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ERP-Module im Überblick: Einkauf, Lager, Verkauf, Finanzen

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Kurz gesagt

Ein ERP-System besteht aus Modulen für Einkauf, Lager, Verkauf, Finanzen und weitere Bereiche, deren Zuschnitt und Name je Anbieter unterschiedlich sind. Als Ausgangsannahme starten kleine Handelsbetriebe mit Stammdaten, Verkauf, Einkauf und Lager, Dienstleister mit Stammdaten, Verkauf und Zeiten; Produktion, Personal und Dokumente folgen bei Bedarf. Entscheidend ist die Abbildung Ihrer Abläufe, nicht die Zahl der Module.

Das Wichtigste

  • Die Marktstudie von Digital in NRW (2021) unterscheidet fünf Modulgruppen: Warenwirtschaft, Kundenbeziehungen, Produktion, Finanz- und Anlagenbuchhaltung, Lohnbuchhaltung.
  • Ein einheitliches Verständnis des Modulumfangs hat sich laut derselben Studie weder in Theorie noch Praxis durchgesetzt.
  • Finanz- und Lohnmodule hängen stark von gesetzlichen Vorgaben ab; Anbieter binden deshalb auch externe Programme ein.
  • Die Start-/Später-Einteilung der Tabelle ist eine redaktionelle Ausgangsannahme für einen kleinen Betrieb, keine Norm.

Wer Angebote für ein ERP einholt, bekommt Modullisten mit unterschiedlichen Namen für ähnliche Dinge. Dieser Artikel ordnet die Module nach der Aufgabe, die sie im Betrieb erledigen, und trennt, was ein kleiner Betrieb zum Start braucht und was später kommt. Was ein ERP-System ist, steht unter Was ist ein ERP-System?.

Wie Module zugeschnitten sind

Die Marktstudie von Digital in NRW (2021) leitet die nötigen Module aus der Wertschöpfungskette des Betriebs ab. Sie hält fest, dass sich in Theorie und Praxis kein einheitliches Verständnis des Modulumfangs durchgesetzt hat und viele Hersteller eigene Begriffe verwenden. Der Umfang reicht von einem kleinen Kern aus Vertrieb, Einkauf und Logistik bis zu Systemen für alle Fachbereiche. Auf oberster Ebene unterscheidet die Studie fünf Gruppen:

  • Warenwirtschaft mit Einkauf, Verkauf, Lager, gegebenenfalls Anbindung eines Onlineshops,
  • Kundenbeziehungsmanagement (CRM),
  • Produktion mit Planung und Qualitätsmanagement,
  • Finanz- und Anlagenbuchhaltung mit Kostenrechnung,
  • Lohnbuchhaltung mit Personalverwaltung und Entgeltabrechnung.

Die IHK Pfalz nennt ergänzend Controlling, Stammdatenverwaltung, Stücklisten und Dokumentenmanagement als Funktionsbereiche. Beide Quellen geben keine Mindestausstattung vor; die Studie schreibt ausdrücklich, dass sich nicht pauschal sagen lässt, welche Funktionen ein ERP mitbringen muss.

Welche Module brauche ich wann?

Die Tabelle ist eine redaktionelle Orientierung. Ausgangsannahme: ein Betrieb mit bis zu etwa zehn Beschäftigten, der entweder Handelsware verkauft (Handel) oder Arbeitszeit abrechnet (Dienstleister), ohne Eigenfertigung. Wo die Studie eine Gruppe nennt, steht ihr Name; alle Start-Einteilungen sind unsere Einschätzung und verschieben sich mit Ihren Abläufen.

Modul Aufgabe im Alltag Handel Dienstleister Später, wenn …
Stammdaten Artikel, Kunden, Lieferanten einmal anlegen (Stammdaten) Start Start Basis aller anderen Module; deren Ergebnis hängt von der Datenqualität ab
Verkauf Angebot, Auftrag, Rechnung, Gutschrift Start Start Rahmenaufträge oder Preislisten für Geschäftskunden dazukommen
Einkauf Bestellung, Wareneingang, Bestellvorschläge (Einkauf im ERP) Start Bei Bedarf Fremdleistungen oder Material bestellt werden
Lager Bestand, Lagerorte, Bewegungen (Lagerverwaltung) Start Bei Bedarf mehrere Lagerorte oder Chargen geführt werden
Finanzbuchhaltung Buchung, offene Posten, Auswertung Start, wenn im Haus gebucht wird; sonst Übergabe an die Steuerberatung Wie Handel Zahlen aus mehreren Programmen zusammengetragen werden
Projekte und Zeiten Stunden einem Projekt zuordnen, abrechnen (Dienstleister) Bei Bedarf Start, bei Projektgeschäft mehrere Projekte parallel laufen
Onlineshop und Kasse Bestand und Preise abgleichen (Kasse und ERP, Onlineshop) Start, wenn Kanäle bestehen Bei Bedarf Bestände in verschiedenen Systemen abweichen
CRM Kontakte, Verkaufschancen, Kommunikation dokumentieren Später Später, bei vielen Kontakten Anfragen und Angebote nicht mehr überschaubar sind
Anlagenbuchhaltung Wirtschaftsgüter und Abschreibung führen Später Später nennenswerte Anlagen vorhanden sind
Lohn und Personal Entgeltabrechnung und Personalverwaltung Später, oft extern Später, oft extern die externe Lösung Aufwand bei der Übergabe bindet
Produktion Planung und Steuerung der Fertigung Nur bei Eigenfertigung Nur bei Eigenfertigung selbst gefertigt oder montiert wird
Dokumentenmanagement Belege und Verträge in einem System ablegen Später Später viele Dokumente im Auftragsprozess entstehen

