Rechnen sich elektronische Preisschilder? Wirtschaftlichkeit
Kurz gesagt
Ob sich elektronische Preisschilder rechnen, hängt von drei Zahlen ab: Zahl der Etiketten, Preisänderungen je Etikett und Jahr und Minuten je Änderung am Regal. In der Beispielrechnung mit erfundenen Werten liegt die Schwelle bei 2.000 Etiketten bei etwa 2,1 Änderungen je Etikett und Jahr. Setzen Sie Ihre eigenen Werte in die Formel ein.
Das Wichtigste
- Jahreskosten = (Etiketten × Preis je Etikett + Fixkosten) ÷ Nutzungsdauer + laufende Kosten.
- Break-even-Wert c = Jahreskosten × 60 ÷ (Etiketten × Minuten je Änderung × Stundenkosten).
- Beispielrechnung mit erfundenen Werten: 2.000 Etiketten, 2 Minuten je Änderung, 30 Euro Stundenkosten: Schwelle bei 2,1 Änderungen je Etikett und Jahr.
- Die Beispielwerte sind keine Marktpreise; Preise und Kosten stehen im Angebot.
Elektronische Preisschilder ersetzen Arbeit am Regal durch Technik. Ob das Geld spart, entscheidet eine einfache Gegenüberstellung: Jahreskosten des Systems gegen die Arbeitszeit, die bei Preisänderungen am Regal wegfällt. Dieser Artikel liefert die Formel, eine Beispielrechnung mit erfundenen Werten und eine Prüfliste für das Angebot. Zur Technik und Einführung: Elektronische Preisschilder einführen.
Worum es bei der Rechnung geht
Verglichen werden zwei Wege, einen Preis im Regal zu ändern: das Papieretikett von Hand wechseln oder das Etikett per Software aktualisieren. Die Preisänderung in der Kasse selbst fällt in beiden Fällen an und zählt nicht. Sie vergleichen deshalb nur die Arbeit am Regal.
Der Artikel nennt keine Marktpreise. Alle Zahlen in den Tabellen sind erfundene Beispielwerte (Beispielrechnung) und ersetzen kein Angebot.
Die Formel
| Größe | Bedeutung | Beispielwert (erfunden) |
|---|---|---|
| N | Zahl der Artikel mit elektronischem Etikett | 2.000 |
| p | Preis je Etikett in Euro | 12 Euro |
| F | einmalige Fixkosten in Euro (Access Points, Einrichtung, Montage) | 3.000 Euro |
| L | angenommene Nutzungsdauer in Jahren | 7 Jahre |
| R | laufende Kosten je Jahr in Euro (zum Beispiel Software) | 300 Euro |
| t | Minuten je Preisänderung am Regal, mit Wegezeit | 2 Minuten |
| w | Stundenkosten der Person, die das Etikett wechselt, in Euro | 30 Euro |
| c | Preisänderungen je Etikett und Jahr | gesucht |
Jahreskosten K = (N × p + F) ÷ L + R.
Jahresersparnis E = N × c × t ÷ 60 × w.
Schwelle c = K × 60 ÷ (N × t × w). Ab dieser Zahl von Änderungen je Etikett und Jahr ist E gleich K.
Beispiel mit N = 2.000: K = (2.000 × 12 + 3.000) ÷ 7 + 300 = 4.157 Euro. Die Schwelle c ist 4.157 × 60 ÷ (2.000 × 2 × 30) = 2,08 Änderungen je Etikett und Jahr.
Schwelle nach Sortimentsgröße und Zeit je Änderung
Die Tabelle zeigt die Schwelle c (Änderungen je Etikett und Jahr) bei den Beispielwerten aus der Formel, für drei Werte von t.
| Etiketten (N) | Jahreskosten K in Euro | c bei t = 1 Minute | c bei t = 2 Minuten | c bei t = 4 Minuten |
|---|---|---|---|---|
| 200 | 1.071 | 10,7 | 5,4 | 2,7 |
| 500 | 1.586 | 6,3 | 3,2 | 1,6 |
| 1.000 | 2.443 | 4,9 | 2,4 | 1,2 |
| 2.000 | 4.157 | 4,2 | 2,1 | 1,0 |
| 5.000 | 9.300 | 3,7 | 1,9 | 0,9 |
Zwei Dinge fallen auf. Bei kleinen Sortimenten bestimmen die Fixkosten F die Schwelle; mit wachsendem N nähert sie sich dem Wert, den nur der Etikettenpreis p und die Laufzeit bestimmen. Und die Zeit je Änderung wirkt linear: Verdoppelt sich t, halbiert sich die Schwelle.
