Elektronische Preisschilder: Technik und Einführung
Kurz gesagt
Ein elektronisches Preisschild ist ein Regaletikett mit Anzeige, das ein Funknetz aus einer zentralen Preisquelle aktualisiert. Dafür braucht das System von Kasse oder Warenwirtschaft eine eindeutige Artikelnummer, den Preis und eine Schnittstelle. Führen Sie es an einem Regal ein und gleichen Sie Regalpreis und Kassenpreis ab, bevor Sie ausweiten.
Das Wichtigste
- Der Bluetooth-Standard (Electronic Shelf Label Profile 1.0.1) kennt zwei Rollen: das Etikett und den Access Point, der viele Etiketten per Funk steuert.
- Das Bluetooth-Profil für Etiketten ist mit der Bluetooth Core Specification ab Version 5.4 kompatibel.
- ETSI EN 300 328 V2.2.2 beschreibt Breitband-Datenfunk im Bereich 2 400 bis 2 483,5 MHz, ETSI EN 300 220-2 V3.3.1 Kurzstreckenfunk von 25 MHz bis 1 000 MHz.
- Im Teilband 868,0 bis 868,6 MHz nennt EN 300 220-2 V3.3.1 höchstens 25 mW e.r.p. und höchstens 1 % Sendezeitanteil oder rücksichtsvollen Frequenzzugang.
- Nicht jedes System nutzt den Bluetooth-Standard; Frequenzband und Norm stehen im Datenblatt.
Preise im Regal von Hand zu wechseln kostet Zeit und führt zu Abweichungen zwischen Regal und Kasse. Elektronische Preisschilder verlegen den Wechsel in eine Software. Dieser Artikel erklärt die Technik, nennt die Anforderungen an Kasse oder Warenwirtschaft und führt in sieben Schritten durch die Einführung. Ob sich das System für Ihr Sortiment rechnet, zeigt Wirtschaftlichkeit elektronischer Preisschilder.
Wie funktionieren elektronische Preisschilder?
Der Bluetooth-Standard „Electronic Shelf Label Profile“ beschreibt das Prinzip. Das Etikett ist ein Gerät, das eine Grafik für einen Artikel im Regal anzeigt, zum Beispiel mit dem Preis, und typischerweise Sensoren und LEDs enthält. Der Access Point ist ein zentrales Gerät, das mit vielen Etiketten Daten austauscht.
Die Etiketten sind in Gruppen eingeteilt. Der Standard nennt dafür eine Gruppen-Nummer mit 7 Bit; der Access Point sendet an eine Gruppe in dem Zeitfenster, das zu dieser Nummer gehört. Das Verfahren heißt Periodic Advertising with Responses und ist Teil der Bluetooth Core Specification. Das Profil ist mit dieser Spezifikation ab Version 5.4 kompatibel.
Ein System kann auch andere Funktechnik nutzen. Dann stehen Frequenzband und die zugehörige Norm im Datenblatt. ETSI-Normen sind technische Normen; ob und wie sie rechtlich binden, regelt das Funkrecht Ihres Landes, das dieser Artikel nicht auswertet.
| Funkband | Was die ETSI-Norm festlegt | Frage an den Anbieter |
|---|---|---|
| 2,4 GHz | EN 300 328 V2.2.2: Datenübertragung im Bereich 2 400 bis 2 483,5 MHz; die Norm nennt Bluetooth als Beispiel für erfasste Geräte | Welches Band nutzt das System, und teilt es sich das Band mit Ihrem WLAN? |
| unter 1 GHz | EN 300 220-2 V3.3.1: Kurzstreckenfunk von 25 MHz bis 1 000 MHz; Beispiel Teilband 868,0 bis 868,6 MHz: höchstens 25 mW e.r.p., höchstens 1 % Sendezeitanteil oder rücksichtsvoller Frequenzzugang | Wie lange dauert die Aktualisierung aller Etiketten, wenn der Sendezeitanteil begrenzt ist? |
Was Kasse oder Warenwirtschaft liefern muss
Die Etikettensoftware zeigt nur, was ihr eine Preisquelle liefert. Prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie bestellen. Der Abschnitt ist eine redaktionelle Prüfliste, keine Beschreibung bestimmter Produkte.
