Lokale Werbung schalten: Budget, Kanäle und Erfolgsmessung
Kurz gesagt
Rechnen Sie jeden Kanal auf Kosten je Neukunde um: Gesamtkosten geteilt durch die Zahl der erstmals kommenden Gäste oder Käufer, die Sie dem Kanal zuordnen. Die Zuordnung gelingt mit einem Aktionscode je Kanal, der nur einmal je Person gilt, und der Frage nach dem Erstbesuch. Klicks auf Anrufen oder Route zählt Google als lokale Aktion, das sind noch keine Kunden.
Das Wichtigste
- Kosten je Neukunde = Gesamtkosten des Kanals (Werbung, Druck, Verteilung, Gestaltung) geteilt durch zugeordnete Neukunden.
- Google zählt bei lokalen Kampagnen Aktionen wie Klicks auf Anrufen oder Route; der Standardzeitraum nach dem Klick beträgt 30 Tage.
- Für Google-Kampagnen mit Zielvorhaben für Ladengeschäfte empfiehlt Google eine Laufzeit von mindestens 30 Tagen.
- Ein Aktionscode je Kanal macht Einlösungen zählbar, erfasst aber nur die Kunden, die den Code nennen.
- Die Rechnung im Artikel nutzt erfundene Zahlen (Beispielrechnung); Ihre Werte ersetzen sie.
Lokale Werbung ist erst bewertbar, wenn Sie wissen, was ein gewonnener Kunde kostet. Dieser Artikel zeigt die Rechnung für drei Kanäle und ein Zählverfahren, das ohne Spezialsoftware auskommt. Rechtliche Fragen zu Rabatten, Newslettern oder Messwerkzeugen auf der Website klären die verlinkten Artikel.
Was Sie vorab brauchen
- Ein Ziel in Zahlen, zum Beispiel 30 neue Gäste im nächsten Monat.
- Den durchschnittlichen Beitrag, den ein Neukunde bei einem Besuch zum Ergebnis bringt (Umsatz abzüglich Wareneinsatz), aus Ihren eigenen Zahlen.
- Eine Möglichkeit, an der Kasse etwas zu erfassen: einen Code, ein Stichwort oder eine Strichliste.
Schritt für Schritt: Kanäle vergleichen
Schritt 1: Kanäle und ihre Messbarkeit festlegen
| Kanal | Was gemessen wird | Was nicht gemessen wird |
|---|---|---|
| Google-Anzeigen mit Standortbezug | Klicks auf Anrufen und Route als lokale Aktion (Google-Hilfe) | ob die Person tatsächlich kam und kaufte; dafür ist Schritt 2 nötig |
| Flyer oder Handzettel | eingelöste Flyer-Codes | Personen, die den Flyer sahen und ohne Code kamen |
| Anzeige in der Lokalzeitung | eingelöste Anzeigen-Codes | Leserinnen und Leser, die ohne Code kamen |
Bei Google gilt: Die Hilfe beschreibt Kampagnen mit Zielvorhaben für Ladengeschäfte als Performance Max-Kampagnen, die auf Ladenbesuche, Ladenverkäufe und lokale Aktionen wie Anrufklicks oder Klicks auf die Wegbeschreibung ausgerichtet sind. Ladenbesuche setzen voraus, dass das Konto die Anforderungen dafür erfüllt; sonst kann auf lokale Aktionen optimiert werden. Ladenverkäufe setzen eine Freigabe voraus, und nicht alle Konten sind geeignet. Für Ladenbesuche und -verkäufe empfiehlt Google mindestens 10 Standorte, für lokale Aktionen mindestens fünf. Redaktionelle Einschätzung: Für einen einzelnen Betrieb liefert die Messung über Ihren Code deshalb die besser nachvollziehbare Zahl.
Schritt 2: Zählverfahren einrichten
Geben Sie jedem Kanal einen eigenen Code, etwa „FLYER“, „ZEITUNG“, „GOOGLE“, und legen Sie ihn als Rabattart in der Kasse an oder tragen Sie Einlösungen auf einer Strichliste ein. Fragen Sie bei jeder Einlösung „Waren Sie schon einmal bei uns?“ und zählen Sie nur Erstbesuche; so vermeiden Sie, dass Bestandskunden oder dieselbe Person mehrfach als Neukunde zählen. Auf der Website zeigen Sie den Google-Code auf der Seite, die die Anzeige aufruft. Ergänzen Sie die Frage „Wie haben Sie von uns erfahren?“ für Kunden ohne Code. Wie Rabatte beworben werden dürfen, steht in Preisermäßigung bewerben: PAngV und 30-Tage-Regel; Ideen für Bon-Aktionen in Coupons und Kassenbon-Werbung.
