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Sommerflaute und Saisonlöcher überbrücken

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Eine umsatzschwache Woche fangen Sie ab, indem Sie erst ausrechnen, was sie kostet, und dann Kosten und Umsatz getrennt angehen. In der Beispielrechnung unten fällt der Umsatz um 30 Prozent; ohne Maßnahmen entsteht ein Verlust, mit angepasstem Dienstplan und einer Mittagsaktion ein kleiner Gewinn. Beträge und Quoten sind erfundene Beispielwerte.

Das Wichtigste

  • Wareneinsatzquote = Wareneinsatz ÷ Nettoverkaufspreis × 100; Personalkostenquote = Personalkosten ÷ Nettoumsatz × 100.
  • Fällt der Umsatz, sinkt der Wareneinsatz mit; Personal- und Fixkosten laufen im Beispiel weiter, deshalb steigt die Personalkostenquote.
  • Im Beispiel steigt die Personalkostenquote von 35 auf 50 Prozent, wenn der Umsatz um 30 Prozent fällt und der Dienstplan unverändert bleibt.
  • Die Maßnahmentabelle nennt Aufwand und Voraussetzung; Wirkungen sind nicht belegt und werden mit der eigenen Kasse gemessen.

Ein schwacher Sommer trifft zuerst die Kasse, dann den Dienstplan. Wer vorher weiß, was die Woche kosten darf, entscheidet ruhiger. Dieser Artikel rechnet eine Woche durch und zeigt, welche Maßnahmen welchen Hebel haben.

Was eine schwache Woche kostet

Sinkt der Umsatz, weil weniger Gerichte verkauft werden, sinkt der Wareneinsatz im Modell mit, denn Sie kochen und kaufen weniger. Personal und Fixkosten wie Miete laufen dagegen weiter. Die Personalkostenquote steigt deshalb. Zur Berechnung des Wareneinsatzes siehe Wareneinsatz berechnen in der Gastronomie.

Beispielrechnung, alle Beträge netto und erfunden: ein Lokal mit 14.000 Euro Nettoumsatz in einer normalen Woche, Wareneinsatz 30 Prozent, Personal 4.900 Euro (245 Stunden zu 20 Euro), Fixkosten 2.800 Euro je Woche.

Posten Normale Woche Schwache Woche ohne Maßnahmen
Nettoumsatz 14.000 Euro 9.800 Euro (minus 30 Prozent)
Wareneinsatz (30 Prozent) 4.200 Euro 2.940 Euro
Personal 4.900 Euro 4.900 Euro
Fixkosten 2.800 Euro 2.800 Euro
Ergebnis vor Steuern, vereinfacht 2.100 Euro minus 840 Euro
Personalkostenquote 35 Prozent 50 Prozent

Die Rechnung zeigt nur die Wirkung der Umsatzveränderung. Sie lässt andere Kosten wie Energie, Reinigung oder Steuern außen vor.

Beispiel: Was zwei Maßnahmen bringen

Annahmen: Der Dienstplan wird um 40 Stunden gekürzt (40 × 20 Euro = 800 Euro). Eine Mittagsaktion bringt 1.000 Euro zusätzlichen Nettoumsatz bei 35 Prozent Wareneinsatz (350 Euro) und kostet 150 Euro für Aushang und Material. Das Personal für die Aktion ist in den verbleibenden Stunden enthalten.

Posten Schwache Woche mit Maßnahmen Rechnung
Nettoumsatz 10.800 Euro 9.800 + 1.000
Wareneinsatz 3.290 Euro 2.940 + 350
Personal 4.100 Euro 4.900 − 800
Fixkosten und Aktionskosten 2.950 Euro 2.800 + 150
Ergebnis vor Steuern, vereinfacht 460 Euro 10.800 − 3.290 − 4.100 − 2.950
Personalkostenquote 38,0 Prozent 4.100 ÷ 10.800 × 100
Wareneinsatzquote 30,5 Prozent 3.290 ÷ 10.800 × 100

Das Ergebnis hängt an den Annahmen. Wenn die Aktion weniger bringt oder die gekürzten Stunden nicht frei werden, sieht die Rechnung anders aus. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein.

