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Self-Service-Restaurant: Welche Kassentechnik es braucht

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Ein Self-Service-Restaurant braucht eine Kasse, in der alle Bestellwege zusammenlaufen: an der Theke, am Terminal und gegebenenfalls per QR-Bestellung am Platz. Dazu kommen die Küchenübergabe per Drucker oder Display sowie je nach Variante Kartenterminal, Bargeldzugang und Belegausgabe. Ein bedienter Thekenplatz ist kein technisches Muss, aber empfehlenswert: Er deckt Bargeld, Sonderfälle wie Rechnungskauf und den Ausfall der Technik ab.

Das Wichtigste

  • Jeder Bestellweg muss in dieselbe Kasse laufen, damit Küche und Abrechnung eine Quelle haben.
  • Die Küchenübergabe per Drucker oder Display braucht jede Variante; Kartenterminal, Bargeldzugang und Belegdruck hängen vom gewählten Bestell- und Zahlweg ab.
  • In den hier verglichenen Konfigurationen nehmen Bestellterminal und QR-Bestellung Kartenzahlungen an; Hersteller bieten Self-Order-Terminals aber auch mit Bargeldannahme an.
  • Für jeden Weg ohne Personal brauchen Sie einen Ausweichweg, etwa Bestellung und Zahlung an der Theke.
  • Pflichten zu Beleg und Registrierkasse sind je Land verschieden; prüfen Sie sie vor dem Start.

In einem Self-Service-Restaurant übernehmen die Gäste Schritte, die sonst das Personal macht: Sie suchen die Karte aus, bestellen und geben die Bestellung weiter. Der Artikel vergleicht, welche Geräte die üblichen Kombinationen aus Bestellung und Bezahlung brauchen, und zeigt einen Tagesablauf mit Zahlen.

Worauf es ankommt

Drei Entscheidungen bestimmen die Technik. Erstens der Bestellweg: an der Theke mit Personal, am Terminal oder per QR-Code am Platz. Zweitens der Zahlweg: am Platz, am Terminal oder an der Theke. Drittens die Küchenübergabe: Papierbon oder Anzeige.

Zwei Punkte wirken in jeder Variante gleich. Alle Bestellwege müssen in dieselbe Kasse laufen, damit Küche und Abrechnung eine Quelle haben; ein getrenntes Bestellsystem neben der Kasse kann zwei Preislisten und zwei Auswertungen erzeugen. Und jeder Weg braucht ein Ende, an dem ein Beleg entsteht. Welche Angaben ein Beleg in Ihrem Land braucht, prüfen Sie vor dem Start in den Länderartikeln zur Belegausgabepflicht in Deutschland und zur Registrierkassenpflicht in Österreich; für die Schweiz gilt die MWST-Führung nach dieser Prüfliste.

Die Varianten im Überblick

Die Tabelle vergleicht die hier besprochenen Kombinationen aus Bestellweg und Zahlweg mit dem Gerät, das jede Stufe braucht. Sie beschreibt Funktionen und Abläufe, keine Preise; was die Anschaffung kostet, steht nur im Angebot eines Anbieters. Hersteller bieten Bestellterminals in verschiedenen Ausstattungen an, auch mit Bargeldannahme; was Ihr Gerät kann, steht in dessen Datenblatt.

Variante Bestellung Bezahlung Zusätzliche Geräte Passt, wenn
Theke mit Personal Gäste nennen am Kassenplatz ihre Auswahl, das Personal tippt ein an der Theke, bar oder Karte Kassenplatz mit Bildschirm und Bondrucker, Kartenterminal der Betrieb eine Theke mit Personal in jeder Schicht hat
Terminal, Zahlung am Terminal Gäste wählen an einem Bestellterminal, das Gerät nimmt die Zahlung ab am Terminal, Karte; Bargeldannahme nur, wenn das Terminal dafür ausgerüstet ist ein bis mehrere Terminals, Küchenübergabe; Kartenterminal eingebaut oder angeschlossen der Zahlweg vollständig am Terminal laufen soll; ob das Terminal Bargeld nimmt, klären Sie am Gerät
Terminal, Zahlung an der Theke Gäste bestellen am Terminal und erhalten eine Nummer an der Theke, bar oder Karte Bestellterminal, Nummernbon oder Anzeige, Thekenplatz ein Teil der Gäste bar zahlt
QR-Bestellung, Zahlung an der Theke Gäste bestellen per QR-Code am Platz an der Theke Gäste online (Gast-WLAN oder mobile Daten), Kasse mit Bestellannahme, Thekenplatz das Lokal Tische oder Plätze mit fester Zuordnung hat
QR-Bestellung, Zahlung am Platz Gäste bestellen und zahlen am eigenen Gerät am Platz, Karte Gäste online (Gast-WLAN oder mobile Daten), Bestellsystem mit Zahlungsseite, die der QR-Code öffnet; ein Kartenterminal am Platz entfällt dann der Ablauf ohne Thekenkontakt laufen soll

Für die Abwägung, ob sich ein Terminal rechnet, gibt der Artikel zum Self-Ordering-Kiosk in der Gastronomie eine Rechnung mit Kostenrahmen; die Einführung der Bestellung per QR-Code beschreibt Schritt für Schritt dieser Ablauf. Die Kassenfunktionen selbst — Außer-Haus-Kennzeichnung, Nummernbons, Steuersätze — prüfen Sie an den Checklisten zur Kasse für Imbiss und Schnellrestaurant und zum Kassensystem für die Gastronomie.

