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Kasse für mobile Friseure und Kosmetikerinnen

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Wer als Friseur oder Kosmetikerin zu den Kunden fährt, wählt Kasse und Zahlungsart nach vier Fragen: Wie kommt der Beleg zum Kunden, wie wird bezahlt, was passiert ohne Netz und wo liegen die Daten. Die Tabelle unten ordnet fünf Wege diesen Fragen zu. Welche gesetzlichen Pflichten Ihre Kasse in Ihrem Land erfüllen muss, steht in den verlinkten Rechtsartikeln.

Das Wichtigste

  • Fünf Wege stehen zur Wahl: Kassen-App mit Kartenleser, App mit mobilem Bondrucker, Zahlungslink oder QR-Code, Rechnung mit Überweisung und Barzahlung vor Ort.
  • Prüfen Sie jeden Weg vor dem Kauf an einem Testtermin mit Akku, Netzabbruch und einer Zahlung im Treppenhaus.
  • Ob Ihre Kasse gesetzliche Vorgaben erfüllen muss und welche, hängt vom Land und von der Art der Kasse ab; dieser Artikel nennt keine Pflicht selbst.
  • Wer Kundendaten unterwegs auf dem Smartphone führt, sollte vorab klären, wer das Gerät sperren und löschen kann.

Ohne Salon fehlt das, was eine feste Kasse mitbringt: Strom, Netz, ein Platz für Drucker und Terminal. Die Kasse muss deshalb in einer Tasche mitfahren und auch im Treppenhaus funktionieren. Die allgemeinen Kriterien für den Salon stehen in Kasse für den Friseursalon und Kasse für Kosmetikstudio und Nagelstudio; hier geht es um die Unterschiede, wenn der Salon entfällt.

Worum es bei der Auswahl geht

Gewählt wird zwischen fünf Wegen, die sich kombinieren lassen. Entscheidend sind vier Fragen: Wie bekommt der Kunde einen Beleg, wie bezahlt er, was geht ohne Netz, und wo liegen Kundendaten und Umsätze. Eine Wertung nach Preis oder Anbieter gibt dieser Artikel nicht; Anbieter stellt kassenvergleicher.de vor.

Die fünf Wege im Überblick

Die Tabelle zeigt, was jeder Weg verlangt und was Sie vor dem Kauf prüfen. Sie ist eine redaktionelle Auswahlhilfe, keine Rechtsauskunft.

Weg Was Sie mitführen Was Sie testen Frage an den Anbieter
Kassen-App mit Kartenleser Smartphone oder Tablet, Kartenleser, Ladekabel Leistung und Ware in einen Beleg buchen, Karte und kontaktlos zahlen lassen Läuft die App ohne Netz weiter, und was wird dann gespeichert? Siehe Kassen-App
App mit mobilem Bondrucker zusätzlich Drucker mit Papier Drucker koppeln, Beleg im Stehen drucken, Papierwechsel mit einer Hand Wie lange hält der Drucker-Akku, und welches Papier braucht er? Siehe Mobiler Bondrucker
Zahlungslink oder QR-Code Smartphone, Kunde zahlt mit dem eigenen Gerät Link nach der Behandlung senden, Zahlungseingang prüfen, Abgleich mit dem Termin Wie ordnet das System die Zahlung dem Beleg zu? Zur Verbuchung mobiler Zahlungen in der Schweiz siehe TWINT-Zahlungen verbuchen
Rechnung mit Überweisung Rechnungsvorlage oder Rechnungsfunktion der Kasse Rechnung vor Ort erstellen und versenden, offene Posten nachhalten Wie meldet die Kasse offene Rechnungen, und wo steht der Zahlungseingang?
Barzahlung vor Ort Wechselgeld, Kassenbehälter Wechselgeld vor der Tour zählen, Betrag und Beleg nach dem Termin abgleichen Wie bucht die Kasse einen Bargeldeingang unterwegs? Pflichten dazu stehen in den Rechtsartikeln unten

Ob ein Beleg digital ausgegeben werden darf und unter welchen Bedingungen, regelt das Recht Ihres Landes. Klären Sie das im Rechtsartikel Ihres Landes, bevor Sie den Weg wählen.

Vier Fragen, die jeder Weg beantworten muss

  1. Beleg: Kommt der Beleg gedruckt, per E-Mail oder gar nicht beim Kunden an, und stimmt das mit den Vorgaben Ihres Landes überein?
  2. Zahlung: Welche Zahlungsarten bietet der Weg, und wer trägt das Risiko, wenn die Zahlung nach dem Termin ausbleibt?
  3. Ausfall: Was läuft bei leerem Akku, ohne Netz oder bei einem defekten Kartenleser noch?
  4. Daten: Wer sieht Kundendaten und Umsätze, und was passiert bei Verlust des Geräts?