| Anforderung | Warum sie zählt | So prüfen Sie sie |
|---|---|---|
| Eindeutige Artikelnummer | Sie verbindet Etikett und Artikel; bei doppelten Nummern erscheint der falsche Preis | Doppelte Nummern im Artikelstamm suchen; Hinweise zur Vergabe: EAN und GS1 |
| Eine Preisquelle | Getrennt gepflegte Preise in Kasse und Etikettensoftware können voneinander abweichen | Festlegen, welches System den Preis führt; siehe Preise zentral pflegen |
| Schnittstelle oder Datei | Der Preis muss ohne Abtippen zur Etikettensoftware gelangen | Unterstützte Schnittstelle schriftlich bestätigen lassen, Testübertragung mit 20 Artikeln |
| Aktionspreise mit Beginn und Ende | Läuft eine Aktion im Regal ab, aber nicht in der Kasse, weichen beide ab | Aktion mit Enddatum anlegen und prüfen, wann Regal und Kasse umspringen; Ablauf: Preise ändern |
| Rückmeldung | Ohne Meldung „Etikett aktualisiert“ wissen Sie nicht, welches Etikett noch den alten Preis zeigt | Statusliste der Etikettensoftware ansehen |
| Netz und Strom für den Access Point | Der Access Point braucht Anschluss und Stromversorgung im Verkaufsraum | Aufstellorte festlegen; Grundlagen: Netzwerk für die Kasse planen |
Welche Angaben auf dem Etikett erscheinen müssen, hängt vom Land und vom Sortiment ab. Klären Sie das mit Ihrer Beratung, bevor Sie das Layout festlegen; dieser Artikel nennt dazu keine Pflicht.
Einführung in sieben Schritten
- Umfang festlegen. Wählen Sie ein Regal oder eine Warengruppe als Pilot. Zählen Sie die Artikel und notieren Sie, welche Etikettengröße jeder Platz braucht.
- Preisquelle bestimmen. Entscheiden Sie, ob Kasse, Warenwirtschaft oder ERP den Preis führt, und sperren Sie die zweite Eingabe.
- Schnittstelle prüfen. Übertragen Sie 20 Artikel testweise von der Preisquelle in die Etikettensoftware und vergleichen Sie Nummer, Name und Preis.
- Funk und Netz klären. Lesen Sie im Datenblatt Frequenzband, Norm und Reichweite, legen Sie die Plätze der Access Points fest und prüfen Sie die Abdeckung am Pilotregal mit einem Muster.
- Etiketten zuordnen. Verbinden Sie jedes Etikett mit seinem Artikel und prüfen Sie die Zuordnungsliste gegen das Regal. Nach jedem Regalumbau wiederholen Sie die Prüfung.
- Preisänderung testen. Ändern Sie einen Preis in der Preisquelle, messen Sie die Zeit bis zur Anzeige und vergleichen Sie Regalpreis und Kassenpreis.
- Betrieb regeln. Legen Sie fest, wer defekte Etiketten meldet, wer Batterien oder Etiketten tauscht und wer wöchentlich eine Stichprobe Regal gegen Kasse vergleicht.
Erst wenn Schritt 6 ohne Abweichung läuft, nehmen Sie weitere Regale hinzu.
Typische Fehler
- Zwei Preisquellen. Der Preis steht in Kasse und Etikettensoftware getrennt. Folge: Regal und Kasse können voneinander abweichen, und die Kundschaft sieht zwei Preise.
- Nicht eindeutige Artikelnummer. Zwei Artikel teilen sich eine Nummer. Folge: Das Etikett zeigt den Preis des anderen Artikels.
- Veraltete Zuordnung. Ein Artikel wandert im Regal, das Etikett bleibt. Folge: Das Etikett zeigt einen Preis für den falschen Platz.
- Abdeckung nur nach Plan bewertet. Ob jedes Etikett erreicht wird, zeigt erst ein Test am echten Regal. Folge: Einzelne Etiketten melden sich nicht zurück, und das fällt erst im Betrieb auf.
- Aktion ohne Enddatum. Der Aktionspreis läuft im System weiter. Folge: Der Preis gilt länger als beworben.
So gehen Sie vor
- Rechnen Sie mit Ihren Zahlen vor, ob sich das System lohnt: Wirtschaftlichkeit elektronischer Preisschilder.
- Lassen Sie sich Schnittstelle, Funkband, Norm und Aktualisierungszeit schriftlich nennen.
- Starten Sie mit dem Pilotregal aus Schritt 1 und dokumentieren Sie die Abweichungen aus Schritt 6.
- Erweitern Sie regalweise, nicht mit einem Schlag.