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Was kostet ein Kassensystem in Deutschland?

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Kurz gesagt

Ein Kassensystem in Deutschland besteht aus einmaligen Kosten (Geräte, Einrichtung) und laufenden Kosten (Software, Sicherheitseinrichtung, Support). Wie hoch sie sind, hängt vom Angebot ab; wir nennen keine Marktpreise. Die Beispielrechnung mit angenommenen Preisen ergibt für 36 Monate netto 2.900, 6.150 und 12.750 Euro bei einem, zwei und vier Kassenplätzen; das sind Teilsummen ohne Kartenterminal, Zahlungsgebühren, Papier, Strom und Umsatzsteuer.

Das Wichtigste

  • Kostenbausteine: Hardware, Einrichtung und Schulung, Software, Sicherheitseinrichtung (TSE), Support, Zahlungsgebühren.
  • Vergleichen Sie Gesamtkosten über die geplante Laufzeit, nicht den Monatspreis.
  • Die Beispielrechnung nutzt ausschließlich angenommene Nettopreise und lässt Kartenterminal, Zahlungsgebühren und Umsatzsteuer aus; sie ist kein Preisvergleich.
  • Eine zertifizierte TSE ist für elektronische Aufzeichnungssysteme Pflicht (§ 146a Abs. 1 Satz 2 AO), ihre Kosten gehören in jeden Vergleich.

Die Kosten eines Kassensystems fallen an mehreren Stellen an, und in einem Angebot kann eine davon im Vordergrund stehen, während andere im Kleingedruckten stehen oder fehlen. Wer Angebote vergleicht, braucht deshalb die Bausteine und eine Rechnung über die Laufzeit. Der Artikel ordnet die Bausteine, rechnet ein Beispiel mit angenommenen Zahlen und zeigt, was dabei nicht erfasst ist.

Aus welchen Kostenbausteinen sich ein Kassensystem zusammensetzt

Die Tabelle nennt je Baustein, ob er einmalig oder laufend anfällt und was ihn bestimmt.

Baustein Art Wovon er abhängt Was Sie prüfen
Kassengerät, Bondrucker, Kassenlade einmalig oder Miete Zahl der Kassenplätze, Gerätetyp Kauf oder Miete, Garantie (Mieten oder kaufen)
Zusatzgeräte (Küchendrucker, Scanner, Waage) einmalig Ablauf im Betrieb Welche Geräte Ihr Ablauf braucht (Kassenhardware)
Einrichtung und Schulung einmalig Zahl der Artikel, Umfang der Daten Artikelimport, Schulungsdauer
Software-Lizenz laufend oder einmalig Zahl der Kassenplätze, Funktionspaket Was im Preis enthalten ist, was Zusatzmodul ist
Zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) einmalig oder laufend Hardware- oder Cloud-TSE Preis, Laufzeit, Austausch (Hardware oder Cloud-TSE)
Support und Updates laufend Servicezeiten, Reaktionszeit Gesetzesänderungen im Preis? (Support prüfen)
Kartenterminal und Zahlungsgebühren einmalig, laufend, umsatzabhängig Kartenanteil, Konditionen Getrennt vom Kassenpreis rechnen (Kartenterminal)
Schnittstellen (Buchhaltung, Warenwirtschaft) einmalig oder laufend Zahl der Systeme Welche Schnittstelle ist enthalten
Ausstieg und Datenexport einmalig Vertrag Kosten und Format (Datenexport)

Warum die TSE dazugehört: Wer Geschäftsvorfälle mit einem elektronischen Aufzeichnungssystem erfasst, muss das System und die digitalen Aufzeichnungen durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung schützen (§ 146a Abs. 1 Satz 2 Abgabenordnung, AO). Als Aufzeichnungssystem gelten elektronische oder computergestützte Kassensysteme und Registrierkassen (§ 1 Abs. 1 Satz 1 KassenSichV). Pflicht und Fristen erklärt die TSE-Pflicht.

Ein Rechenbeispiel: 36 Monate für drei Betriebsgrößen

Beispielrechnung, Annahmen. Alle Preise sind von uns gesetzte Netto-Annahmen in Euro, keine Marktpreise und keine Angebote. Die TSE ist als monatlicher Dienst angenommen. Zahlungsgebühren, Kartenterminal und Umsatzsteuer sind nicht enthalten.

