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Kartenzahlung ohne Terminal: Payment-Link, QR-Code und Co.

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Ohne Kartenterminal nehmen Sie Karten über einen Zahlungslink, über ein virtuelles Terminal oder mit dem Smartphone als Terminal an; als Alternative zur Karte kommt die QR-Überweisung in Betracht. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob die Kundschaft vor Ort ist, wie viele Zahlungen anfallen und welche Kosten Ihr Anbieter berechnet. Rechnen Sie die Kosten für Ihr Volumen durch und fragen Sie Ihren Acquirer nach dem passenden PCI-Fragebogen.

Das Wichtigste

  • Zahlungslink: Die Kundschaft gibt die Kartendaten auf der Seite des Zahlungsdienstleisters ein, nicht bei Ihnen.
  • Virtuelles Terminal: Sie tippen die Kartendaten selbst in eine Weboberfläche des Anbieters; das ist eine eigene Art der Annahme mit eigenen PCI-Bedingungen.
  • Der PCI-Fragebogen SAQ A gilt nach den Kriterien der Version 4.0 nicht für Zahlungen vor Ort (Face-to-Face); er betrifft Fernzahlungen, die vollständig ausgelagert sind.
  • Ob sich ein Terminal gegenüber einem Zahlungslink rechnet, entscheidet der Monatsumsatz; die Beispielrechnung im Artikel nutzt erfundene Preise.

Ein klassisches Kartenterminal braucht Hardware, einen Vertrag und eine Anbindung. Für gelegentliche Zahlungen, Zahlungen aus der Ferne oder einen Markttag stellt sich die Frage, ob es einfacher geht. Dieser Artikel ordnet die Alternativen nach dem, was Sie dafür brauchen und wie die Kartendaten erfasst werden.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Die Varianten unterscheiden sich vor allem darin, wer die Kartendaten erfasst und ob die Kundschaft vor Ort ist.

Variante So läuft die Zahlung Kartendaten erfasst durch Ihr Aufwand
Zahlungslink Sie schicken einen Link per E-Mail, Messenger oder als QR-Code; die Kundschaft zahlt auf der Seite des Zahlungsdienstleisters die Kundschaft, auf der Seite des Dienstleisters Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister, Link je Zahlung erzeugen
Virtuelles Terminal Sie tippen Betrag und Kartendaten in eine Weboberfläche Sie, per Tastatur Vertrag, abgesichertes Gerät, Daten vom Kunden erfragen
Smartphone als Terminal Das Smartphone liest die Karte kontaktlos das Smartphone mit der App des Anbieters App und unterstützendes Gerät; siehe Tap to Pay
QR-Überweisung Die Kundschaft scannt einen QR-Code und löst in ihrer Banking-App eine Überweisung aus niemand, es fließen keine Kartendaten Anbieter oder Bank, die den QR-Code erzeugt; siehe QR-Code-Zahlung im Laden
Klassisches Terminal Die Karte wird gesteckt oder kontaktlos gelesen das zertifizierte Terminal Kauf oder Miete, siehe Terminal kaufen oder mieten

Bei einem Zahlungslink liest kein Gerät die Karte; die Kundschaft gibt die Daten online ein.

Was verlangt der PCI-Standard?

Der PCI DSS ist ein Sicherheitsstandard der Zahlungsbranche. Ob und wie Sie die Einhaltung nachweisen, legen Acquirer und Zahlungsmarken fest; der Standard selbst nennt sie als die Stellen, die Nachweise verlangen. Fragen Sie Ihren Acquirer, welchen Fragebogen er von Ihnen erwartet.

Der PCI SSC beschreibt zwei Fragebogen, die für die Varianten ohne Terminal passen können. Die folgende Darstellung stützt sich auf die Kriterien der Version 4.0 (April 2022); diese Version war bis 31. Dezember 2024 in Betrieb, und der PCI SSC hat die Zulassungskriterien in Version 4.0.1 präzisiert. Welche Fassung und welcher Fragebogen für Sie gelten, nennt Ihr Acquirer.