Setzen Sie auf der Website zusätzlich Messwerkzeuge ein, die Informationen im Endgerät speichern, beachten Sie die Hinweise im Artikel Website für Lokal und Laden für Deutschland.
Schritt 3: Kosten je Neukunde rechnen
Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen für ein Café; alle Werte ersetzen Sie durch Ihre eigenen. Annahme: Der Rabatt des Codes ist nicht in den Kosten enthalten.
| Kanal | Gesamtkosten | Zugeordnete Neukunden | Kosten je Neukunde |
|---|---|---|---|
| Google-Anzeigen (Werbebudget 300 Euro, 40 Klicks auf Anrufen oder Route) | 300 Euro | 12 mit Code oder Antwort „Google“ | 300 ÷ 12 = 25 Euro |
| Flyer (Druck 180 Euro, Verteilung 120 Euro) | 300 Euro | 15 eingelöste Flyer | 300 ÷ 15 = 20 Euro |
| Lokalzeitung (eine Anzeige) | 450 Euro | 9 eingelöste Codes | 450 ÷ 9 = 50 Euro |
Nehmen Sie an, ein Neukunde bringt beim ersten Besuch 18 Euro zum Ergebnis bei. Dann reicht ein Besuch nicht: Bei 25 Euro je Neukunde braucht es 25 ÷ 18 = 1,4, also zwei Besuche, bei 20 Euro ebenfalls zwei (20 ÷ 18 = 1,1) und bei 50 Euro drei (50 ÷ 18 = 2,8). Ob Neukunden wiederkommen, sehen Sie nur, wenn Sie Code-Kunden einer Person zuordnen können, zum Beispiel über eine Kundenkarte oder eine Reservierung: Zählen Sie dann nach 60 Tagen, wie viele erneut gekauft haben. Treueprogramme dafür: Treueprogramm aufbauen.
Schritt 4: Testen, auswerten, Budget verschieben
Laufzeit: Für Google-Kampagnen mit Zielvorhaben für Ladengeschäfte empfiehlt die Hilfe mindestens 30 Tage; bei Flyern und Anzeigen legen Sie vorab fest, bis wann Einlösungen zählen. Ändern Sie während des Tests nichts am Angebot, sonst lässt sich die Wirkung nicht zuordnen. Verschieben Sie danach Budget vom Kanal mit den höchsten Kosten je Neukunden zu dem mit den niedrigsten, und wiederholen Sie den Test in einem anderen Monat.
So prüfen Sie das Ergebnis
Vergleichen Sie den Gesamtumsatz der Testwochen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres oder den Wochen davor. Steigt der Umsatz stärker, als die Code-Einlösungen erklären, kann es sein, dass Kunden den Code nicht genannt haben; bleibt er gleich, kann es sein, dass die Einlösungen Kunden betreffen, die ohnehin gekommen wären. Beides sind mögliche Erklärungen, keine Belege.
Wenn etwas nicht klappt
| Symptom | Ursache | Behebung |
|---|---|---|
| Viele Klicks, kaum Einlösungen | Google zählt Klicks, keine Besuche | Code auf der Zielseite nennen, Frage an der Kasse stellen |
| Kosten je Neukunde schwanken stark | zu wenige Einlösungen für eine Aussage | Test verlängern oder Kanal erneut testen |
| Code taucht in der Kasse nicht auf | Rabattart nicht angelegt, Team kennt Code nicht | Schulung vor dem Start, Strichliste als Rückfall |
| Gleiche Gäste zählen mehrfach | Code gilt für alle Besuche | Code nur beim Erstbesuch und einmal je Person gelten lassen |
Wann Sie Hilfe holen sollten
Holen Sie eine Beratung, wenn Sie ein Budget einsetzen, dessen Verlust Ihnen weh täte, oder wenn Sie auf der Website Messwerkzeuge einbinden wollen. Für die Einrichtung von Google-Kampagnen nutzen Sie die Google Ads-Hilfe.