Kartenterminal verbindet nicht mit der Kasse: Fehlersuche
Kurz gesagt
Gehen Sie der Reihe nach vor: Stromversorgung, Netzwerkverbindung, IP-Adresse, Port, Kopplung, Firmware. Prüfen Sie nach jedem Schritt das dort genannte erwartete Ergebnis und gehen Sie erst danach weiter; so grenzen Sie ein, ob Terminal, Netz oder Kassensoftware die Ursache hat. Bleibt die Kopplung trotzdem ohne Erfolg, sind Kassenanbieter, Terminalanbieter oder Netzbetreiber die richtigen Ansprechpartner.
Das Wichtigste
- Die Prüfreihenfolge Strom, Netzwerk, IP-Adresse, Port, Kopplung und Firmware grenzt die Ursache Schritt für Schritt ein.
- Antwortet das Terminal auf eine Echo-Anfrage mit einer Echo-Antwort, ist es über das Netz erreichbar (RFC 792). Bleibt die Antwort aus, ist das nur ein Hinweis: Filternde Geräte dürfen Echo-Anfragen zulässigerweise unbeantwortet lassen (RFC 1812, Abschnitt 4.3.3.6).
- TCP nutzt Portnummern, um Dienste zu unterscheiden (RFC 9293, Abschnitt 2.2); beide Geräte brauchen dieselben Verbindungsangaben.
- Vergibt ein DHCP-Server im Netz die Adressen, meldet sich das Gerät beim Start und erhält eine Adresse (RFC 2131, Abschnitt 4.4.1).
- Werte wie Adresse oder Port der Kopplung stehen in der Einrichtungsdokumentation Ihrer Kassen- und Terminalanbieter.
- Ein Testverkauf, bei dem der Betrag auf dem Terminal erscheint und die Kasse die Autorisierungsantwort erhält, zeigt die stehende Kopplung.
Ein Kartenterminal, das die Kasse nicht erreicht, stoppt jeden Zahlungsvorgang, den die Kasse an das Terminal übergeben will: Die Kasse sendet den Betrag ins Leere, das Terminal zeigt keine Eingabe an. Das Gerät selbst kann dabei in Ordnung sein; die Ursache liegt auf dem Weg zwischen beiden. Die folgende Prüfung geht diesen Weg in fester Reihenfolge ab, vom Stromkabel bis zur Firmware. Sie gilt für Kartenterminals (in Deutschland umgangssprachlich EC-Terminal, in Österreich Bankomatkasse genannt), die per Netz oder Funk mit der Kasse gekoppelt sind.
Was Sie vorab brauchen
- Administratorzugang zu den Kopplungseinstellungen Ihrer Kassensoftware.
- Die Einrichtungs- bzw. Kopplungsdokumentation beider Geräte, über Ihre Anbieter bezogen.
- Zugang zu dem Router oder Switch, an dem Kasse und Terminal angeschlossen sind.
- Ein Netzwerkgerät (Laptop oder Smartphone) im selben Netz für den Erreichbarkeitstest.
- Eine Zahlungskarte und einen kleinen Betrag für den Testverkauf.
Schritt für Schritt: Terminalanbindung prüfen
Schritt 1: Stromversorgung prüfen
Stecken Sie das Netzteil des Terminals direkt in eine Steckdose, ohne Verlängerung oder Mehrfachsteckdose, und prüfen Sie, ob das Display leuchtet und der Startbildschirm erscheint. Bei Akkugeräten lesen Sie den Ladezustand im Menü ab und legen das Gerät für die Fehlersuche an die Ladestation. Startet das Gerät nicht, tauschen Sie Netzteil und Kabel gegen ein Ersatzstück aus.
Erwartetes Ergebnis: Das Terminal startet vollständig und zeigt seine Betriebsanzeige; erst dann ist der weitere Weg prüfbar.
Schritt 2: Netzwerkverbindung prüfen
Prüfen Sie am LAN-Terminal, ob das Kabel an Terminal und Router bzw. Switch fest sitzt und die Link-Anzeige am eingesetzten Port leuchtet; stecken Sie probeweise auf einen anderen freien Port um. Am WLAN-Terminal vergleichen Sie die Empfangsanzeige im Netzwerkmenü und schalten das Funknetz an Terminal und Router aus und wieder ein. Starten Sie beides neu, wenn die Verbindung nicht erscheint. Fällt dagegen das ganze Netz aus, behandeln Sie zuerst den Ausfall selbst, wie in Internet fällt aus: Das tun Sie sofort an der Kasse beschrieben.