  • SAQ A (Version 4.0, April 2022) gilt für Händler, die nur Fernzahlungen (E-Commerce oder Mail/Telephone-Order) annehmen, alle Verarbeitung von Kartendaten an einen PCI-konformen Dienstleister auslagern und keine Kartendaten elektronisch bei sich speichern, verarbeiten oder übertragen. Er gilt nicht für Zahlungen vor Ort (Face-to-Face). Als Beispiel für eine vollständige Auslagerung der Zahlung nennt der PCI SSC eine E-Mail mit einem Link auf die Seite des Dienstleisters (Stand 28. Februar 2025); ob SAQ A der richtige Fragebogen ist, bestätigt Ihr Acquirer.
  • SAQ C-VT (Version 4.0, April 2022) gilt für Händler, die jede Zahlung einzeln per Tastatur in ein Internet-Terminal eines PCI-konformen Dienstleisters eingeben, und zwar von einem isolierten Gerät an einem Ort, ohne Software zur Speicherung von Kartendaten und ohne angeschlossenen Kartenleser. Er gilt nicht für E-Commerce.

Ein Smartphone als Terminal und ein klassisches Terminal lesen die Karte vor Ort. Für sie kommt weder SAQ A noch SAQ C-VT in Betracht; welcher Nachweis gilt, nennt Ihr Acquirer.

Welche Variante passt zu welcher Situation?

Die Zuordnung ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Marktaussage. Prüfen Sie sie gegen Ihr Angebot.

Situation Naheliegende Variante Was für sie spricht Was Sie den Anbieter fragen
Rechnung oder Anzahlung, Kundschaft nicht vor Ort Zahlungslink Die Kundschaft gibt die Daten selbst ein; Sie müssen keine Kartendaten aufnehmen Entgelt je Link, Ablaufdauer des Links, Auszahlungstermin
Telefonische Bestellung Zahlungslink oder virtuelles Terminal Beim Link entfällt das Diktieren von Kartendaten am Telefon Unterstützt der Vertrag beides? Gelten für das virtuelle Terminal höhere Entgelte?
Markttag oder Pop-up mit wenigen Zahlungen Smartphone als Terminal oder QR-Überweisung Keine zusätzliche Hardware Mindestumsatz, Monatsgebühr, Geräteliste
Laufende Kundschaft vor Ort, hohes Volumen Klassisches Terminal Die Karte wird am Gerät gelesen, Sie tippen keine Kartendaten ab Kauf, Miete, Service, Austausch
Kundschaft ohne Karte, aber mit Banking-App QR-Überweisung Es fließen keine Kartendaten; ein Anbieter kann den Eingang melden Entgelt je Zahlung, Bestätigung des Zahlungseingangs

Wie rechnen Sie die Kosten durch?

Fragen Sie jeden Anbieter nach denselben Kostenarten: Gerät (Kauf oder Miete), Grundgebühr im Monat, Entgelt je Zahlung in Prozent und als Festbetrag, Zusatzentgelt für Fernzahlungen und Auszahlungsgebühr. Entscheidend ist der Unterschied zwischen fixen und laufenden Kosten, weil er den Umsatz bestimmt, ab dem sich ein Terminal lohnt.

Der Umsatz, ab dem ein Terminal günstiger wird, folgt aus dieser Formel: monatlicher Fixkostenunterschied geteilt durch den Unterschied der Entgelte je Zahlung in Prozent des Umsatzes.

Beispielrechnung mit erfundenen Preisen, keine Marktpreise: Ein Terminal koste 20,00 Euro im Monat Miete plus 1,0 Prozent des Umsatzes. Ein Zahlungslink koste keine Miete, aber 1,5 Prozent des Umsatzes.

