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Tagesumsätze der Kasse nach SKR03 und SKR04 verbuchen

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Kurz gesagt

Im DATEV-Kontenrahmen SKR03 buchen Sie Barumsätze von Konto 1000 Kasse an 8400 (19 Prozent) oder 8300 (7 Prozent), im SKR04 von 1600 an 4400 oder 4300. Kartenzahlungen laufen im Beispiel bis zur Gutschrift über Geldtransit (1360 beziehungsweise 1460). Ein Kontenrahmen ist eine Vorlage, kein Gesetz; die Kontenwahl klären Sie mit Ihrem Steuerberater.

Das Wichtigste

  • Die DATEV-Kontenrahmen SKR03 und SKR04 sind Vorlagen für einen betriebseigenen Kontenplan, keine gesetzliche Vorgabe; DATEV aktualisiert sie jährlich (hier: Stand 2026).
  • SKR03 ordnet die Konten nach Prozessen, SKR04 nach der Gliederung von Bilanz und GuV (DATEV).
  • SKR03: Kasse 1000, Bank 1200, Geldtransit 1360, Erlöse 19 % USt 8400, Erlöse 7 % USt 8300; SKR04: Kasse 1600, Bank 1800, Geldtransit 1460, Erlöse 19 % USt 4400, Erlöse 7 % USt 4300 (DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04, gültig für 2026).
  • Die Erlöskonten tragen die Hauptfunktion AM (automatische Errechnung der Umsatzsteuer); Umsatzsteuer 19 % führen SKR03 auf 1776 und SKR04 auf 3806, Umsatzsteuer 7 % auf 1771 und 3801.
  • Buchungen müssen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet erfolgen (§ 239 Abs. 2 HGB); bei verdichteter Übernahme der Kassendaten müssen die Einzelaufzeichnungen erhalten bleiben (GoBD Rz. 99).

Was Sie vorab brauchen

Die Buchung eines Kassentags braucht drei Angaben pro Posten: die Zahlungsart (bar, Karte), den Steuersatz und die Richtung des Geldes. Halten Sie vom Tagesabschluss Ihres Kassensystems bereit: Umsätze brutto je Steuersatz, Summen je Zahlungsart und gegebenenfalls Trinkgeld. Außerdem brauchen Sie den Kontenrahmen Ihres Steuerberaters (SKR03 oder SKR04).

Die DATEV-Kontenrahmen sind Vorlagen, aus denen ein Betrieb seinen Kontenplan ableitet. SKR03 ordnet die Konten nach Prozessen, SKR04 nach der Gliederung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Gesetzlich vorgeschrieben ist keiner von beiden; § 239 Abs. 2 HGB verlangt vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Eintragungen.

Die Konten im Überblick

Zweck SKR03 SKR04
Kasse 1000 Kasse 1600 Kasse
Bank 1200 Bank 1800 Bank
Geldtransit 1360 Geldtransit 1460 Geldtransit
Erlöse 19 % USt 8400 4400
Erlöse 7 % USt 8300 4300
Umsatzsteuer 19 % 1776 3806
Umsatzsteuer 7 % 1771 3801
Fremdgeld 1592 1374

Alle Konten und Bezeichnungen stammen aus den DATEV-Kontenrahmen SKR 03 und SKR 04, gültig für 2026. Die Erlöskonten tragen die Hauptfunktion AM: DATEV kennzeichnet in den Kontenrahmen die Erlöskonten mit AM, “Automatische Errechnung der Umsatzsteuer”. DATEV aktualisiert die Kontenrahmen jährlich; prüfen Sie die Nummern im Kontenplan Ihres Betriebs.

Beispielrechnung: ein Kassentag

Die Zahlen sind erfunden. Ein Betrieb nimmt an einem Tag ein: Barumsätze zu 19 Prozent 1.190,00 Euro und zu 7 Prozent 107,00 Euro, Kartenumsätze zu 19 Prozent 238,00 Euro und zu 7 Prozent 107,00 Euro (alles brutto). Dazu kommen 15,00 Euro Trinkgeld, das Gäste auf der Karte aufgerundet haben. Die Karten werden in einem Betrag von 360,00 Euro auf dem Bankkonto gutgeschrieben (Gebühren bleiben außen vor). Das Trinkgeld wird am selben Tag bar an das Personal ausgezahlt.

Annahmen des Beispiels: Das Trinkgeld gehört dem Personal und läuft über Fremdgeld; Kartenumsätze laufen bis zur Gutschrift über Geldtransit. Das sind Annahmen zur Kontenwahl, keine Vorgaben. Die Tabelle zeigt Brutto, Netto und Steuer nebeneinander; welche Größe Sie im Programm eingeben, hängt von dessen Einstellung ab.

Nr. Sachverhalt Brutto Netto Steuer SKR03 Soll an Haben SKR04 Soll an Haben
1 Barumsätze 19 % 1.190,00 1.000,00 190,00 1000 an 8400 1600 an 4400
2 Barumsätze 7 % 107,00 100,00 7,00 1000 an 8300 1600 an 4300
3 Kartenumsätze 19 % 238,00 200,00 38,00 1360 an 8400 1460 an 4400
4 Kartenumsätze 7 % 107,00 100,00 7,00 1360 an 8300 1460 an 4300
5 Trinkgeld auf der Karte 15,00 1360 an 1592 1460 an 1374
6 Gutschrift der Kartenumsätze auf dem Bankkonto 360,00 1200 an 1360 1800 an 1460
7 Trinkgeld bar an das Personal 15,00 1592 an 1000 1374 an 1600

Kontrollrechnung: Erlöse brutto 1.190 + 107 + 238 + 107 = 1.642 Euro; netto 1.400 Euro, Umsatzsteuer 190 + 7 + 38 + 7 = 242 Euro; 1.400 + 242 = 1.642 Euro. Auf den Zahlungswegen stehen Bar 1.297 Euro und Karte 345 Euro, zusammen 1.642 Euro; die 15 Euro Trinkgeld kommen nur auf der Karte hinzu.