Beispiel: 2.000 Etiketten bei unterschiedlicher Änderungshäufigkeit
Die Tabelle setzt K = 4.157 Euro und E = N × c × 2 ÷ 60 × 30 an. Der Saldo ist E minus K.
| Änderungen je Etikett und Jahr (c) | Ersparnis E in Euro | Jahreskosten K in Euro | Saldo in Euro |
|---|---|---|---|
| 1 | 2.000 | 4.157 | −2.157 |
| 2 | 4.000 | 4.157 | −157 |
| 4 | 8.000 | 4.157 | 3.843 |
| 6 | 12.000 | 4.157 | 7.843 |
| 12 | 24.000 | 4.157 | 19.843 |
Bei mehr als einer Warengruppe berechnen Sie c als gewichteten Mittelwert: c = Summe (Ni × ci) ÷ Summe Ni, mit der Zahl der Etiketten je Gruppe als Gewicht. Ein Mittelwert nach Zahl der Gruppen verfälscht das Ergebnis.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Die Formel fasst die Kosten in vier Größen. Diese Posten gehören ins Angebot:
- Einmalig (F): Access Points, Einrichtung der Etikettensoftware, Montage der Halter, Schnittstelle zur Kasse oder Warenwirtschaft.
- Je Etikett (p): Etikett samt Halter; fragen Sie, ob Batterien enthalten sind und wer sie wechselt.
- Laufend (R): Software, Support, Updates der Etikettensoftware.
- Nicht in der Beispielrechnung: Ersatz defekter Etiketten und Batterien, Zinsen, steuerliche Wirkung, vermiedene Preisfehler, Wegfall von Papieretiketten und Druck.
Zur steuerlichen Wirkung klären Sie mit Ihrer Steuerberatung; dieser Artikel nennt dazu keine Regel.
Warnsignale in Angebot und Vertrag
- Es fehlen Angaben zu Batterietyp und Wechsel.
- Die Schnittstelle zu Ihrer Kasse ist nicht beschrieben.
- Die Einmalkosten enthalten die Montage nicht.
- Die Lizenz wird je Etikett und Jahr berechnet, ohne dass der Preis im Angebot ausgewiesen ist.
- Die Aktualisierungszeit für alle Etiketten fehlt.
Welche Lage spricht wofür
Die Tabelle ist redaktionelle Orientierung, kein Urteil. Sie ordnet die Größen der Formel nach der Wirkung auf die Schwelle.
| Lage | Was die Schwelle bestimmt | Was Sie prüfen |
|---|---|---|
| Kleines Sortiment, wenige Preisänderungen | Fixkosten F pro Etikett; die Schwelle steigt stark | Ob das Angebot mit weniger Access Points und geringerem F auskommt |
| Großes Sortiment, viele Preisänderungen | Etikettenpreis p und Laufzeit L | Etikettenpreis, Batterie, erwartete Nutzungsdauer laut Datenblatt |
| Lange Wege im Markt | Zeit je Änderung t | Wegezeit tatsächlich messen statt schätzen |
| Mehrere Standorte mit gemeinsamer Preisliste | N und die Arbeit je Preisänderung summieren sich über alle Standorte; Access Points fallen je Standort an | Ob die Preisquelle alle Standorte beliefert: Mehrere Standorte führen |
| Wenige Aktionsartikel mit häufiger Änderung | Nur Teile des Sortiments brauchen Etiketten | Ob ein Teil der Etiketten genügt und N klein bleibt |
So rechnen Sie in fünf Schritten
- Zählen Sie die Artikel, die ein Etikett bekommen sollen (N).
- Ermitteln Sie aus dem Preisverlauf der letzten zwölf Monate die Änderungen je Etikett (c), bei Warengruppen gewichtet.
- Messen Sie an drei Regalen die Minuten je Änderung (t) und rechnen Sie Ihre Stundenkosten (w) aus.
- Setzen Sie die Posten aus dem Angebot für F, p, L und R ein.
- Vergleichen Sie Ihr c mit der Schwelle. Liegt c deutlich darunter, rechnet sich das System nach dieser Formel nicht; liegt c darüber, prüfen Sie die nicht gerechneten Posten.