Die Studie ordnet Dokumentenmanagement den Zusatzfunktionen zu und beobachtet, dass es branchenübergreifend an Bedeutung gewinnt.

Finanzen und Lohn: eigenes Modul oder angebunden

Beim Finanz- und Lohnmodul besteht die Wahl zwischen einem Modul des Anbieters und einem externen Programm. Die Studie begründet die zweite Variante damit, dass Leistungsumfang und gesetzliche Vorgaben dieser Bereiche sich ändern, und beschreibt, dass bei professioneller Umsetzung die Oberflächen vereinheitlicht sind. Fragen Sie im Angebot, welches Modell gemeint ist und wer bei Änderungen für die Pflege sorgt. Wie die Übergabe in Deutschland an den Steuerberater aussieht, beschreibt ERP und Buchhaltung: Übergabe an DATEV.

So sieht das im Alltag aus

Beispiel (erfunden): Ein Gartenfachhandel mit fünf Beschäftigten hat Artikel in der Kasse, im Shop und in einer Tabelle. Der Betrieb wählt als Start vier Module: Stammdaten, Verkauf, Einkauf und Lager, dazu die Anbindung von Kasse und Shop. Die Buchhaltung bleibt bei der Steuerberatung, die Übergabe läuft per Export. Personal, CRM und Dokumente stehen auf der Liste „später“, jeweils mit dem Anlass aus der letzten Spalte der Tabelle. Der Umfang der ersten Phase bleibt damit begrenzt.

Typische Fehler

  • Nach der Zahl der Module vergleichen. Mehr Module bedeuten mehr Pflege, nicht automatisch mehr Nutzen.
  • Modulnamen für gleichbedeutend halten. Lassen Sie sich je Modul die Funktionen aus Ihrer Aufgabenliste zeigen.
  • Stammdaten nachrangig behandeln. Alle Module greifen darauf zu; zu Anlage und Pflege siehe Artikelnummern.
  • Alles in der ersten Phase verlangen. Verschieben Sie Module mit einem schriftlichen Anlass nach hinten.

Nächste Schritte

  1. Schreiben Sie Ihre Aufgaben in eine Liste und ordnen Sie jede einem Modul der Tabelle zu.
  2. Markieren Sie je Modul „Start“ oder „später“ und notieren Sie den Anlass.
  3. Prüfen Sie in jedem Angebot, ob Start-Module enthalten sind und ob Später-Module nachrüstbar sind.
  4. Gehen Sie weiter zu ERP auswählen in sieben Schritten und zu den ERP-Kosten.

Häufige Fragen

Muss ich alle Module eines ERP kaufen?

Nein, das hängt vom Angebot ab. Die Marktstudie beschreibt einen Umfang, der mit Vertrieb, Einkauf und Logistik beginnt und bis zu Modulen für alle Fachbereiche reicht. Fragen Sie nach, ob Module einzeln lizenziert werden und ob sich später ergänzen lässt, was heute fehlt.

Ist die Buchhaltung immer Teil des ERP?

Nein. Nach der Marktstudie haben die meisten befragten Anbieter ein eigenes Finanzmodul, andere binden ein externes Programm so ein, dass die Oberfläche einheitlich wirkt. Klären Sie, welches Modell Ihr Angebot verwendet und wer die Pflege bei Gesetzesänderungen übernimmt.

Wie finde ich die richtigen Module für meinen Betrieb?

Gehen Sie von Ihren Abläufen aus, nicht von den Modulnamen. Notieren Sie, welche Aufgabe heute in welchem Werkzeug läuft, und ordnen Sie sie einem Modul zu. Die Marktstudie sieht die Eingrenzung auf Modulebene als Voraussetzung der Auswahl.

Quellen

  1. ERP-Systeme für Kleinunternehmen. Marktstudie ERP-Systeme 2021 (Kapitel 2.1, 2.5.3, 3.1, 3.4 bis 3.4.8)Digital in NRW, Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Dortmund (Fraunhofer IML) · abgerufen am
  2. Enterprise Resource Planning System (ERP)IHK Pfalz · abgerufen am