Mobile Kasse: Einsatzbereiche, Technik und Grenzen
Kurz gesagt
Eine mobile Kasse passt, wenn verkauft wird, wo kein fester Kassenplatz steht: am Marktstand, am Tisch, im Foodtruck, beim Kunden oder auf einer Veranstaltung. Technisch entscheiden Stromversorgung für die ganze Einsatzzeit, Verbindung am Einsatzort, Beleg und Kartenzahlung unterwegs sowie Wetterfestigkeit. Ob und welche Sicherheitseinrichtung Ihr Land für Ihre Kasse verlangt, klären Sie vor dem Kauf.
Das Wichtigste
- Eine mobile Kasse braucht Strom für die gesamte Einsatzzeit: Leistung in Watt mal Stunden ergibt den Energiebedarf in Wattstunden.
- Bluetooth Classic dient laut Bluetooth SIG auch dem mobilen Drucken; Bluetooth und WLAN nach IEEE 802.11g nutzen das 2,4-GHz-Band.
- Apple gibt 0 bis 35 Grad Celsius als Umgebungstemperatur an, bei der iPad und iPhone am besten arbeiten; für andere Geräte gilt das Datenblatt.
- Ob und welche Sicherheitseinrichtung für die Kasse gilt, hängt von Land, Kassenart und Einsatz ab und steht in den Rechtsartikeln dieser Seite.
Eine mobile Kasse ist ein Kassensystem auf einem Gerät, das Sie zum Kunden oder durch den Betrieb tragen: Tablet, Smartphone oder Handgerät, gegebenenfalls mit mobilem Drucker und Kartenterminal. Dieser Artikel ordnet die Einsatzbereiche und nennt, was die Technik je Bereich mindestens können muss. Er trifft keine Aussage zu steuerlichen Pflichten; dazu verweist er auf die Rechtsartikel.
Worauf es bei einer mobilen Kasse ankommt
Vier Punkte unterscheiden die mobile von der festen Kasse. Strom: Am Platz ist möglicherweise keine Steckdose. Verbindung: Sie kann vom Einsatzort statt vom Betriebsnetz abhängen. Peripherie: Drucker und Terminal können Funkgeräte sein, die Sie gleichzeitig koppeln. Umgebung: Sonne, Regen und Stöße können das Gerät direkt treffen. Daneben bleibt die Frage, ob und welche Sicherheitseinrichtung für Ihre Kassenart in Ihrem Land gilt; sie hängt von den Regeln des Landes ab und kann auch vom Einsatz abhängen (siehe Kassen-App: Wann Smartphone oder Tablet als Kasse reicht).
Entscheidungstabelle nach Einsatzbereich
Die Spalte „Mindestanforderung“ ist eine redaktionelle Einschätzung als Prüfziel, keine Norm. Fragen Sie den Anbieter, ob sein Angebot jede Zeile erfüllt.
