Zahlungsarten im Handel: Karte, Wallet, Lastschrift, Bargeld
Kurz gesagt
Im Laden gibt es Bargeld, Debit- und Kreditkarten, Wallets auf dem Smartphone, Lastschrift und QR-Verfahren. Sie unterscheiden sich für Händler in Kosten je Zahlung, Zeitpunkt der Gutschrift und Rückbuchungsrisiko. Welche Mischung sich lohnt, hängt von Ihrer Kundschaft, den Beträgen und dem Land ab.
Das Wichtigste
- Deutschland 2025 (Bundesbank): 45 Prozent der Zahlungen bar, 26 Prozent mit Debitkarte, 10 Prozent mobil.
- Schweiz 2025 (SNB): Bei Zahlungen vor Ort ist die Debitkarte das meistgenutzte Zahlungsmittel, gefolgt von Bargeld und Bezahl-Apps.
- Gesamtkosten für Händler in Deutschland (Bundesbank, Studie vom 28.11.2025, Händlerbefragung 2023, einschließlich Zeitaufwand und Geräten): Bargeld im Schnitt 0,43 Euro je Transaktion, girocard 0,8 Prozent des Umsatzes. Nur die Transaktionsgebühren der girocard: 0,2 Prozent des Umsatzes.
- Internationale Debit- und Kreditkarten sind für die befragten deutschen Händler in dieser Studie teurer als Bargeld und girocard (Gesamtkosten 2,1 und 2,4 Prozent des Umsatzes).
- Österreich 2025 (OeNB): Im Geschäft vor Ort entfallen 55 Prozent der Zahlungen und 45 Prozent des Umsatzes auf Bargeld.
Eine Kundin am Tresen kann mit Münzen, Karte, Smartphone, Lastschriftmandat oder per QR-Code zahlen. Für Sie als Händler hat jede Variante einen anderen Preis, einen anderen Zeitpunkt, zu dem das Geld verfügbar ist, und ein anderes Risiko, dass die Zahlung später rückgängig gemacht wird. Der Artikel ordnet die Zahlungsarten nach diesen drei Merkmalen und nennt, was die Notenbanken zur Nutzung veröffentlichen.
Wie viel wird womit bezahlt?
Die Statistiken stammen aus Befragungen von Privatpersonen und zeigen deren Verhalten, nicht das Ihrer eigenen Kundschaft.
| Land | Quelle, Erhebungsjahr | Aussage |
|---|---|---|
| Deutschland | Bundesbank, „Zahlungsverhalten in Deutschland 2025“, veröffentlicht 17. Juni 2026 | Bargeld 45 Prozent der Zahlungen, Debitkarte 26 Prozent, mobile Verfahren 10 Prozent; nach Wert Debitkarte 28 Prozent, Bargeld 23 Prozent |
| Schweiz | SNB, Zahlungsmittelumfrage bei Privatpersonen, Herbst 2025 | Bei Zahlungen vor Ort ist die Debitkarte das meistgenutzte Zahlungsmittel, gefolgt von Bargeld und Bezahl-Apps |
| Österreich | OeNB, Zahlungsmittelumfrage 2025, veröffentlicht 29. April 2026 | Im Geschäft vor Ort (Point of Sale) entfällt Bargeld auf 55 Prozent der Zahlungen und 45 Prozent des Umsatzes (2022: 63 und 48 Prozent) |
Die Bundesbank-Zahlen und die österreichischen Zahlen sind nicht unmittelbar vergleichbar: Die OeNB nennt Werte für den stationären Handel, die Bundesbank-Pressemitteilung für alle erfassten Zahlungen. Die Bundesbank-Zahlen beziehen sich auf alle erfassten Zahlungen, nicht nur auf Käufe im Geschäft; die Studie trennt das in der Pressemitteilung nicht eindeutig. Ein Anteil nach Anzahl sagt wenig über den Umsatz: Kleine Beträge werden häufiger bar bezahlt, große häufiger mit Karte.
Die Zahlungsarten im Überblick
Die Tabelle fasst die Merkmale zusammen. Zahlenangaben stammen aus den genannten Quellen; wo keine Quelle vorliegt, steht eine Frage, die Sie dem Anbieter stellen sollten. Konkrete Preise und Fristen stehen in Ihrem Vertrag. Die Kostenzahlen sind Gesamtkosten der in der Bundesbank-Studie befragten Händler (Erhebung 2023, Einzelhandel, Gastronomie, Friseur- und Kosmetiksalons), einschließlich Zeitaufwand und Geräten, nicht nur Entgelte.