Annahme Klein (1 Kassenplatz) Mittel (2 Kassenplätze) Groß (4 Kassenplätze)
Gerät, Bondrucker, Lade je Kassenplatz (einmalig) 900 900 900
Zusatzgeräte (einmalig) 0 250 750
Einrichtung und Schulung (einmalig) 200 500 1.200
Software je Kassenplatz und Monat 35 35 35
TSE-Dienst je Kassenplatz und Monat 5 5 5
Support pauschal je Monat 10 20 40

Daraus ergibt sich:

Ergebnis (netto, Euro) Klein Mittel Groß
Einmalig (Geräte, Zusatz, Einrichtung) 1.100 2.550 5.550
Laufend je Monat 50 100 200
Laufend über 36 Monate 1.800 3.600 7.200
Summe nach 36 Monaten 2.900 6.150 12.750
Durchschnitt je Monat 80,56 170,83 354,17

Rechenweg Klein: 1 × 900 + 0 + 200 = 1.100 einmalig; 1 × 35 + 1 × 5 + 10 = 50 je Monat; 36 × 50 = 1.800; 1.100 + 1.800 = 2.900. Mittel: 2 × 900 + 250 + 500 = 2.550; 2 × 35 + 2 × 5 + 20 = 100; 36 × 100 = 3.600; Summe 6.150. Groß: 4 × 900 + 750 + 1.200 = 5.550; 4 × 35 + 4 × 5 + 40 = 200; 36 × 200 = 7.200; Summe 12.750.

Wie stark ein Monatspreis wirkt: Je 10 Euro mehr Software pro Kassenplatz und Monat steigen die Kosten über 36 Monate um 360 Euro je Kassenplatz, also auf 3.260, 6.870 und 14.190 Euro. Ein niedriger Einmalpreis kann so durch den Monatspreis aufgewogen werden.

Was die Rechnung nicht zeigt

  • Zahlungsgebühren hängen vom Kartenumsatz ab; rechnen Sie sie getrennt und mit Ihrem eigenen Umsatz.
  • Umsatzsteuer: Die Werte sind netto. Ob Sie die in der Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen können, richtet sich nach Ihrer Vorsteuerabzugsberechtigung nach § 15 UStG; dafür sind unter anderem eine ordnungsgemäße Rechnung und die unternehmerische Nutzung des Geräts von Bedeutung. Rechnen Sie je nach Ergebnis mit Netto- oder Bruttopreisen und klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.
  • Papier, Strom, Netzanschluss, Ersatzgeräte und der Aufwand für einen späteren Wechsel fehlen.
  • Der Preisverlauf nach der Mindestlaufzeit ist offen: Fragen Sie nach Preisanpassungsklauseln (Kassenvertrag prüfen).

Typische Fehler beim Kostenvergleich

  • Nur den Monatspreis vergleichen. Ursache: Er kann im Angebot hervorgehoben sein. Folge: Einmalkosten und Zusatzmodule werden übersehen (Versteckte Kosten).
  • TSE vergessen. Ursache: Sie erscheint als eigene Position oder im Paket. Folge: Zwei Angebote sind nicht vergleichbar.
  • Zahlungsgebühren in den Kassenpreis mischen. Ursache: Ein Angebot kann einen Gesamtpreis für Kasse und Terminal nennen. Folge: Der Kassenpreis wirkt zu niedrig oder zu hoch.
  • Zu kurz rechnen. Ursache: Die Rechnung endet mit der Mindestlaufzeit. Folge: Preisänderungen danach bleiben unberücksichtigt.

So gehen Sie vor

  1. Schreiben Sie auf, wie viele Kassenplätze und Zusatzgeräte Sie brauchen (Anforderungskatalog).
  2. Fordern Sie von jedem Anbieter alle Bausteine der ersten Tabelle einzeln an, getrennt nach einmalig und laufend.
  3. Setzen Sie die Angebotswerte in die Tabelle der Beispielrechnung ein und rechnen Sie über die Laufzeit, die Sie binden wollen.
  4. Rechnen Sie Zahlungsgebühren und Umsatzsteuer gesondert.
  5. Nutzen Sie die Rechenhilfe Gesamtkosten der Kasse berechnen und prüfen Sie Hinweise unter Kostenloses Kassensystem: Wo ist der Haken?.

Häufige Fragen

Gibt es Kassensysteme ohne monatliche Kosten?

Das hängt vom Angebot ab. Kosten für Software, Sicherheitseinrichtung und Support können einmalig, monatlich oder gar nicht ausgewiesen sein. Wo sie nicht erscheinen, prüfen Sie, wer sie trägt; Hinweise gibt der Artikel zu kostenlosen Kassensystemen.

Sind die Preise der Beispielrechnung üblich?

Das wissen wir nicht. Die Preise sind Annahmen, damit die Rechenschritte sichtbar werden. Setzen Sie Ihre Angebotswerte in dieselbe Tabelle ein.

Wie rechne ich Mietmodelle?

Mit denselben Bausteinen: Gerätemiete tritt an die Stelle des Gerätekaufs und wird über dieselbe Laufzeit addiert. Beachten Sie Mindestlaufzeit und Kosten bei Kündigung.

Quellen

  1. Abgabenordnung (AO), § 146a Ordnungsvorschrift für die Buchführung und für Aufzeichnungen mittels elektronischer AufzeichnungssystemeBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  2. Kassensicherungsverordnung (KassenSichV), § 1 Elektronische AufzeichnungssystemeBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  3. Umsatzsteuergesetz (UStG), § 15 VorsteuerabzugBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am