Nach den Buchungen steht auf dem Geldtransit-Konto null (Soll 238 + 107 + 15 = 360 Euro, Haben 360 Euro), auf dem Fremdgeld-Konto ebenfalls null. Der Kassenbestand steigt um 1.297 − 15 = 1.282 Euro, das Bankkonto um 360 Euro.

Schritt für Schritt: So buchen Sie

  1. Zusammenfassen: Summieren Sie den Tagesabschluss je Steuersatz und Zahlungsart.
  2. Konten zuordnen: Legen Sie eine Zuordnungstabelle von Zahlungsart und Steuersatz zu Konten an. Wenn Kasse und Buchhaltung unterschiedliche Nummern verwenden, verlangen die GoBD solche Zuordnungstabellen (Rz. 97).
  3. Barumsätze: Kasse an Erlöskonto des jeweiligen Steuersatzes (Zeilen 1 und 2).
  4. Kartenumsätze: Geldtransit an Erlöskonto (Zeilen 3 und 4); bei der Gutschrift Bank an Geldtransit (Zeile 6).
  5. Trinkgeld: nach der Kontenwahl Ihres Steuerberaters, im Beispiel über Fremdgeld (Zeilen 5 und 7).
  6. Abstimmen: Geldtransit und Fremdgeld müssen nach Gutschrift und Auszahlung null ergeben, die Summen müssen zum Tagesabschluss passen.
  7. Übergeben: Die Buchungen können Sie als Datei an den Steuerberater liefern; wie, zeigt der Artikel Kassendaten an den Steuerberater über DATEV übergeben.

Die Kassendaten bleiben dabei erhalten: Bei der Übernahme verdichteter Zahlen ins Hauptsystem müssen die zugehörigen Einzelaufzeichnungen aus den Vor- und Nebensystemen erhalten bleiben (GoBD Rz. 99).

Wenn etwas nicht stimmt

Symptom Mögliche Ursache Lösung
Geldtransit bleibt offen Gutschrift der Karten fehlt oder weicht ab (zum Beispiel wegen Gebühren) Gebühren auf ein Aufwandskonto nach Rücksprache mit dem Steuerberater buchen
Umsatzsteuer weicht vom Tagesabschluss ab Betrag in der falschen Größe eingegeben (brutto statt netto oder umgekehrt) Eingabeart im Programm prüfen
Kassenbestand stimmt nicht Trinkgeld oder Auszahlungen nicht gebucht Ausgaben und Auszahlungen mit Beleg nachbuchen

Wann Sie Hilfe holen sollten

Fragen Sie Ihren Steuerberater, bevor Sie Gutscheine, Anzahlungen, Trinkgeld, das dem Betrieb gehört, oder Kartengebühren buchen. Für diese Fälle sind steuerliche Fragen offen, die ein Kontenrahmen allein nicht beantwortet. Zum Trinkgeld lesen Sie Trinkgeld in Deutschland.

Häufige Fragen

Muss ich SKR03 oder SKR04 verwenden?

Nein. Die DATEV-Kontenrahmen sind Vorlagen für einen Kontenplan, den Sie anpassen können; ein Gesetz schreibt sie nicht vor. § 239 Abs. 2 HGB verlangt vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Eintragungen, nicht einen bestimmten Kontenrahmen. Welchen Rahmen Ihr Steuerberater führt, erfahren Sie von ihm.

Wohin gehört das Trinkgeld?

Das Beispiel nimmt an, dass das Trinkgeld dem Personal gehört und über das Konto Fremdgeld durchgereicht wird (SKR03 1592, SKR04 1374). Das ist eine Annahme zur Kontenwahl; die steuerliche Behandlung steht im Artikel Trinkgeld, und der Steuerberater entscheidet über das Konto.

Warum Geldtransit für Kartenzahlungen?

Der Betrag ist verkauft und bezahlt, aber noch nicht auf dem Bankkonto. Geldtransit ist ein Konto für Beträge auf dem Weg, das die Kontenrahmen führen (SKR03 1360, SKR04 1460). Ob Ihr Steuerberater dafür ein eigenes Konto für Kartenumsätze anlegt, hängt von seinem Kontenplan ab.

Quellen

  1. Standard-Kontenrahmen SKR 03 (Prozessgliederungsprinzip), gültig für 2026, Art.-Nr. 11174 (PDF)DATEV eG · abgerufen am
  2. Standard-Kontenrahmen SKR 04 (Abschlussgliederungsprinzip), gültig für 2026, Art.-Nr. 11175 (PDF)DATEV eG · abgerufen am
  3. Die DATEV Standard-Kontenrahmen (SKR 03 und SKR 04)DATEV eG · abgerufen am
  4. Handelsgesetzbuch (HGB), § 239 Führung der HandelsbücherBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  5. BMF-Schreiben vom 28. November 2019: GoBD, BStBl I S. 1269 (Rz. 95 bis 99)Bayerisches Landesamt für Steuern (amtliche Kopie) · abgerufen am