DE · AT · CHAnleitung

Netzwerk für die Kasse planen: LAN, WLAN, Router

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Planen Sie das Kassennetz mit einer Geräteliste: Welche Geräte (Kasse, Drucker, Kartenterminal, Router) brauchen Netz, wie sind sie angeschlossen, welche Adresse haben sie, und was passiert bei Ausfall? Das Kassennetz sollte vom Gastnetz getrennt sein; Router und WLAN-Zugangspunkte erhalten eigene Zugangsdaten und eine dokumentierte Konfiguration.

Das Wichtigste

  • Der IT-Grundschutz des BSI verlangt für Institutionen, Gastzugänge in eigenen Netzsegmenten zu führen (NET.1.1.A5); er bindet nur, wo Gesetz oder Vertrag darauf verweist.
  • Der Baustein NET.2.1 verlangt, vor der WLAN-Planung zu ermitteln, welche Geräte im 2,4-GHz- und im 5-GHz-Band abstrahlen, und nennt Mikrowellen- und Bluetooth-Geräte als Beispiele.
  • Nach NET.2.1.A3 sind Verfahren, die unsicherer als WPA2 sind, nicht mehr einzusetzen; bei WPA2-PSK nennt der Baustein mindestens 20 Zeichen.
  • Voreingestellte Zugangskennwörter und Netzwerknamen von Zugangspunkten werden vor dem Betrieb geändert (NET.2.1.A5).

Die Kasse braucht Netz für Drucker, Terminals, die Küche, die Datensicherung und die Anbindung des Kassenanbieters. Dieser Artikel führt durch die Planung eines kleinen Betriebsnetzes. Er gibt Orientierung nach dem IT-Grundschutz-Kompendium des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das für Institutionen geschrieben ist und nur dort bindet, wo ein Gesetz oder ein Vertrag darauf verweist. Er gilt als Betriebsratgeber für Deutschland, Österreich und die Schweiz; gesetzliche Pflichten nennt er nicht.

Was Sie vorab brauchen

  • Eine Liste aller Geräte, die Netz nutzen: Kasse oder Tablet, Bondrucker, Küchendrucker oder Display, Kartenterminal, Handgeräte, Router, Switch, Zugangspunkte.
  • Einen Grundriss mit Standorten, Steckdosen und Wegen für Kabel.
  • Die Angaben von Kassenanbieter und Zahlungsdienstleister zu Anschlussart und Netzvorgaben ihrer Geräte.
  • Zugang zum Router und die Unterlagen Ihres Internetanbieters.

Schritt für Schritt: Kassennetz planen

Schritt 1: Geräteliste mit Bedeutung anlegen

Tragen Sie jedes Gerät in eine Tabelle ein. Die folgende Zeile ist ein erfundenes Beispiel:

Gerät Ort Anschluss Adresse Ausfallfolge Strom
Bondrucker Theke Theke Kabel (LAN) fest kein Bon an der Theke Steckdose, USV
Küchendisplay Warm Küche Kabel (LAN) fest Küche sieht keine Bestellungen Steckdose
Kartenterminal Theke nach Vorgabe des Anbieters nach Vorgabe keine Kartenzahlung Steckdose, USV
Handgerät Service Gastraum WLAN wechselnd Bestellung nur an der Kasse Akku

Die Spalte „Ausfallfolge“ entscheidet, welche Geräte Kabel und feste Adressen bekommen.

Schritt 2: LAN oder WLAN je Gerät wählen

Ein WLAN nach IEEE 802.11 ist ein Funkmedium, das sich mehrere Benutzende teilen (NET.2.1, Abschnitt 2.7). Die Planung muss zuerst ermitteln, welche Geräte im Betrieb im 2,4-GHz-Band und im 5-GHz-Band abstrahlen; der Baustein nennt Mikrowellengeräte und Bluetooth-Geräte als Beispiele (NET.2.1.A2). Das spricht dafür, ortsfeste Geräte mit Netzbedarf per Kabel anzuschließen und WLAN für bewegliche Geräte zu reservieren. Dies ist eine redaktionelle Empfehlung, kein Verbot. Wie Drucker angeschlossen werden, zeigt Bondrucker anschließen.

Schritt 3: Router, Switch und Zugangspunkte festlegen

Legen Sie fest, wer das Netz verwaltet und wo die Geräte stehen. Zugangspunkte werden nach NET.2.1.A4 zugriffs- und diebstahlsicher montiert, und sie decken die erforderlichen Bereiche ab. Router und Switches werden vor dem Einsatz sicher konfiguriert; nicht benötigte Dienste und unbenutzte Ports werden deaktiviert (NET.3.1.A1). Ändern Sie vorab Netzwerkname und Zugangskennwörter (NET.2.1.A5).

