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Debitkarten in der Schweiz: Maestro, V Pay, PostFinance Card

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Kurz gesagt

Die Wettbewerbskommission nennt für die Schweiz diese Debitkartenprodukte: Maestro und die neuere Debit Mastercard (beide Mastercard), V Pay und die neuere Visa Debit (beide Visa) sowie die PostFinance Card als eigenes Verfahren. Laut Wettbewerbskommission läuft die Verbreitung von Maestro und V Pay zugunsten von Debit Mastercard und Visa Debit aus. Ob Ihr Terminal alle fünf annimmt, entscheiden Ihre Verträge mit dem Acquirer und mit PostFinance.

Das Wichtigste

  • Schweiz: Mastercard bietet Maestro und Debit Mastercard, Visa bietet V Pay und Visa Debit; die PostFinance Card ist ein eigenes Dreiparteien-Verfahren (WEKO 2025).
  • Die WEKO stellte am 18. Juli 2025 fest, dass sich das Auslaufen von Maestro und V Pay zugunsten von Debit Mastercard und Visa Debit fortsetzt.
  • Für die PostFinance Card verlangt PostFinance ein ep2-fähiges Terminal und einen eigenen Vertrag (EFT/POS mit PostFinance Card).
  • Die Debitkarte war 2025 laut Nationalbank-Umfrage bei Zahlungen vor Ort das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel, vor Bargeld und Bezahl-Apps.

Debitkarte nennt man in der Schweiz die Karte, die direkt dem Konto belastet. Dazu zählen Maestro, V Pay, Debit Mastercard, Visa Debit und die PostFinance Card. Für ein Kartenterminal zählt nicht der Name auf der Karte, sondern, über welches Verfahren die Zahlung läuft und welche Verträge dafür vorliegen.

Welche Debitkarten gibt es?

Die Wettbewerbskommission (WEKO) beschreibt in ihrer Verfügung vom 18. Juli 2025 die Lage so: Mastercard ist in der Schweiz mit den Debitkartenprodukten Maestro und Debit Mastercard vertreten, Visa mit V Pay und Visa Debit (Randnummer 180). Debit Mastercard und Visa Debit sind die neueren Produkte. Die WEKO hält fest, dass sich die schon 2022 erkennbare Entwicklung des Auslaufens von Maestro und V Pay zugunsten dieser neueren Produkte fortgesetzt hat. Die PostFinance Card ist dagegen ein nationales Dreiparteien-Verfahren, in dem dasselbe Unternehmen ausgibt und abrechnet; bei Dreiparteien-Verfahren gibt es kein Interchange, außer die Zahlung läuft über ein Mastercard-Co-Badge (Fussnote 3 der Verfügung).

Nach der Zahlungsmittelumfrage der Nationalbank vom Herbst 2025 ist die Debitkarte bei alltäglichen Zahlungen vor Ort das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel, gefolgt von Bargeld und Bezahl-Apps. Die Befragung lief im Herbst 2025 bei rund 2000 Personen und stützt sich auf ein einwöchiges Zahlungstagebuch.

Welche Karte braucht was am Terminal?

Die Tabelle zeigt, was Sie je Kartenprodukt mit Acquirer, Terminalanbieter und gegebenenfalls PostFinance klären. Technische Einzelheiten (Kartenleser, Software-Version) hängen vom Gerät ab und gehören in die Produktunterlagen des Terminalanbieters.

Karte Verfahren und Betreiber Was Sie klären müssen Besonderheit nach WEKO oder PostFinance
Debit Mastercard Mastercard, neueres Produkt Mastercard-Debit muss im Vertrag mit dem Acquirer und am Terminal freigeschaltet sein Die WEKO-Verfügung vom 6. Mai 2024 betrifft die Produkte Maestro und Debit Mastercard gemeinsam
Maestro Mastercard, älteres Produkt Maestro ist ein eigenes Produkt; fragen Sie, ob Ihr Vertrag es einzeln aufführt Laut WEKO auslaufend; Enddatum in den Quellen nicht genannt
Visa Debit Visa, neueres Produkt Visa-Debit muss im Vertrag mit dem Acquirer und am Terminal freigeschaltet sein Die WEKO-Verfügung vom 18. Juli 2025 betrifft V Pay und Visa Debit gemeinsam; als Zahlung vor Ort zählen dort auch Zahlungen mit Smartphone oder Smartwatch
V Pay Visa, älteres Produkt V Pay ist ein eigenes Produkt; fragen Sie, ob Ihr Vertrag es einzeln aufführt Laut WEKO auslaufend; Enddatum in den Quellen nicht genannt
PostFinance Card PostFinance (Dreiparteien-Verfahren) Eigener Vertrag “EFT/POS mit PostFinance Card” und ein ep2-fähiges Terminal (Gerät oder Tankstellensystem) Hat der Betrieb bereits ein aktiviertes ep2-Terminal, kann die Zahlungsart laut PostFinance innert 3 Arbeitstagen nach Eingang des Vertrags aktiviert werden; Gutschrift am Folgetag garantiert nur auf ein PostFinance-Konto