| Einsatzbereich | Typisches Merkmal | Mindestanforderung (redaktionell) | Weiterführend |
|---|---|---|---|
| Marktstand, Hofverkauf im Freien | Kein Stromanschluss, wechselndes Netz | Akku oder Powerbank für den ganzen Markttag, Offline-Verhalten geklärt, Wetterschutz für Tablet und Drucker | Kasse für Wochenmarkt und Marktstand |
| Foodtruck, Imbisswagen | Strom über Aggregat oder Batterie des Wagens, Hitze und Fett im Wagen | Eigene Stromreserve, Gerät fern von Wärmequellen, Drucker für Küchenbon | Kasse für Foodtruck |
| Tischservice im Restaurant | Bestellung und Zahlung am Tisch | WLAN im ganzen Gastraum, Handgeräte pro Servicebereich, Akku für die Schicht | Handheld-Bestellung |
| Außengastronomie | Wetter, Entfernung zum Router | Reichweite des Netzes bis zur letzten Tischreihe, Schutz vor Sonne und Regen | Kasse für Biergarten |
| Dienstleistung beim Kunden | Ein Mensch, ein Gerät, wechselnde Orte | Mobile Daten oder Offline-Betrieb, Beleg per Bluetooth-Drucker oder in der Form, die Ihr Kassenanbieter anbietet | Kasse für mobile Friseure |
| Veranstaltung, Saisonstand | Spitzen mit vielen Kunden in kurzer Zeit | Mehr als ein Gerät, Akku für die gesamte Öffnungszeit, Ersatzgerät | Kasse für Weihnachtsmarkt und Saisonstand |
Technik im Einzelnen
Strom. Ermitteln Sie den Bedarf aus den Datenblättern. Beispielrechnung mit erfundenen Werten: Nimmt das Tablet im Betrieb 8 Watt auf und der Drucker im Mittel 4 Watt, sind das 12 Watt. Bei 10 Stunden Einsatz ergibt das 12 W × 10 h = 120 Wattstunden. Planen Sie eine Reserve ein, weil reale Werte vom Datenblatt abweichen.
Verbindung. Bluetooth Classic dient laut Bluetooth SIG auch dem mobilen Drucken. Bluetooth und WLAN nach IEEE 802.11g arbeiten beide im 2,4-GHz-Band (WLAN kennt weitere Bänder); koppeln Sie mehrere Funkgeräte deshalb erst im Probebetrieb am Einsatzort. Was die Kasse ohne Netz leistet, behandelt Kasse ohne Internet: Offlinefähigkeit prüfen.
Kartenzahlung. Ein mobiles Terminal hat eigene Verbindung und eigenen Akku; ob eines reicht, behandelt Mobiles oder stationäres Kartenterminal.
Umgebung. Apple gibt 0 bis 35 Grad Celsius als Umgebungstemperatur an, bei der iPad und iPhone am besten arbeiten. Für andere Geräte steht der Bereich im Datenblatt. Draußen prüfen Sie Sonne und Kälte; siehe auch Kassenhardware im Freien.
Grenzen der mobilen Kasse
Eine mobile Kasse stößt an Grenzen, wenn das Gerät keinen sicheren Stand hat oder wenn Zubehör wie Waage oder Kassenlade am Platz angeschlossen sein muss; prüfen Sie, ob der Anbieter es für das mobile Gerät freigibt. Außerdem gilt: Eine mobile Kasse ist nicht automatisch eine Kassen-App; die Begriffe bezeichnen Bauform und Software, nicht die rechtliche Einordnung.
Typische Fehler
- Akku nur für die Hälfte der Zeit. Ursache: Der Bedarf wurde nicht aus dem Datenblatt gerechnet. Folge: Die Kasse fällt in der Spitze aus.
- Offline-Verhalten nicht getestet. Ursache: Am Einsatzort fehlt das Netz. Folge: Kartenzahlung oder Beleg gelingt nicht.
- Drucker und Terminal gleichzeitig am Gerät. Ursache: Die Kopplung wurde nicht im Betrieb geprobt. Folge: Verbindungsabbrüche mitten im Verkauf.
- Sicherheitseinrichtung nicht geklärt. Ursache: Die Frage wurde nicht für Land, Kassenart und Einsatz geprüft. Folge: Die Einordnung fehlt vor dem Kauf, siehe TSE-Pflicht in Deutschland und Registrierkassenpflicht in Österreich.
So gehen Sie vor
- Notieren Sie Ihre Einsatzorte und ordnen Sie sie der Tabelle zu.
- Rechnen Sie den Strombedarf je Einsatz aus den Datenblättern.
- Testen Sie am Einsatzort Netz, Kopplung von Drucker und Terminal sowie den Offline-Betrieb.
- Lassen Sie sich die Sicherheitseinrichtung für Ihr Land und Ihre Kassenart schriftlich nennen.
- Legen Sie ein Ersatzgerät und einen Ablauf für den Ausfall fest.