Schritt 4: Netze trennen

Der IT-Grundschutz fordert für Gastzugänge dedizierte Netzsegmente (NET.1.1.A5) und erlaubt in einem Segment nur Endgeräte mit ähnlichem Sicherheitsniveau (NET.1.1.A6). Übertragen auf einen Betrieb heißt das als Empfehlung: ein Netz für Kasse, Drucker und Terminals, ein anderes für Gäste und privat genutzte Geräte. Bei WLAN verlangt NET.2.1.A3, die Funkverbindung komplett kryptografisch abzusichern und nichts Unsichereres als WPA2 einzusetzen; wird WPA2 mit Pre-Shared Key verwendet, mit mindestens 20 Zeichen.

Schritt 5: Adressen festlegen

Geräte, die andere Geräte ansprechen müssen (Drucker, Display), bekommen feste Adressen. RFC 2131 beschreibt dafür die „manual allocation“: Ein Administrator weist die Adresse zu, und DHCP überträgt sie nur an das Gerät. Ob Ihr Router das als Zuordnung nach Gerätekennung anbietet, steht in seinem Handbuch. Tragen Sie jede Adresse in die Geräteliste ein.

Schritt 6: Dokumentieren und Konfiguration sichern

NET.1.1.A2 verlangt eine Dokumentation des Netzes mit Netzplan, die nachhaltig gepflegt wird. NET.3.1.A8 verlangt, die Konfigurationsdateien von Routern und Switches regelmäßig zu sichern und so abzulegen, dass man im Notfall darauf zugreifen kann. Halten Sie beides auch außerhalb der Kasse bereit.

Schritt 7: Ausfall planen

Ein zweiter Internetzugang, ein Reserverouter oder ein Plan für Betrieb ohne Internet sind Optionen, keine Pflicht. Welche passt, hängt davon ab, was Ihre Kasse offline kann: Kasse ohne Internet und Ausfallsicherheit der Kasse. NET.3.1.A22 empfiehlt, typische Ausfälle von Routern und Switches mit Handlungsanweisungen vorzubereiten und diese in Papierform bereitzuhalten.

So prüfen Sie das Ergebnis

Gehen Sie die Geräteliste durch: Jedes Gerät hat Anschluss, Adresse, Strom und eine Ausfallfolge. Trennen Sie testweise den Internetanschluss und das WLAN und prüfen Sie, welche Funktion ausfällt. Kontrollieren Sie, dass Gäste das Kassennetz nicht sehen, und halten Sie das Ergebnis im Netzplan fest.

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Mögliche Ursache Was Sie prüfen
Drucker druckt nicht mehr Adresse hat sich geändert Feste Adresse oder Zuordnung im Router
Handgerät verliert Verbindung Funkabdeckung oder Störung im Band Abdeckung ablaufen, Störquellen prüfen
Kartenterminal findet keine Verbindung Netz nach Vorgabe des Anbieters nicht freigegeben Anschlussart und Freigaben beim Anbieter erfragen
Gäste erreichen Kassengeräte Netze nicht getrennt Trennung der Netze im Router prüfen
Router nach Tausch ohne Einstellung Konfiguration nicht gesichert Gesicherte Konfiguration einspielen

Wann Sie Hilfe holen sollten

Holen Sie den Kassenanbieter oder einen Netzwerkbetreuer, wenn Terminals Vorgaben zu Verbindungsart oder Freigaben machen, wenn mehrere Standorte verbunden werden oder wenn ein Netzsegment mit Gästen geplant wird. Die Sicherung des Kassennetzes behandelt Kasse vor Cyberangriffen schützen.

Häufige Fragen

Darf die Kasse im selben WLAN hängen wie die Gäste?

Der IT-Grundschutz des BSI sieht für Gastzugänge dedizierte Netzsegmente vor (NET.1.1.A5). Das ist eine Empfehlung für Institutionen, keine gesetzliche Pflicht für Kassen. Fragen Sie Ihren Kassenanbieter und den Zahlungsdienstleister, ob sie ein getrenntes Netz verlangen.

Wann ist ein fester Kabelanschluss sinnvoll?

Wenn ein Gerät dauernd am Platz bleibt und Netz braucht, zum Beispiel Drucker oder Station. Bei WLAN teilen sich Geräte ein Funkmedium (NET.2.1); Kabel nehmen dem Gerät diese Abhängigkeit, kosten aber Leitungen.

Quellen

  1. NET.2.1 WLAN-Betrieb, IT-Grundschutz-Kompendium Edition 2023Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik · abgerufen am
  2. NET.1.1 Netzarchitektur und -design, IT-Grundschutz-Kompendium Edition 2023Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik · abgerufen am
  3. NET.3.1 Router und Switches, IT-Grundschutz-Kompendium Edition 2023Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik · abgerufen am
  4. RFC 2131, Dynamic Host Configuration Protocol (Abschnitt 1, Zuteilungsarten)Internet Engineering Task Force (RFC Editor) · abgerufen am