Maestro-Ende: Welche Debitkarten Händler künftig sehen
Kurz gesagt
Maestro läuft aus, ob Ihr Terminal die Nachfolger annimmt, hängt aber von Ihren Verträgen ab. In Deutschland dürfen Institute seit 1. Juli 2023 keine Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgeben; die letzten laufen laut Kreditwirtschaft Ende 2027 ab. Nachfolger sind Debit Mastercard und Visa Debit; klären Sie mit Ihrem Zahlungsdienstleister, ob Ihr Terminal sie als Debitkarten behandelt.
Das Wichtigste
- Deutschland: Seit 1. Juli 2023 keine neuen girocards mit Maestro-Co-Badge; die letzten laufen laut EURO Kartensysteme Ende 2027 ab.
- Deutschland: Als Ersatz nennen die Institute Debit Mastercard, V Pay oder Visa Debit; die girocard selbst bleibt bestehen.
- Schweiz: Die Wettbewerbskommission stellte am 18. Juli 2025 fest, dass Maestro und V Pay zugunsten von Debit Mastercard und Visa Debit auslaufen.
- Für V Pay haben wir kein offizielles Enddatum gefunden; die Sparkassen schreiben, es gebe derzeit keine offiziellen Hinweise auf eine Einstellung.
Maestro war die Debitkarten-Marke von Mastercard, die auf girocards und Bankomatkarten als zweites Logo stehen konnte und im Ausland die Zahlung ermöglichte. Weil die Marke ausläuft, sehen Händler am Terminal künftig andere Logos, und der Wechsel kann auch die Abrechnung berühren.
Was läuft wann aus?
Die Tabelle ordnet die geöffneten Quellen nach Datum. Sie beschreibt Karten, die ausgegeben werden, nicht den Zeitpunkt, an dem ein Terminal eine Marke ablehnen muss; das legt Ihr Vertrag fest.
| Datum | Ereignis | Land | Quelle |
|---|---|---|---|
| 8. April 2019 | Erste Bank und Sparkassen bieten die Debit Mastercard an; Kunden mit Debitkarte sollten sie bis Ende 2020 erhalten | Österreich (nur diese Institute) | WKO, Seite vom 27. August 2019 |
| 2019 | Visa und Mastercard bieten eigene Debitkarten auch für den Inlandseinsatz an | Deutschland | Bundesbank, Monatsbericht Dezember 2025 |
| Ende 2021 | Mastercard kündigt das Ende der Maestro-Funktion an | Deutschland (Angabe der EURO Kartensysteme) | EURO Kartensysteme, 1. Juni 2023 |
| 30. Juni / 1. Juli 2023 | Stichtag: Institute dürfen keine neuen Karten mit Maestro-Funktion mehr ausgeben | Deutschland | EURO Kartensysteme, 1. Juni 2023 |
| 18. Juli 2025 | Die WEKO hält fest, dass sich das Auslaufen von Maestro und V Pay zugunsten von Debit Mastercard und Visa Debit fortsetzt | Schweiz | WEKO-Verfügung, Randnummer 180 |
| Ende 2027 | Die letzten girocards mit Maestro-Co-Badge laufen ab | Deutschland | EURO Kartensysteme, 1. Juni 2023 |
| offen | Ein Enddatum für V Pay haben wir nicht gefunden | alle drei Länder | Sparkassen: keine offiziellen Hinweise auf eine Einstellung |
Die Karten bleiben bis zum Ablauf gültig. Die EURO Kartensysteme schreiben, dass bestehende Karten im In- und Ausland weiter funktionieren und dass die girocard an allen bisherigen Akzeptanzstellen angenommen wird.
Welche Karten treten an die Stelle?
Das Ersatzprodukt unterscheidet sich je Institut und Land. Für Ihre Kasse zählt, welche Marke das Terminal beim Auslesen der Karte erkennt.
| Land | Was Kunden künftig vorzeigen | Hinweis für Händler |
|---|---|---|
| Deutschland | girocard mit Co-Badge Debit Mastercard, V Pay oder Visa Debit; bei einigen Instituten zwei Karten (girocard plus Debit Mastercard) | Die girocard bleibt bestehen; ohne Co-Badge funktioniert sie nach Angabe der Bundesbank fast nur im stationären Handel |
| Österreich | Debit Mastercard statt der Maestro-basierten Bankomatkarte (bei Erste Bank und Sparkassen seit April 2019) | Terminals erkannten die Debit Mastercard 2019 unterschiedlich, siehe unten |
| Schweiz | Debit Mastercard, Visa Debit; daneben PostFinance Card | Kartenanteile nach Anzahl im November 2022: Maestro 28,5 %, Debit Mastercard 23,1 %, Visa Debit 19,9 %, PostFinance Card 18,1 %, V Pay 10,0 % (Studie, von Mastercard finanziell unterstützt, zitiert in Rz. 180 der WEKO-Verfügung) |
In der Schweiz führen die Produkte nebeneinander; Details stehen in Debitkarten in der Schweiz. Für Deutschland und Österreich lesen Sie Girocard für Händler und Bankomatkarte für Händler in Österreich.
Woran es am Terminal haken kann
Eine neue Marke bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Terminal sie richtig behandelt. Die WKO beschrieb 2019 für Österreich zwei Fälle: Manche Terminals erkannten die Debit Mastercard selbst als Debitkarte, andere nicht. Wer bis dahin keine Kreditkarten angenommen hatte, musste bei seinem Zahlungsdienstleister die Kreditkartenfunktion freischalten lassen. Die WKO riet außerdem, Abrechnungen zu prüfen: Wird die Debit Mastercard zu Kreditkartenkonditionen abgerechnet, ist der Preis höher als erwartet.
Das war die Lage in einem Land und in einem Jahr. Als Prüfauftrag gilt es überall: Fragen Sie nach, ob Ihr Terminal die Marke als Debitkarte führt und ob die Kasse die Zahlart richtig übernimmt, wenn sie Karten nach Zahlart auswertet. Wie sich die Gebühren zusammensetzen, steht in Kartenzahlungsgebühren: Zusammensetzung.
So gehen Sie vor
- Lesen Sie im Vertrag mit Ihrem Zahlungsdienstleister nach, welche Marken freigeschaltet sind, und notieren Sie die Entgelte je Marke.
- Bitten Sie um schriftliche Bestätigung, dass Debit Mastercard und Visa Debit am Terminal als Debitkarten laufen. Fragen Sie bei V Pay ebenfalls nach, solange Kunden solche Karten besitzen.
- Legen Sie nach den ersten Wochen eine Abrechnung neben eine Auswertung Ihrer Kasse und vergleichen Sie die Entgelte je Zahlart.
- Planen Sie bis Ende 2027 ein, dass Kunden in Deutschland nach und nach von Karten mit Maestro-Co-Badge auf Karten mit anderen Logos wechseln; Ihr Terminal muss beide Gruppen bedienen.