Welche Maßnahmen gibt es?

Die Tabelle ordnet Maßnahmen nach Hebel und Aufwand. Wirkungen sind nicht belegt; messen Sie jede Maßnahme mit Ihren Bons und Ihrem Umsatz.

Maßnahme Hebel Aufwand Voraussetzung Offener Punkt
Dienstplan anpassen Personalkosten gering Stunden pro Mitarbeitenden bekannt Vertrags-, Arbeitszeit- und Urlaubsregeln Ihres Landes prüfen
Mittagsaktion Umsatz gering bis mittel feste Karte, Aushang Wareneinsatz der Aktion rechnen
Karte verkleinern Wareneinsatz, Küche mittel Verkaufszahlen je Gericht aus der Kasse Stammgäste nicht verlieren
Ruhetag oder kürzere Öffnung Personal, Fixkosten mittel Beitrag je Tag berechnet Öffnungsregeln und Verträge prüfen
Gutscheine vorab verkaufen Liquidität gering Gutscheinverwaltung, siehe Gutscheine verkaufen Steuer und Verfall in eigenen Artikeln
Veranstaltung Umsatz mittel bis hoch Termin, Werbung, siehe Events im Lokal Genehmigung und Rechte prüfen
Ruhige Zeiten bespielen Umsatz mittel Zeitfenster aus der Kasse, siehe Happy Hour gestalten Preisregeln beachten
Terrasse nutzen Umsatz mittel siehe Terrassensaison vorbereiten Wetter

Unsere redaktionelle Empfehlung, kein belegter Effekt: Beginnen Sie mit den beiden Zeilen, die Sie sofort rechnen können, Dienstplan und Mittagsaktion, und ändern Sie danach eine Sache pro Woche, damit Sie die Wirkung sehen.

Typische Fehler

  • Nur sparen: Stunden zu kürzen, ohne die Spitzenzeiten aus der Kasse anzusehen, kann zu Besetzungslücken führen.
  • Keine Schwelle: Ohne festgelegte Grenze besteht das Risiko, zu spät zu reagieren.
  • Aktion ohne Wareneinsatz gerechnet: Der Umsatz kann steigen, ohne dass der Beitrag steigt.
  • Alles gleichzeitig ändern: Sie erfahren nicht, was gewirkt hat.

So gehen Sie vor

  1. Ermitteln Sie für die letzten drei Sommer den Nettoumsatz je Woche aus der Kasse.
  2. Legen Sie die Schwelle fest, ab der eine Woche als schwach gilt.
  3. Rechnen Sie Ihre Beispielrechnung mit eigenen Zahlen, auch für Personal: Personalkosten steuern.
  4. Wählen Sie ein bis zwei Maßnahmen aus der Tabelle und setzen Sie sie in der nächsten schwachen Woche um.
  5. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Rechnung und passen Sie den Plan an.

Häufige Fragen

Woher weiß ich, ob eine Woche wirklich schwach ist?

Vergleichen Sie den Nettoumsatz der Woche mit denselben Wochen der Vorjahre aus der Kasse. Legen Sie vorab eine Schwelle fest, etwa 20 Prozent unter dem Mittel (Beispielwert), ab der Sie Ihren Plan für schwache Wochen auslösen.

Soll ich im Sommer einfach Ruhetage einführen?

Das hängt von Ihren Zahlen ab: Rechnen Sie aus, welchen Beitrag der Tag bringt (Nettoumsatz minus Wareneinsatz minus Personal für den Tag). Arbeitsvertragliche und rechtliche Fragen zu Arbeitszeit und Öffnungstagen klären Sie vor der Änderung für Ihr Land.

Gilt die Rechnung auch für den Handel?

Das Prinzip ja, unter den Modellannahmen: Sinkt die Absatzmenge, sinken die variablen Kosten, Personal und Fixkosten bleiben. Setzen Sie die Warengruppen Ihres Ladens ein; die Quoten im Beispiel stammen aus der Gastronomie und sind angenommen.