Erwartetes Ergebnis: Das Terminal meldet im Menü eine aktive Netzwerkverbindung zu Ihrem Firmennetz.
Schritt 3: IP-Adresse ermitteln und vergleichen
Lesen Sie im Netzwerkmenü des Terminals die vergebene IP-Adresse ab. Bezieht das Terminal sie automatisch per DHCP, hat es sich beim Start an einen Server im Netz gewandt, der eine Adresse zuweist (RFC 2131, Abschnitt 4.4.1); bei fester Adressvergabe tragen Sie die Werte von Hand ein und vergleichen sie mit der Netzkonfiguration der Kasse. Senden Sie von Ihrem Netzwerkgerät aus eine Echo-Anfrage an die Terminaladresse: Ein erreichbares Gerät beantwortet sie mit einer Echo-Antwort, in der die Daten der Anfrage zurückkehren (RFC 792, Abschnitt Echo or Echo Reply Message). Kehrt die Antwort zurück, ist das Terminal über das Netz erreichbar. Bleibt sie aus, ist das kein Beweis für eine gestörte Kopplung: Ein Router auf dem Weg darf so konfiguriert sein, dass er Echo-Anfragen unbeantwortet lässt (RFC 1812, Abschnitt 4.3.3.6), und TCP-Verbindungen stehen unabhängig von dieser Antwort (RFC 9293). Behandeln Sie die Echo-Anfrage als Hinweis: Fehlt sie, korrigieren Sie zunächst Adresse und Netzkonfiguration, und prüfen Sie in jedem Fall den tatsächlichen Kopplungsweg in Schritt 4.
Erwartetes Ergebnis: Die abgelesene Adresse ist laut Ihrer Netzkonfiguration von der Kasse aus erreichbar; Router dürfen dafür auch getrennte Netze verbinden (RFC 1812, Abschnitt 5.2.1), ein gemeinsames Netz ist nur nötig, wenn Ihre Installation beide Geräte in dasselbe Netz legt. Kehrt die Echo-Anfrage mit Antwortzeiten zurück, ist das Terminal erreichbar; eine ausgebliebene Antwort ist ein Hinweis, kein Beweis.
Schritt 4: Adresse und Port in der Kopplung abgleichen
Öffnen Sie die Kopplungseinstellungen der Kasse und vergleichen Sie jede Angabe mit der Einrichtungsdokumentation des Terminals: Zieladresse, Portnummer und, soweit eingetragen, Terminalkennung. Eine TCP-Verbindung entsteht zwischen zwei Endpunkten, die TCP über Portnummern unterscheidet (Registry der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) für Dienstenamen und Portnummern; RFC 9293, Abschnitt 2.2), und sie kommt erst zustande, wenn beide Seiten den Aufbau bestätigen (RFC 9293, Abschnitt 3.5). Weichen Adresse oder Port zwischen Kasse und Terminal ab oder trägt die Kasse Werte, die zur Dokumentation des Terminals nicht passen, korrigieren Sie die Kassenseite. Steht zwischen beiden Geräten ein Router oder ein anderes filterndes Gerät, lässt der Netzverantwortliche dort die Kopplungsverbindung zu.
Erwartetes Ergebnis: Der Verbindungstest der Kassensoftware meldet einen erfolgreichen Verbindungsaufbau; zeigt er eine Fehlermeldung, notieren Sie deren Code für den Anbieter.
Schritt 5: Kopplung neu aufbauen
Löschen Sie die Terminalzuordnung in der Kassenverwaltung und legen Sie sie neu an, mit Terminalkennung, Adresse und Port aus der Dokumentation. Starten Sie anschließend beide Geräte neu, zuerst das Terminal, dann die Kasse, und rufen Sie die Kopplungsanzeige erneut auf. Führen Sie danach einen Testverkauf mit Karte durch.
