Kassenwaage auswählen: Kriterien für Handel und Markt
Kurz gesagt
Eine Kassenwaage passt, wenn ihr Wägebereich und ihre Teilung zur Ware passen, wenn sie mit Ihrer Kassensoftware spricht und wenn sie auf den Tresen oder Stand passt. Die Datenblätter nennen dafür Höchstlast, Teilungswert, Schnittstelle und Stromversorgung. Ob die Waage geeicht sein muss, regeln die Länderartikel zur Eichpflicht.
Das Wichtigste
- Beispielwerte aus Datenblättern: Zweibereichswaage 6 kg mit 2 g Teilung und 15 kg mit 5 g Teilung, 3.000 Teilungen je Bereich (zwei Modelle).
- Der Teilungswert ist die Differenz zwischen zwei aufeinanderfolgenden Anzeigewerten; die Schweizer Waagenverordnung definiert ihn so (Art. 3 Bst. c NSWV).
- Beispiel für Anschlüsse: ein Modell mit USB (5 V, 1 A), ein anderes mit RS-232 und 40 wählbaren Kassenprotokollen (Datenblätter).
- Datenblätter nennen die Eignung für den gesetzlichen Messbereich als Herstellerangabe; die Pflicht selbst steht in den Länderartikeln.
- Preise nennt der Artikel nicht; sie stehen im Angebot.
Die Waage ist das Gerät, bei dem die Kasse ihrem Messwert vertrauen muss: Aus dem Gewicht und dem Preis je Kilogramm entsteht der Betrag auf dem Bon. Der Artikel gilt für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ob Ihre Waage geeicht sein muss und wie lange, regeln die Artikel zur Eichpflicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zum Gesamtbild des Zubehörs siehe Kassenzubehör im Überblick.
Diese Kriterien zählen
Die Tabelle nennt je Kriterium, warum es zählt, wie Sie es prüfen und was Sie den Anbieter fragen.
| Kriterium | Warum es zählt | So prüfen Sie es | Frage an den Anbieter |
|---|---|---|---|
| Höchstlast und Wägebereiche | Ware außerhalb des Bereichs lässt sich nicht sinnvoll wiegen | Bereiche im Datenblatt gegen das schwerste und leichteste Stück | Welche Bereiche hat das Modell, und wie fein sind sie geteilt? |
| Teilungswert | Er bestimmt, in welchen Schritten das Gewicht angezeigt wird | Teilung je Bereich im Datenblatt (Beispiel: 2 g bis 6 kg, 5 g bis 15 kg) | Passt die Teilung zu meinem Preis je Kilogramm? |
| Genauigkeitsklasse | Sie gehört zur Klasseneinteilung | Angabe im Datenblatt (ein Beispiel nennt Klasse III) | Welche Klasse hat das Modell? |
| Tara | Verpackung soll nicht mitgewogen werden | Taraumfang im Datenblatt (ein Beispiel: bis 5,998 kg) | Wie stelle ich feste Tara ein? |
| Anschluss an die Kasse | Ohne passenden Anschluss keine Gewichtsübernahme | USB oder RS-232 im Datenblatt gegen die Freigabeliste der Kasse | Welche Protokolle unterstützt die Waage? |
| Anzeige für die Kundschaft | Die Kundschaft soll Gewicht und Betrag sehen | Anzeige auf Kundenseite im Datenblatt (ein Beispiel hat Anzeigen auf Verkäufer- und Käuferseite) | Zeigt die Waage Gewicht, Preis je Kilogramm und Betrag? |
| Plattengröße und Aufstellung | Platz und Standfestigkeit | Maße im Datenblatt (Beispiele: Platte 305 x 235 mm; Gerät 384 x 296 x 63 mm) | Welche Befestigung gibt es? |
| Stromversorgung | Netzteil, USB oder Akku | Angabe im Datenblatt (Beispiele: USB 5 V, 1 A; Netzteil mit Akku, laut Datenblatt bis 120 Stunden bei abgeschaltetem Licht) | Was passiert bei Stromausfall? |
| Betriebstemperatur | Marktstand im Freien | Angabe im Datenblatt (ein Beispiel: 0 bis 40 °C) | Ist das Gerät für Außeneinsatz freigegeben? |
| Eichstatus | Ob ein Gerät eingesetzt werden darf, hängt vom Land ab | Herstellerangabe zur Eignung im Datenblatt; Pflicht im Länderartikel | Welche Kennzeichnung trägt das Modell, und wann läuft die Frist? |
Beispielrechnung: Teilung und Betrag
Beispielrechnung (erfundene Ware, erfundener Preis): Eine Waage mit 6 kg Bereich und 2 g Teilung zeigt 3.000 Schritte (6.000 g geteilt durch 2 g). Bei einem Preis von 18,80 Euro je Kilogramm ergibt 1,250 kg einen Betrag von 23,50 Euro (1,25 mal 18,80). Mit einer größeren Teilung von 5 g im Bereich bis 15 kg zeigt dieselbe Waage Gewichte nur in 5-g-Schritten. Wie die Kassensoftware den Betrag rundet, steht in der Dokumentation der Software und nicht im Datenblatt der Waage.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Preise nennt der Artikel nicht; sie stehen im Angebot. Zu den Positionen zählen die Waage, gegebenenfalls Mast oder Kundenanzeige, Kabel und Netzteil, die Einrichtung des Protokolls in der Kassensoftware und die Eichung oder Nacheichung nach den Länderartikeln. Fragen Sie im Angebot, ob die Eichung enthalten ist.
Warnsignale in Angebot und Vertrag
- Kein Hinweis, welche Kassensoftware die Waage ansteuert.
- Wägebereich oder Teilung fehlen im Datenblatt.
- Die Gerätekennzeichnung für Ihr Land bleibt unklar.
- Kabel, Netzteil oder Mast fehlen im Preis.
- Unklar, wer die Waage in der Kassensoftware einrichtet.
Welche Waage für welchen Betrieb
Die Tabelle ist redaktionelle Orientierung, kein Urteil.
| Betrieb | Das wiegt am meisten | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Laden mit leichter Ware (Gewürze, Konfekt) | feine Teilung | Teilung im unteren Bereich, zum Beispiel 2 g |
| Laden mit schwerer Ware (Obst, Gemüse) | Höchstlast | Bereiche bis 15 kg oder mehr |
| Wochenmarkt, Stand im Freien | Akku oder Strom, Temperatur | Stromversorgung, Betriebstemperatur, Aufstellung |
| Theke mit Bedienung | Anzeige für Kundschaft | Anzeige auf Kundenseite, Mast |
| Kasse mit USB-Anschluss | Anschluss | USB-Modell gegen Freigabeliste |
| Ältere Kasse ohne USB | Anschluss | RS-232 und Protokollliste |
Weitere Hinweise für Händler mit Wiegeware stehen in den Branchenartikeln, etwa Kasse und Waage in der Metzgerei und Kasse für den Wochenmarkt.
So vergleichen Sie in fünf Schritten
- Notieren Sie schwerstes und leichtestes Stück, das Sie wiegen.
- Lesen Sie in der Freigabeliste Ihres Kassenanbieters, welche Waagen laufen.
- Vergleichen Sie Bereiche, Teilung, Klasse, Anschluss und Stromversorgung in den Datenblättern.
- Messen Sie den Platz und prüfen Sie die Anzeige für die Kundschaft.
- Klären Sie den Eichstatus für Ihr Land im passenden Länderartikel und lassen Sie sich die Kennzeichnung zeigen.