| Betrieb, dessen Artikel keinen Barcode tragen | Ob ein Scanner den Ablauf überhaupt verkürzt | Welche Artikel Codes tragen |
| Betrieb mit Coupons oder Tickets auf dem Handy | 2D-Codes, Bildschirmcodes | Symbologien, Display-Aussage im Handbuch |
| Lager, Inventur | Reichweite, Kabellänge oder kabellos | Kabellänge, Akku, Kopplung |
| Staubige oder feuchte Umgebung | Gehäuse | Schutzart, Fallangabe |
So vergleichen Sie in fünf Schritten
- Listen Sie die Codes, die Ihre Artikel, Etiketten und Coupons tragen.
- Prüfen Sie in der Freigabeliste Ihres Kassenanbieters, welche Scanner laufen.
- Vergleichen Sie Symbologien, Lesebereich, Bewegungsangabe und Schnittstelle im Datenblatt.
- Testen Sie mit zehn Ihrer Artikel, darunter die ungünstigsten (kleine Etiketten, glänzende Folie, gekrümmte Flächen).
- Fragen Sie nach Ersatz und Garantie; bei Problemen hilft Barcodescanner liest nicht.