So sieht das im Alltag aus

Beispielrechnung mit angenommenen Zahlen. Ein Mittagsgeschäft mit 120 Bestellungen verteilt auf drei Stunden, Theke und zwei Terminals nebeneinander. Die Theke nimmt 60 Bestellungen an, je zwei Minuten Aufwand für Bestellung und Zahlung; zwei Terminals nehmen je 30 Bestellungen an, je rund eine Minute Bedienzeit.

Station Bestellungen Bedienzeit je Bestellung Personalstunden am Platz
Thekenplatz 60 2 Minuten 2,0
Terminal 1 30 1 Minute 0,5 (Störungs- und Fragenzeit)
Terminal 2 30 1 Minute 0,5 (Störungs- und Fragenzeit)

Die Terminals binden keine Personalstunde am Platz; geblieben sind Fragen der Gäste, Störungen und die Auffüllung. Diese Stunden stehen im Beispiel als Aufwand neben der Theke, nicht als Ersparnis. Sie entstehen zusätzlich zur Küchenzeit, die in allen Varianten gleich bleibt.

Typische Fehler

  • Zwei Artikelstämme: Die Karte wird im Bestellsystem und erneut in der Kasse gepflegt. Folge: Preise und Ausgabemengen können auseinanderlaufen; der Tagesabschluss verlangt dann einen Abgleich.
  • Bargeldweg nicht geplant: Ein Bestellterminal nimmt Bargeld nur, wenn das Gerät dafür ausgerüstet ist; die QR-Zahlung am Platz läuft über das Gastgerät. Folge: Ohne geplanten Bargeldweg, am Terminal oder an der Theke, finden Gäste ohne Karte keine Zahlstelle.
  • Kein Ausweichweg: Fällt das Terminal oder das Gastnetz aus, gibt es keinen Weg, Bestellungen aufzunehmen. Folge: Das Lokal nimmt in der Ausfallzeit keine Bestellung an.
  • Küchenübergabe unterschätzt: Nummernbons ohne klare Nummernfolge oder ein Display ohne Stationseinteilung. Folge: Die Küche sortiert nach, gerade wenn mehrere Wege gleichzeitig einschlagen.
  • Pflichten erst nach dem Start geprüft: Beleg, Aufzeichnung und Kartenangaben sind je Land geregelt. Folge: Nachrüsten an der laufenden Anlage statt einer Planung davor.

So gehen Sie vor

  1. Zeichnen Sie Ihren Ablauf auf: Wo bestellt der Gast, wo zahlt er, wo bekommt er das Essen, wo entsteht der Beleg.
  2. Legen Sie fest, welche Wege Barzahlung, Gutscheine und Rechnungskauf abdecken: Ein Terminal nimmt Bargeld nur mit passender Ausstattung an, und ob Rechnungskauf über einen Bestellweg geht, ist eine Frage des Anbieters. Deckt kein automatisierter Weg diese Fälle ab, übernimmt sie der Thekenplatz.
  3. Fragen Sie Hersteller Ihrer Kasse, welche Bestellwege sie anbindet und wie Preise zentral gepflegt werden; die Gerätefrage für den Küchenplatz beantwortet der Vergleich von Küchendrucker und Küchendisplay.
  4. Planen Sie Netz und Ausfälle: Gast-WLAN, Terminal-Anbindung und ein Ausweichweg über die Theke; die Grundausrüstung dafür steht in der Checkliste zur Kassen-Erstausstattung, die Netzfrage in der Planung für Kassen-Netzwerke.
  5. Prüfen Sie vor dem Start die Landespflichten zu Beleg und Aufzeichnung und führen Sie einen Probebetrieb mit Testbestellungen über jeden Weg.

Häufige Fragen

Braucht ein Self-Service-Restaurant trotzdem eine klassische Kasse?

Technisch nicht zwingend, aber empfohlen. In den hier verglichenen Konfigurationen nehmen Terminal und QR-Bestellung Kartenzahlungen an; Hersteller bieten Self-Order-Terminals aber auch mit Bargeldannahme an, und ob Rechnungskauf über einen Bestellweg möglich ist, hängt vom Anbieter ab. Ein Kassenplatz an der Theke deckt Bargeld, Sonderfälle wie Rechnungskauf und den Ausfall der Technik ab und bleibt deshalb die empfohlene Grundlage.

Müssen Bestellterminal und Kasse vom selben Hersteller sein?

Nicht zwingend, aber die Bestellung muss als Vorgang in der Kasse ankommen. Fragen Sie vor der Entscheidung, welche Bestellsysteme Ihr Kassensystem anbindet, und testen Sie, wie Preisänderungen auf allen Flächen ankommen. Wer die Karte in zwei Systemen getrennt pflegt, riskiert, dass die Flächen unterschiedliche Preise zeigen.

Was gehört an die Wand über der Essensausgabe?

Ein Anzeigegerät, auf dem die Küche die offenen Bestellungen sieht, oder ein Drucker, der je Bestellung einen Bon ausgibt. Welche Form für Ihren Ablauf passt und was der Umstieg kostet, beschreibt der Artikel zu Küchendrucker und Küchendisplay.

Quellen

  1. Hersteller-Spezifikation C27, Cash-enabled Self-Order & Pay Kiosk (Hersteller im Artikeltext nicht genannt)Glory Global Solutions · abgerufen am
  2. Zahlungslink per QR-Code teilenStripe-Dokumentation · abgerufen am
  3. Einstellungen für mobile Daten auf dem iPhone anzeigen oder ändernApple Support · abgerufen am