Beispielrechnung: Akku für einen Tourtag

Alle Zahlen sind erfunden; ersetzen Sie sie durch Ihre eigenen Messwerte. Angenommen, Sie fahren zu 6 Kunden. Gerät und Kartenleser sind 10 Stunden im Einsatz, der Kartenleser hat einen Akku für 8 Stunden.

Größe Wert Folge
Einsatzzeit pro Tag 10 Stunden Annahme
Akkulaufzeit Kartenleser 8 Stunden Annahme
Fehlende Zeit 2 Stunden 10 − 8

In diesem Beispiel braucht der Kartenleser unterwegs mindestens eine Zwischenladung, oder Sie planen eine Powerbank ein. Messen Sie die Laufzeit an einem echten Tag, nicht nach der Herstellerangabe.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

  • Einmalig: Smartphone oder Tablet, Kartenleser, gegebenenfalls Bondrucker, Hülle, Powerbank.
  • Laufend: Lizenz der Kassen-App, Mobilfunkvertrag, Support.
  • Pro Zahlung: Entgelte der Kartenzahlung oder des Zahlungslinks; Näheres in Kartenzahlungsgebühren.

Warnsignale in Angebot und Vertrag

  • Der Weg funktioniert nur mit Netz, und das Angebot sagt nicht, was ohne Netz passiert.
  • Der Beleg lässt sich nur am Salonstandort drucken oder senden.
  • Das Gerät lässt sich bei Verlust nicht aus der Ferne sperren.
  • Der Zahlungseingang erscheint nicht im selben Bericht wie der Beleg.
  • Kein Nachweis der gesetzlichen Anforderungen Ihres Landes.

Welche Kriterien für welchen Betrieb

Betrieb Was am meisten zählt
Friseurin mit festen Stammkunden und Terminen Termin im Beleg, Zahlungslink, Rechnung als Rückfall
Kosmetikerin mit Gerät im Auto Strom, Platz für den Drucker, Belege im Stehen
Hochzeits- oder Eventservice mit mehreren Personen Zuordnung je Mitarbeiter, ein Kartenleser je Person
Betrieb im Funkloch (zum Beispiel Keller oder ländlich) Offlinefähigkeit, Barzahlung als Rückfall

Rechtliche Pflichten: wohin Sie schauen

Dieser Artikel nennt keine Pflicht selbst. Die Anforderungen an Ihre Kasse hängen vom Land und von der Art der Kasse ab. Lesen Sie den Artikel Ihres Landes und verlangen Sie den Nachweis vom Anbieter.

Land Rechtsartikel
Deutschland TSE-Pflicht und Offene Ladenkasse
Österreich Registrierkasse: Anforderungen der RKSV
Schweiz Kassenpflicht und Buchführung in der Schweiz

So vergleichen Sie in fünf Schritten

  1. Entscheiden Sie, welche zwei Wege Sie testen: einen Hauptweg und einen Rückfall ohne Netz.
  2. Planen Sie einen Testtermin mit echtem Gerät, echtem Kunden und bewusst abgeschaltetem Netz.
  3. Messen Sie Akku und Zeit je Beleg und rechnen Sie nach dem Muster oben.
  4. Fragen Sie schriftlich nach Fernsperre des Geräts und Umgang mit Kundendaten, siehe Kundenkartei im Salon und Datenschutz.
  5. Fordern Sie die Nachweise für Ihr Land an und lesen Sie den Rechtsartikel.

Häufige Fragen

Reicht das Smartphone als Kasse, wenn ich nur wenige Kunden pro Tag besuche?

Das hängt davon ab, was Sie damit aufzeichnen und ausgeben wollen. Prüfen Sie im Test, ob Leistung und Ware in einem Beleg stehen, ob die Auswertung die Mitarbeiter trennt und ob der Beleg beim Kunden ankommt. Die Pflichten Ihres Landes stehen in den Rechtsartikeln.

Was tun, wenn beim Kunden kein Netz ist?

Legen Sie vorher fest, welcher Weg ohne Netz noch läuft: Kassen-App im Offlinebetrieb, Zahlung später per Link oder Rechnung. Testen Sie diesen Weg einmal bewusst im Flugmodus. Näheres zu Kassen ohne Internet steht in einem eigenen Artikel.