Android-Kasse: Vor- und Nachteile für Ihren Betrieb
Kurz gesagt
Eine Android-Kasse kann passen, wenn der Hersteller für jedes Gerät schriftlich nennt, bis wann es Sicherheitsupdates erhält, und Sie nur wenige Gerätemodelle einsetzen, deren Apps jemand kontrolliert. Prüfen Sie vor dem Kauf vor allem das Update-Ende, die Herkunft der Geräte-Software und wer Apps installieren darf.
Das Wichtigste
- Das BSI nennt für Android unter anderem fehlende Updates, Apps aus alternativen Quellen und entsperrte Bootloader als Gefährdungen (IT-Grundschutz SYS.3.2.4).
- Beim Gerätekauf sollen Sie sich den geplanten Zeitraum der Sicherheitsupdates nennen lassen; Geräte ohne Updates sind zu ersetzen (BSI SYS.3.2.1.A5, Basis-Anforderung).
- Für Geräte im Programm Android Enterprise Recommended müssen Hersteller nach den Anforderungen für Android 13 bis 16 das Enddatum und den Takt der Sicherheitsupdates veröffentlichen (Google).
- Die BSI-Bausteine richten sich an Institutionen und sind hier eine Prüfhilfe, keine Pflicht für Ihren Betrieb.
Android ist ein Betriebssystem, das Hersteller auf eigenen Geräten ausliefern; das BSI weist darauf hin, dass manche Hersteller keine regelmäßigen Updates bereitstellen (SYS.3.2.4, 2.3). Für die Kaufentscheidung zählen deshalb nicht nur das Betriebssystem, sondern Gerät, Update-Zusage und Verwaltung. Der Artikel hilft Betrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Risiken und Eignung einzuordnen. Er nennt keine Anbieter und keine Gerätemodelle. Ob für Ihr Land eine Sicherheitseinrichtung der Kasse vorgeschrieben ist, klären die Rechtsartikel, zum Beispiel Kassensicherungsverordnung und TSE-Pflicht für Deutschland und Registrierkassenpflicht in Österreich.
Diese Risiken zählen
Die Tabelle nennt je Risiko, was dahintersteckt, wie Sie es prüfen und welche Frage Sie dem Anbieter stellen. Die Quellen sind Bausteine des BSI und die Programmanforderungen von Google; sie gelten als Prüfhilfe.
| Risiko | Was dahintersteckt | So prüfen Sie es | Frage an den Anbieter |
|---|---|---|---|
| Update-Ende | Das BSI nennt fehlende Updates als Gefährdung: Bekannte Schwachstellen bleiben offen (SYS.3.2.4, 2.3). Es verlangt, den geplanten Zeitraum der Sicherheitsupdates schon bei der Beschaffung zu beachten und Geräte ohne Updates auszusondern (SYS.3.2.1.A5). | Datum des Update-Endes für das Gerät erfragen und im Angebot festhalten | Bis wann liefert der Hersteller Sicherheitsupdates für genau dieses Modell? |
| Herstellerprogramm | Im Programm Android Enterprise Recommended müssen Hersteller nach den Anforderungen für Android 13 bis 16 das Enddatum und den Takt der Sicherheitsupdates veröffentlichen. Das gilt nur für Geräte, die dieses Programm durchlaufen haben. | Prüfen, ob das Modell im Programm geführt wird | Ist das Modell validiert, und wo ist die Update-Zusage veröffentlicht? |
| Geräte-Software | Hersteller liefern teils veraltete Android-Versionen oder keine regelmäßigen Updates aus (SYS.3.2.4, 2.3). Vorinstallierte Apps vergrößern die Angriffsfläche (2.5). | Android-Version und vorinstallierte Apps im Gerät ansehen | Läuft das Gerät mit Standard-Android oder einer Hersteller-Variante, und wer pflegt sie? |
| Entsperrter Bootloader | Ein entsperrter Bootloader unterbricht die Vertrauenskette des Systemstarts (SYS.3.2.4, 2.1). | Gerät im Auslieferungszustand prüfen lassen | Ist der Bootloader gesperrt, und kann das Personal ihn entsperren? |
| Apps aus anderen Quellen | Android erlaubt Installationen außerhalb des Play Stores (SYS.3.2.4, 2.2). Das BSI verlangt, Quellen und freigegebene Apps zu regeln (SYS.3.2.1.A8). | Einstellungen zur App-Installation prüfen | Wer darf Apps installieren, und lässt sich das sperren? |
