Küchendrucker oder Küchendisplay: Was passt wann?
Kurz gesagt
Ein Küchendisplay zeigt Bestellungen am Bildschirm, je nach Software auch nach Stationen und mit Zeitanzeige; ein Küchendrucker druckt sie als Bon aus. Vergleichen Sie beide nach Bonvolumen, Zahl der Stationen, Raumbedingungen, Verhalten bei Netz- und Stromausfall und Gesamtkosten. Preise und Garantien gehören in Ihr Angebot; die Zahlen dieses Artikels sind eine Beispielrechnung.
Das Wichtigste
- Ein Küchendrucker druckt jede Bestellung auf Papier; ein Küchendisplay zeigt sie am Bildschirm und braucht dafür Netz und Strom am Einbauort.
- Die Schutzart eines Gehäuses nennt das Datenblatt als IP-Code nach IEC 60529; die Ziffern sind einzeln zu lesen.
- In der Beispielrechnung mit angenommenen Zahlen amortisiert sich der Umstieg allein über gesparte Papierkosten erst nach 320 Monaten; ein Ziel von 36 Monaten erfordert einen zusätzlichen Nutzen von 71 Euro im Monat, etwa durch vermiedene Fehler oder kürzere Wartezeiten.
- Ein Küchendrucker braucht Papier und Platz am Ausgabeort; ein Küchendisplay braucht Halterung, Netz und Strom.
Die Frage stellt sich, wenn eine Küche mehrere Stationen hat, wenn Bons verloren gehen oder wenn ein Umbau ohnehin Leitungen und Geräte verändert. Dieser Artikel liefert Kriterien und eine Beispielrechnung; er nennt keine Produkte und keine Marktpreise.
Worum es bei der Auswahl geht
Beide Wege bringen eine Bestellung von der Kasse oder vom Handgerät zur Küche. Der Küchendrucker druckt sie am Ausgabeort als Papierbon. Das Küchendisplay zeigt sie am Bildschirm; je nach Software getrennt nach Station, mit Zeitanzeige und mit einer Erledigt-Markierung. Welcher Weg passt, hängt von Ihrem Ablauf ab, nicht vom Gerät. Wie Sie das Display einführen, steht in Küchendisplay einführen.
Diese Kriterien zählen
Die Tabelle stellt beide Wege gegenüber. Die Spalte „Frage ans Angebot“ gilt für Anbieter beider Varianten.
| Kriterium | Küchendrucker | Küchendisplay | Frage ans Angebot |
|---|---|---|---|
| Ausfall von Strom oder Netz | Bei Stromausfall druckt das Gerät nicht; bereits gedruckte Bons liegen vor | Bild fällt aus; ob die Bestellungen anderswo sichtbar sind, hängt von der Software ab | Was zeigt das Gerät bei Ausfall, und welches Gerät dient als Reserve? |
| Änderungen und Stornos | Neuer Bon oder Nachdruck; Korrektur steht auf einem zweiten Zettel | Position kann sich am bestehenden Eintrag ändern, falls die Software das vorsieht | Wie erscheint eine Änderung oder ein Storno für die Station? |
| Stationen | Ein Drucker je Station; Zuordnung durch Artikelgruppen | Ein Bildschirm je Station oder ein gemeinsamer Bildschirm mit Filter | Wie viele Stationen kann ein Lizenzpaket bedienen? |
| Zeiten | Uhrzeit auf dem Bon; Wartezeiten schätzt das Personal | Zeitanzeige je Bestellung, falls die Software sie liefert | Welche Zeiten zeigt das Display, und lassen sich Schwellen einstellen? |
| Raum und Umgebung | Standort auf Hitze, Fett und Spritzwasser prüfen; Papierart beachten | Gehäuse und Bildschirm brauchen eine geeignete Schutzart | Welche Schutzart nennt das Datenblatt, und für welchen Aufbau gilt sie? |
| Papier und Verbrauch | Papierrollen müssen nachgekauft und gewechselt werden | Kein Papier; Strom- und Lizenzkosten | Welche laufenden Gebühren fallen je Display an? |
| Bedienung | Bon abreißen, aufspießen, ablegen | Antippen am Bildschirm, mit nassen oder fettigen Händen zu prüfen | Welche Eingabeart ist vorgesehen (Touch, Taste, Maus)? |
Die Schutzart eines Gehäuses wird als IP-Code nach IEC 60529 angegeben; die Norm klassifiziert die Schutzgrade von Gehäusen. Lesen Sie beide Ziffern einzeln und prüfen Sie, ob die Angabe für das Gerät allein oder samt Halterung gilt. Zur Lesbarkeit von Thermobons siehe Thermopapier: Lesbarkeit und Aufbewahrung.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Für den Umstieg fallen einmalige und laufende Posten an. Einmalig: Displays, Halterungen, Netzwerkanschluss und Strom am Einbauort, Einrichtung und Einweisung. Laufend: Lizenz- oder Softwaregebühren je Display, falls der Anbieter sie berechnet, und der Wegfall von Papier. Nicht in der Rechnung unten stehen vorhandene Kassenhardware, Switch, Router und der Wert gebrauchter Drucker.