Erwartetes Ergebnis: Die Kasse listet das Terminal als angebunden, und beim Testverkauf erscheint der Betrag auf dem Terminal, das die Kasse anschließend als Zahlung bucht.
Schritt 6: Softwarestand beider Geräte prüfen
Lesen Sie im Terminalmenü die Firmware-Version ab und vergleichen Sie sie mit der Kassensoftware-Version in den Systeminformationen Ihrer Kasse. Beide Angaben müssen zur Kopplungsdokumentation passen; nennt sie eine Version nicht mehr, aktualisieren Sie das betreffende Gerät über den jeweiligen Anbieter, bevor Sie weiter suchen. Den Ablauf eines Updates mit Rückfalloption planen Sie wie in Kassen-Update einspielen: Vorbereitung, Zeitpunkt und Rückfallplan beschrieben.
Erwartetes Ergebnis: Beide Geräte melden die laut Dokumentation unterstützten Versionen, und ein erneuter Testverkauf läuft durch.
So prüfen Sie das Ergebnis
Führen Sie nach der letzten Maßnahme zwei bis drei Kartenzahlungen mit Betrag durch, einmal an jedem Kassenplatz, an dem das Terminal eingebunden ist. Jede Zahlung muss den Betrag auf dem Terminal anzeigen und in der Kasse eine gebuchte Kartenzahlung mit Beleg auslösen. Stimmen die kartezahlten Beträge danach mit den Gutschriften überein, klärt der Tagesabschluss auch die Abstimmung mit den Zahlungseingängen, wie in Kartenterminal-Tagesabschluss und Kassenabgleich: Stimmen die Umsätze? beschrieben.
Wenn etwas nicht klappt
Die Tabelle ordnet die beobachtbaren Symptome den Schritten dieser Fehlersuche zu.
| Symptom | Mögliche Ursache | Prüfen Sie |
|---|---|---|
| Display bleibt dunkel, keine Betriebsanzeige | Netzteil, Kabel oder Akku liefern nicht | Schritt 1, Netzteil und Ladestation tauschen |
| Keine aktive Netzwerkverbindung im Terminalmenü | Kabel, Port am Router oder WLAN-Anmeldung | Schritt 2, Port wechseln, Funknetz neu aufbauen |
| Echo-Anfrage bleibt ohne Antwort | Adresse falsch abgetragen, Erreichbarkeit nicht gegeben oder Echo-Antworten werden auf dem Weg gefiltert | Schritt 3, Adresse neu ablesen, Netzkonfiguration vergleichen; fehlende Antwort ist kein Beweis, Kopplungstest in Schritt 4 fortführen |
| Verbindungstest der Kasse schlägt trotz erreichter Adresse fehl | Abweichender Port oder filterndes Gerät zwischen beiden | Schritt 4, Werte mit Dokumentation abgleichen, Netzverantwortlichen einbinden |
| Kasse listet Terminal nach Neustart nicht als angebunden | Terminalzuordnung unvollständig, Kennung fehlt | Schritt 5, Zuordnung löschen und neu anlegen |
| Fehler beginnt nach einem Update eines der Geräte | Versionen passen nicht zur Kopplungsdokumentation | Schritt 6, Versionen vergleichen, Aktualisierung beim Anbieter anstoßen |
Wann Sie Hilfe holen sollten
Zeigt die Kasse im Verbindungstest einen Fehlercode oder verarbeitet ein korrekt laufender Testverkauf die Autorisierungsantwort nicht, übernimmt Ihr Kassenanbieter die Diagnose der Softwareseite. Bleibt der Kopplungstest aus Schritt 4 dauerhaft erfolglos, obwohl Adresse und Netzkonfiguration stimmen, prüft der Terminalhändler oder Netzbetreiber das Gerät; eine unbeantwortete Echo-Anfrage reicht dafür allein nicht aus, weil filternde Geräte Echo-Anfragen zulässigerweise unbeantwortet lassen (RFC 1812, Abschnitt 4.3.3.6). Für Freigaben an Router oder Firewall fragen Sie den Verantwortlichen für Ihr Netz; Bondrucker, Scanner und übrige Peripherie am Kassenplatz grenzen Sie gesondert ein, etwa mit der Checkliste zur Fehlersuche am Bondrucker.