| Zahlungsart | Kosten für Händler | Wann ist das Geld da? | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| Bargeld | Handhabung: Zählen, Wechselgeld, Einzahlung, Transport. Bundesbank (Gesamtkosten): im Schnitt 0,43 Euro je Transaktion bzw. 2,3 Prozent des Umsatzes (Deutschland) | sofort in der Kasse; auf dem Konto erst nach Einzahlung | Falschgeld, Diebstahl, Kassendifferenz |
| Debitkarte (girocard, Bankomatkarte, Debitkarte in der Schweiz) | Händlerentgelt je Zahlung. Zahlen nur für die girocard in Deutschland: Gesamtkosten im Schnitt 0,60 Euro je Transaktion bzw. 0,8 Prozent des Umsatzes, davon Transaktionsgebühren 0,2 Prozent (Bundesbank) | nach Abrechnung durch den Acquirer: Dauer im Vertrag erfragen | Ausfall des Terminals. Fragen Sie den Acquirer, unter welchen Bedingungen Zahlungen zurückgebucht werden können |
| Internationale Debit- und Kreditkarte | Händlerentgelt je Zahlung. Bundesbank (Deutschland, Gesamtkosten): Debitkarten von Visa und Mastercard 0,69 Euro bzw. 2,1 Prozent des Umsatzes, Kreditkarten 1,00 Euro bzw. 2,4 Prozent; reine Transaktionsgebühren 0,8 und 1,1 Prozent | nach Abrechnung: Dauer im Vertrag erfragen | Fragen Sie den Acquirer, ob, wann und mit welchen Fristen Karteninhaber Zahlungen zurückbuchen lassen können (Chargeback, siehe unten verlinkter Artikel) |
| Wallet auf dem Smartphone | Entgelt hängt von der hinterlegten Karte und Ihrem Vertrag ab; laut Bundesbank sind in digitalen Geldbörsen meist Visa- und Mastercard-Karten hinterlegt | Fragen Sie, ob die Gutschrift wie bei der hinterlegten Karte läuft | Prüfen Sie, ob Ihr Terminal kontaktlos akzeptiert |
| Lastschrift im Laden (ELV: Einzelabbuchung mit Unterschrift) | Entgelt laut Anbieter | Frist laut Anbieter erfragen | Laut Bundesbank kann eine unzureichend verwaltete Lastschrift dazu führen, dass der Zahler die Belastung nicht akzeptiert, obwohl Ihnen der Betrag schon gutgeschrieben wurde |
| TWINT (Schweiz) | Entgelt laut Anbieter | laut TWINT-Händler-FAQ in der Regel zwei Bankwerktage nach dem Ende des gewählten Auszahlungsintervalls (täglich oder wöchentlich; neu registrierte Händler starten mit wöchentlich) | Kundschaft braucht die App; Auszahlung nicht sofort |
| Instant-Überweisung (Schweiz) | Entgelt laut Bank oder Anbieter | laut SNB seit August 2024 Gutschrift innert Sekunden, rund um die Uhr; ob Ihr Anbieter das im Laden per QR-Code ermöglicht, fragen Sie nach | Kundschaft muss selbst auslösen; Verfügbarkeit im Laden vom Anbieter abhängig |
Weiterführend: girocard für Händler, Bankomatkarte in Österreich, Debitkarten in der Schweiz, TWINT akzeptieren, Apple Pay und Google Pay, Lastschrift im Laden, QR-Code-Zahlung und Chargeback.
Ein Rechenbeispiel
Die Zahlen sind eine Annahme zur Veranschaulichung, keine Marktpreise: Ein Geschäft setzt 20.000 Euro im Monat um, davon 40 Prozent bar, 50 Prozent mit Debitkarte, 10 Prozent mit Kreditkarte.
| Position | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Barumsatz | 40 % von 20.000 Euro | 8.000 Euro |
| Debitkartenumsatz | 50 % von 20.000 Euro | 10.000 Euro |
| Kreditkartenumsatz | 10 % von 20.000 Euro | 2.000 Euro |
| Entgelt Debit, Annahme 0,5 % | 10.000 Euro × 0,005 | 50 Euro |
| Entgelt Kredit, Annahme 0,9 % | 2.000 Euro × 0,009 | 18 Euro |
| Entgelt gesamt | 50 + 18 | 68 Euro, 0,34 % des Umsatzes |
Dem steht der Aufwand für Bargeld gegenüber (Bundesbank: 0,43 Euro je Transaktion als Gesamtkosten, siehe oben). Wie viel er bei Ihnen ausmacht, messen Sie selbst; ein Verfahren steht im Artikel Bargeld oder Karte: Kosten.
Typische Fehler
- Nach Stückzahl statt nach Umsatz entscheiden. Der Anteil der Barzahlungen nach Anzahl ist in der Bundesbank-Statistik fast doppelt so hoch wie nach Wert (45 gegenüber 23 Prozent).
- Nur das Terminal vergleichen. Das Terminal ist ein Posten; das Entgelt je Zahlung wirkt über die gesamte Laufzeit.
- Wallet vergessen. Kartenbasierte Wallet-Zahlungen (NFC, etwa mit Apple Pay oder Google Pay) am Terminal setzen ein kontaktlos fähiges Terminal voraus; ob Ihr Terminal und Ihr Anbieter weitere Wege wie QR-Code-Zahlungen unterstützen, fragen Sie beim Anbieter nach (Apple Pay und Google Pay).
- Bargeld ohne Prüfung streichen. Ob Sie Barzahlung ablehnen dürfen, hängt vom Land ab; für Deutschland siehe Annahmepflicht für Bargeld.
So gehen Sie vor
- Zählen Sie einen Monat lang, wie viele Zahlungen mit welchem Mittel und in welcher Größenordnung eingehen.
- Fragen Sie in Ihrer Branche und Region nach, was Kundschaft erwartet (zum Beispiel TWINT in der Schweiz).
- Rechnen Sie nach dem Muster oben die Kosten Ihrer Mischung durch.
- Stellen Sie sicher, dass das Terminal alle gewünschten Arten kann: Kartenzahlung einführen.