Beispielrechnung (alle Zahlen angenommen, netto): Eine Küche mit zwei Stationen und eine Bar. Bisher drucken zwei Küchendrucker; Papier kostet 45 Euro im Monat. Geplant sind drei Displays.
| Posten | Annahme | Betrag |
|---|---|---|
| Drei Displays | 650 Euro je Stück | 1.950 Euro |
| Drei Halterungen | 90 Euro je Stück | 270 Euro |
| Kabel und Montage | pauschal | 300 Euro |
| Einrichtung und Einweisung | 6 Stunden zu 60 Euro | 360 Euro |
| Einmalig, Summe | 2.880 Euro | |
| Laufend neu: Softwaregebühr | 3 Displays zu 12 Euro im Monat | 36 Euro im Monat |
| Laufend weg: Papier | 45 Euro im Monat |
Die laufende Ersparnis beträgt 45 − 36 = 9 Euro im Monat. Allein damit dauert die Rückzahlung 2.880 ÷ 9 = 320 Monate. Soll sich der Umstieg in 36 Monaten tragen, müssen 2.880 ÷ 36 = 80 Euro im Monat zusammenkommen, davon 9 Euro aus dem Papier. Die übrigen 71 Euro müssen aus vermiedenen Fehlern oder kürzeren Wartezeiten stammen. Kostet eine falsch oder doppelt zubereitete Bestellung 12 Euro Wareneinsatz, wären das 71 ÷ 12 ≈ 5,9, also sechs vermiedene Fehler im Monat. Ob Ihr Betrieb so viele vermeidet, zeigt nur eine Fehlerzählung vor dem Umstieg.
Warnsignale in Angebot und Vertrag
- Der Preis nennt Displays, aber nicht Halterung, Montage, Netz und Strom am Einbauort.
- Lizenzgebühren sind pro Gerät unklar oder der Umfang (Stationen, Zeitanzeige, Statistik) steht nicht im Angebot.
- Das Angebot sagt nicht, wie sich das Display bei Netz- oder Kassenausfall verhält.
- Die Schutzart wird genannt, aber nicht, wofür sie gilt.
- Die Software verlangt eine bestimmte Hardware, ohne dass der Vertrag Ersatzgeräte und Reaktionszeiten regelt.
Welche Kriterien für welchen Betrieb
Die folgende Zuordnung ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung.
| Betrieb | Was am meisten zählt |
|---|---|
| Eine Station, wenige Bons | Ausfallverhalten und Kosten; ein Drucker bleibt eine nahe liegende Wahl |
| Mehrere Stationen mit eigener Reihenfolge | Zuordnung nach Station, Zeitanzeige, Änderungsdarstellung |
| Küche mit Hitze, Fett und Spritzwasser | Schutzart des Gehäuses, Eingabeart, Reinigung |
| Bestellung per Handgerät | Netzabdeckung bis zur Küche; siehe Handheld-Bestellung |
| Mehrere Standorte | Zentrale Verwaltung von Stationen, Wartung je Standort |
So vergleichen Sie in fünf Schritten
- Zeichnen Sie den Weg einer Bestellung von der Aufnahme bis zum Servieren und markieren Sie, wo Bons verloren gehen oder Zeit vergeht.
- Zählen Sie vier Wochen lang Fehler und Nachfragen mit Datum; ohne Zahl bleibt der Nutzen eine Vermutung.
- Holen Sie von beiden Wegen ein Angebot ein und tragen Sie die Posten der Tabelle oben ein.
- Prüfen Sie Einbauorte auf Steckdose, Netz, Wärme und Spritzwasser; das Netz plant der Artikel Netzwerk für die Kasse planen, den Strom Notstrom für die Kasse.
- Entscheiden Sie anhand Ihrer Fehlerzahl und legen Sie einen Rückfall fest, etwa einen Reservedrucker.