| Verwaltung vieler Geräte | Das BSI empfiehlt, Smartphones und Tablets über ein MDM-System zu verwalten (SYS.3.2.1.A32) und erlaubte Modelle festzulegen (SYS.3.2.2.A2). | Prüfen, ob Konfiguration zentral verteilt werden kann | Welches Verwaltungssystem ist vorgesehen, und was kostet es je Gerät? |
| Gerätevielfalt | Update-Zusage und Freigabe der Kassen-App können je Modell verschieden sein. | Liste der freigegebenen Modelle verlangen | Welche Modelle sind freigegeben, und wie lange noch? |
| Zubehör | Drucker, Kassenlade und Kartenterminal müssen mit dem Modell zusammenarbeiten. | Alle Geräte in der Probezeit im Dauerbetrieb testen | Welche Zubehörmodelle sind für diese Kassen-App geprüft? |
| Zugangsschutz | Das BSI verlangt einen angemessen komplexen Gerätesperrcode (SYS.3.2.1.A4). | Sperrbildschirm, Kioskmodus und Benutzerrechte ansehen | Wie sperre ich das Gerät auf die Kassen-App? |
Zu jeder Zeile in der Probezeit: Kasse testen: Demo und Probezeit.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Prüfen Sie im Angebot, welche Kosten einmalig und welche laufend anfallen. Preise nennt der Artikel nicht.
- Einmalig: Geräte, Zubehör, Halterungen, Einrichtung, Ersatzgerät.
- Laufend: Lizenz der Kassen-App, Verwaltungssystem je Gerät, Support, Zahlungsgebühren.
- Später: Austausch der Geräte, wenn das Update-Ende erreicht ist; vergleichen Sie über den Zeitraum, für den der Hersteller Updates zusagt, siehe Gesamtkosten der Kasse berechnen.
Warnsignale in Angebot und Vertrag
- Der Anbieter nennt kein Datum für das Ende der Sicherheitsupdates.
- Das Gerät wird mit aktiviertem Entwicklermodus (das BSI empfiehlt, ihn zu deaktivieren, SYS.3.2.4.A2) oder entsperrtem Bootloader geliefert.
- Die Kassen-App läuft auf beliebigen Android-Geräten, nennt aber keine freigegebenen Modelle.
- Auf dem Gerät sind Spiele oder private Apps vorinstalliert, die sich nicht entfernen lassen.
- Es gibt keine Möglichkeit, Geräte zentral zu verwalten oder zu sperren.
- Die Kasse verlangt ein persönliches Google-Konto, das Mitarbeitende privat nutzen (das BSI nennt die Google-ID als Risiko, SYS.3.2.4, 2.4).
Welche Betriebe prüfen was zuerst
Die Spalte „Tendenz“ ist eine redaktionelle Einschätzung, kein Urteil.
| Lage | Das wiegt am meisten | Tendenz |
|---|---|---|
| Markt, Pop-up, wechselnder Standort | Akku, Zubehör, robustes Gerät, Update-Ende | Android möglich, wenn Gerät und Zubehör im Dauertest bestanden haben |
| Café oder Laden mit ein bis zwei Kassen | Update-Zusage, Fernwartung durch den Anbieter | Android möglich, wenn der Anbieter Update und Gerät betreut |
| Restaurant mit Handhelds für Bedienungen | Gerätevielfalt, Verwaltung vieler Geräte | Wenige Modelle, zentrale Verwaltung einplanen |
| Mehrere Filialen | zentrale Konfiguration, Austausch defekter Geräte | Verwaltungssystem und Ersatzprozess vor dem Kauf klären |
| Betrieb ohne eigene IT | wer Updates einspielt und Apps sperrt | Nur mit Betreuung durch den Anbieter oder einen Dienstleister |
So vergleichen Sie in fünf Schritten
- Schreiben Sie auf, welche Aufgaben die Geräte haben: Kasse, Bestellung, Küche, Kundendisplay.
- Fordern Sie je Gerätemodell das Update-Ende schriftlich an.
- Lassen Sie die freigegebenen Modelle und das Zubehör nennen.
- Testen Sie Geräte, Zubehör und Verwaltung in der Probezeit im Dauerbetrieb.
- Rechnen Sie die Gesamtkosten bis zum Update-Ende und halten Sie das Ergebnis fest. Zur Gerätewahl allgemein: Kassenhardware auswählen und Tablet-Kasse: Vor- und Nachteile.