Position Rechnung Ergebnis
Fixkostenunterschied 20,00 − 0,00 20,00 Euro im Monat
Unterschied der Entgelte 1,5 % − 1,0 % 0,5 Prozentpunkte
Umsatz, ab dem das Terminal günstiger ist 20,00 ÷ 0,005 4.000,00 Euro im Monat
Probe bei 4.000,00 Euro Terminal: 20,00 + 40,00; Link: 60,00 beide 60,00 Euro

Bei weniger als 4.000,00 Euro Kartenumsatz im Monat wäre in dieser Annahme der Zahlungslink günstiger, darüber das Terminal. Setzen Sie Ihre eigenen Angebotspreise ein. Wie sich ein Händlerentgelt zusammensetzt, steht in Zusammensetzung der Kartenzahlungsgebühren; Tarifformen vergleichen Sie mit Tarifmodelle für Kartenzahlung.

Typische Fehler

  • Sie verwechseln QR-Überweisung und Kartenzahlung per QR-Link. Die eine löst eine Überweisung aus, die andere eine Kartenzahlung auf einer Seite des Dienstleisters; Entgelte und Zahlungseingang unterscheiden sich.
  • Sie nehmen Kartendaten per E-Mail oder Messenger auf. Dann liegen Kartendaten elektronisch bei Ihnen, was die Voraussetzungen von SAQ A und SAQ C-VT berührt, die beide keine elektronisch gespeicherten Kartendaten zulassen.
  • Sie vergleichen nur das Entgelt je Zahlung. Gerät, Grundgebühr und Zusatzentgelte für Fernzahlungen verändern das Ergebnis, wie die Beispielrechnung zeigt.
  • Sie planen den Zahlungseingang nicht ein. Fragen Sie nach Auszahlungsrhythmus und Rückbuchungsregeln.

So gehen Sie vor

  1. Legen Sie fest, wie viele Karten- und Fernzahlungen Sie im Monat erwarten und wo die Kundschaft ist.
  2. Wählen Sie mit der Tabelle zwei Varianten aus und holen Sie Angebote mit den fünf Kostenarten ein.
  3. Rechnen Sie den Umsatz aus, ab dem sich das Terminal lohnt, mit den Angebotspreisen.
  4. Fragen Sie Ihren Acquirer, welcher PCI-Fragebogen für Ihre Variante gilt.
  5. Wählen Sie den Anbieter nach den Kriterien in Zahlungsdienstleister auswählen und führen Sie die Annahme nach Kartenzahlung einführen ein.

Häufige Fragen

Kann ich Kartendaten am Telefon aufnehmen und selbst eintippen?

Dazu gibt es das virtuelle Terminal. Der PCI-Fragebogen SAQ C-VT (Version 4.0) nennt dafür Bedingungen: ein vom Anbieter gehostetes virtuelles Terminal, ein isoliertes Gerät an einem Ort, keine Software, die Kartendaten speichert, und kein angeschlossener Kartenleser. Klären Sie mit Ihrem Acquirer, ob Sie diese Bedingungen erfüllen.

Brauche ich für einen Zahlungslink eine eigene Website?

Nicht zwingend. Der PCI SSC nennt als Beispiel für ausgelagerte Zahlung eine E-Mail mit einem Link auf die Seite des Zahlungsdienstleisters. Ob Ihr Anbieter Links ohne Website anbietet, steht in seinem Leistungsumfang.

Nimmt ein QR-Code Kartenzahlungen an?

Ein QR-Code kann auf eine Zahlungsseite für Karten führen oder eine Überweisung vorbefüllen. Das sind zwei verschiedene Verfahren mit eigenen Kosten; welches Ihr Anbieter meint, klären Sie vor der Bestellung.

Quellen

  1. PCI DSS v4.0, Self-Assessment Questionnaire A and Attestation of Compliance (Publication Date: April 2022)PCI Security Standards Council · abgerufen am
  2. PCI DSS v4.0, Self-Assessment Questionnaire C-VT and Attestation of Compliance (Publication Date: April 2022)PCI Security Standards Council · abgerufen am
  3. FAQ Clarifies New SAQ A Eligibility Criteria for E-Commerce Merchants (28. Februar 2025)PCI Security Standards Council · abgerufen am
  4. Standardisation of QR-codes for Mobile Initiated SEPA (Instant) Credit Transfers, EPC024-22 Version 2.0 (10. Januar 2023)European Payments Council · abgerufen am