Kasse für Foodtruck und mobile Gastronomie
Kurz gesagt
Für einen Foodtruck zählen drei Eigenschaften mehr als der Funktionsumfang: Die Kasse muss ohne Netz weiter bonieren, mit begrenztem Strom einen Schichttag durchhalten und auf wenig Platz funktionieren. Welche Bauform passt, zeigt die Entscheidungstabelle; welche Pflichten für Ihre mobile Kasse gelten, steht in den Länderartikeln zu TSE und RKSV.
Das Wichtigste
- Offline-Betrieb: Verkauf, Bon und Speicherung der Buchungen müssen ohne Internet weiterlaufen.
- Der Stromverbrauch aller Geräte, nicht nur der Kasse, bestimmt Akku oder Aggregat.
- Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Verbindung und welchen Mobilfunknetzbetreiber Terminal und Kasse nutzen und was beim Ausfall dieser Verbindung weiterläuft.
- Beispielrechnung unten: rund 360 Wattstunden für acht Stunden Betrieb bei angenommenen 45 Watt.
Ein Foodtruck steht heute am Markt, morgen auf einem Firmengelände und übermorgen auf einem Festival mit überlastetem Mobilfunk. Die Kasse sitzt in einem Fenster von wenigen Quadratmetern, der Strom kommt aus Batterie oder Generator, und die Schlange wartet draußen. Der Überblick zur Gastronomiekasse gilt weiter; dieser Artikel behandelt, was sich durch die Mobilität ändert. Bauformen im Allgemeinen: Einsatzbereiche mobiler Kassen.
Worum es bei der Auswahl geht
Gewählt wird nicht ein Funktionsumfang, sondern ein Aufbau aus Kasse, Drucker, Terminal und Stromversorgung, der an jedem Standort gleich funktioniert. Zwei Fragen vorab: Wie oft fehlt am Standort das Netz? Und wie viel Strom steht zur Verfügung, ohne dass der Antrieb des Fahrzeugs oder ein Generator laufen muss?
Entscheidungstabelle: Aufbau, Strom, Netz
Die Zeilen beschreiben Bauformen, keine Produkte. Die Angaben zu Strom und Netz sind Planungsannahmen, die Sie mit den Daten Ihrer Geräte ersetzen.
| Aufbau | Strombedarf | Netz | Verhalten ohne Netz | Platz | Passt, wenn |
|---|---|---|---|---|---|
| Tablet-Kasse mit mobilem Bondrucker und Terminal mit eigener SIM | gering, ein Tablet und ein Drucker mit Akku | Tablet über Hotspot oder WLAN, Terminal über eigene Mobilfunkverbindung | Hängt von der Software ab: Verkauf offline möglich oder nicht | klein | Sie wechseln oft den Standort und kommen mit einem Akku-Aufbau durch den Tag |
| Smartphone-App mit mobilem Terminal | sehr gering | Mobilfunk des Telefons | Hängt von der App ab | sehr klein | Umsatz und Bestellmenge sind gering; siehe Kassen-App |
| Kompaktkasse mit Display, Drucker und Akku in einem Gehäuse | mittel, Akku für einen Schichttag oder Ladung am Standort | meist SIM oder WLAN | Hängt von der Software ab; Offline-Bonausgabe im Test prüfen | mittel | Sie wollen wenig Kabel und eine feste Bedienfläche |
| Stationäre Kasse mit Router und Küchendrucker | hoch, Dauerstrom aus Aggregat oder Stromanschluss | Router mit SIM oder fester Anschluss | Verkauf nur offline, wenn die Software es kann | groß | Der Truck hat einen festen Stellplatz mit Stromanschluss und zwei Bediener |
| Zweite Kasse als Ersatz | wie oben | wie oben | Rückfall bei Defekt | zusätzlicher Platz | Nur bei hohem Umsatz je Tag und wenn ein Ausfall nicht hinnehmbar ist |
Zum Offline-Betrieb: Prüfen Sie, ob die Software den Verkauf, den Bon und die Zahlung ohne Netz erlaubt und ob die Buchungen später vollständig übertragen werden; siehe Kasse ohne Internet und Internet-Ausfall an der Kasse.
Beispielrechnung: Wie viel Strom für einen Tag?
Angenommene Durchschnittswerte, ersetzen Sie sie durch die Angaben Ihrer Geräte: Tablet 12 Watt, mobiler Bondrucker 20 Watt im Mittel, Terminal 3 Watt, Router 10 Watt, zusammen 45 Watt. Bei acht Stunden sind das 360 Wattstunden (45 × 8). Mit 30 Prozent Reserve rechnen Sie rund 470 Wattstunden (360 × 1,3). Eine Stromstation sollte demnach mindestens so viel nutzbare Kapazität haben; die nutzbare ist wegen Wandlungsverlusten kleiner als die angegebene, fragen Sie danach. Siehe auch Notstrom und USV und Dauerbetrieb eines Tablets.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
- Einmalig: Kasse, mobiler Bondrucker (Auswahl), mobiles Terminal (mobil oder stationär), Stromstation, Halterung, Router mit SIM.
- Laufend: Software-Lizenz, Mobilfunktarif für Router und Terminal, Wartung.
- Pro Zahlung: Gebühren der Kartenzahlung (zur Wirkung bei kleinen Bons siehe Café und Bistro); siehe Gebührenzusammensetzung.
- Einmalig oder je Standort: Platz und Befestigung im Fahrzeug, Stromanschluss an Veranstaltungsorten (Kosten und Bedingungen des Veranstalters erfragen).
Warnsignale in Angebot und Vertrag
- Software, die ohne Netz nicht startet oder nicht bonieren lässt.
- Nur ein Zahlungsdienst, der ohne Mobilfunk des Geräts nicht funktioniert und keine zweite Verbindung erlaubt.
- Drucker nur mit Netzteil, ohne Akku.
- Keine Angaben zu Betriebstemperatur und Displayhelligkeit, obwohl das Gerät in der Sonne arbeitet.
- Keine Auskunft, wie Buchungen nach einem Ausfall nachträglich übertragen werden.
Welche Kriterien für welchen Betrieb
| Betrieb | Was am meisten zählt |
|---|---|
| Wechselnde Standorte, ein Bediener | geringer Strombedarf, Offline-Betrieb, kleine Kasse |
| Fester Stellplatz mit Strom, zwei Bediener | Küchenweitergabe, stationäre Kasse mit Router |
| Festivals mit überlastetem Mobilfunk | Verbindung und Mobilfunknetzbetreiber von Terminal und Kasse prüfen, Bargeld als Rückfall |
| Saison- und Weihnachtsmarkt | Wetterfestigkeit; siehe Weihnachtsmarkt und Saisonstand |
So vergleichen Sie in fünf Schritten
- Notieren Sie Ihre Standorte und tragen Sie ein, wo Strom und Netz sicher sind und wo nicht.
- Rechnen Sie den Strombedarf aller Geräte nach dem Muster oben mit Ihren Werten.
- Testen Sie die Kasse mit abgeschaltetem Netz: Verkauf, Bon, Tagesabschluss.
- Testen Sie das Terminal ohne Verbindung und mit schwachem Signal und notieren Sie das Verhalten.
- Klären Sie die Pflichten für Ihre Kasse in TSE-Pflicht (DE) oder RKSV-Anforderungen (AT) und fragen Sie, wie die Kasse sie ohne Netz erfüllt; zum Ausfall siehe TSE-Ausfall.