Eine Karte mit zwei Marken (Co-Badge) kann über eines der beiden Verfahren laufen, wie es die WEKO für die PostFinance Card mit Mastercard-Co-Badge beschreibt. Fragen Sie Ihren Anbieter, welche Marke das Terminal bei einer solchen Karte verwendet.

Ein Rechenbeispiel

Beispielrechnung mit angenommenem Kartenmix, um zu sehen, welche Produkte Ihr Vertrag abdecken sollte. Annahme: Ihre 1.000 Debitzahlungen im Monat verteilen sich auf 400 Debit Mastercard, 300 Visa Debit, 150 Maestro, 100 V Pay und 50 PostFinance Card. Sind nur Debit Mastercard und Visa Debit freigeschaltet, deckt der Vertrag 700 von 1.000 Zahlungen, das sind 70 Prozent. Maestro und V Pay lägen mit 250 Zahlungen (25 Prozent) offen; die 50 PostFinance-Zahlungen (5 Prozent) wären nur gedeckt, soweit sie über ein Mastercard-Co-Badge laufen, das Sie im Beispiel nicht haben. Die Verteilung ist erfunden; Ihren echten Mix finden Sie in der Abrechnung Ihres Acquirers.

Fehler, die Sie vermeiden können

  • Annehmen, dass “Mastercard” im Vertrag auch Maestro einschliesst, ohne nachzufragen.
  • Annehmen, dass die Verträge für Visa und Mastercard die Annahme im PostFinance-Verfahren einschliessen; dafür verlangt PostFinance einen eigenen Vertrag. Trägt die Karte ein Mastercard-Co-Badge, kann die Zahlung auch über Mastercard laufen.
  • Die Gutschrift auf ein Konto bei einer anderen Bank mit der Gutschrift am Folgetag auf ein PostFinance-Konto verwechseln.

So gehen Sie vor

  1. Lassen Sie sich vom Acquirer die Kartenprodukte aus dem Vertrag auflisten.
  2. Fragen Sie PostFinance, ob für Ihr Terminal ein EFT/POS-Vertrag besteht; bei bereits aktiviertem ep2-Terminal kann die Zahlungsart laut PostFinance innert 3 Arbeitstagen nach Vertragseingang aktiviert werden.
  3. Prüfen Sie die Abrechnung der letzten drei Monate: Welche Produkte kamen vor, welche wurden abgelehnt?
  4. Klären Sie mit dem Terminalanbieter, ob das Gerät alle Produkte aus Ihrem Mix annimmt. Mehr zur Gerätewahl: Kartenterminal in der Schweiz.

Häufige Fragen

Muss ich Maestro und V Pay noch annehmen können?

Karten dieser Produkte sind weiter im Umlauf, laufen aber nach der WEKO zugunsten von Debit Mastercard und Visa Debit aus (Verfügung vom 18. Juli 2025). Ein Enddatum für die Annahme in der Schweiz haben wir nicht gefunden; fragen Sie Ihren Acquirer, ob Ihr Vertrag die Produkte einzeln aufführt.

Nimmt ein Terminal mit Mastercard und Visa automatisch die PostFinance Card an?

Nicht für das PostFinance-Verfahren. Die PostFinance Card ist ein eigenes Verfahren; PostFinance verlangt dafür einen Vertrag und ein ep2-fähiges Terminal. Trägt die Karte ein Mastercard-Co-Badge, kann die Zahlung stattdessen über Mastercard laufen (WEKO).

Quellen

  1. Interchange Fees für Debitkarten von Visa, Verfügung der WEKO vom 18. Juli 2025 (Randnummer 180 und Fussnote 3)Wettbewerbskommission WEKO · abgerufen am
  2. Interchange Fees für Debitkarten von Mastercard, Verfügung der WEKO vom 6. Mai 2024Wettbewerbskommission WEKO · abgerufen am
  3. EFT/POS: Zahlungen mit der PostFinance Card am Terminal annehmenPostFinance AG · abgerufen am
  4. Questions and answers about EFT/POSPostFinance AG · abgerufen am
  5. Zahlungsmittelumfrage bei Privatpersonen in der Schweiz 2025 (Herbst 2025, rund 2000 Personen, Zahlungstagebuch)Schweizerische Nationalbank · abgerufen am